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    Foto: Meine Hass-Liebe von 1992 bis 1997, eine ´86 XT 600 Ténéré

    YAMAHA XT 600 Ténéré

    Dieses Motorrad habe ich eigentlich garnicht haben wollen. Meine damalige Freundin Martina hatte es nämlich für sich selbst während meines mehrwöchigen Aufenthalts in der Türkei 1991 gebraucht erworben und schnell wegen seiner Höhe den Gefallen daran verloren. Wir beschlossen deshalb untereinander zu tauschen: Sie bekam meine flammneue XT 600 K dafür und die Ténéré kam zu mir. Trotz ähnlicher technischer Daten gefiel mir die Ténéré dann auch tatsächlich viel besser. Sie wirkt wesentlich erwachsener als die "kleinere" Normal-XT, obwohl diese motormäßig gleich ist.

    Fünf Jahre habe ich sie gefahren und gepflegt bis zu einem km-Stand von gut 94.000 km. Jahrelanges Antreten (trotz E-Starter) blieb nicht ohne Auswirkungen auf mein rechtes Knie. So trennte ich mich irgendwann von dem technisch immer noch top in Form stehenden Einzylinder, um mir bei einer sich bietenden Gelegenheit meinen Traum in Form einer R 80 G/S zu verwirklichen. Bis dahin fuhr sie immer noch sehr gut und hat abgesehen von der Ankickerei immer viel Spaß mit ihrem leichten Handling gemacht.

    Technische Daten YAMAHA XT Ténéré (2A2, Bj. 1986)
    Motor: Luftgekühlter Einzylinder-Viertaktmotor, eine obenliegende,kettengetriebene Nockenwellen, vier über Kipphebel betätigte Ventile, gleitgelagerte Kurbelwelle, kontaktlose Transistorzündanlage, ein Registervergaser mit 30,1 und 26 mm Durchlass, Trockensumpf-Druckumlaufschmierung, Kick-Starter, der später um einen E-Starter ergänzt wurde
    Hubraum: 595 ccm, Bohrung x Hub 95 x 84 mm
    Verdichtung: 8,5:1
    Leistung: 45 PS  bei 6500 U/min
    max. Drehmoment: 50 Nm bei 5500 U/min
    Höchstgeschw.: ca. 158 km/h
    Beschleunigung: von 0 auf 100 km/h in 5,7 sek.
    Kraftübertragung: Primärantrieb über schrägverzahnte Stirnräder, mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung, klauengeschaltetes Fünfganggetriebe, O-Ring-Kette zum Hinterrad
    Fahrwerk: Einschleifen-Stahlrohrrahmen, Teleskopgabel mit 41 mm Standrohrdurchmesser und 245 mm Federweg, kugelgelagerter Lenkkopf, nadelgelagerte Vierkantstahlschwinge mit einem Zentralfederbein  mit 220 mm Federweg, stufenlos verstellbar, 116 mm Nachlauf, 1445 mm Radstand
    Bremsen: vorn Scheibenbremse mit Doppelkolbenschwimmsattel, hinten Einkolbenscheibenbremse 
    Räder/Bereifung: Speichenräder, bereift vorn 90/90-21 54S, hinten  120/90-17 64S
    Elektrik: 12 V, Lichtmaschine 180 W, Batterie 8 Ah
    Sitzhöhe: 900 mm
    Gewicht: 168 kg fahrbereit
    Tankinhalt: 20 Liter, davon 3,0 Liter Reserve
    Verbrauch: ca. 5,4 Liter auf 100 km
    Preis (1986): ca. 7000,- DM
    Plus und Minus
    + durchzugsstarker Motor

    + sehr handliches Fahrwerk

    + gute Bremsen

    + gute Getriebeabstufung

    + niedriges Gewicht

    + geringer Benzinverbrauch

    + sehr kostengünstiges Motorrad

    + leichte Wartung

    + Einfache, überschaubare Technik

    + gute Reichweite

    - verschleißanfälliges Lenkkopf-Lager

    - rostanfällige Auspuff-Anlage

    Hier einige Erinnerungen:

    Bild: 1996 - vor Pescara am Strand

    Bild: Türkei 1996 - Auf der Hauptstraße im Außenbezirk Antalyas fanden wir gleich zwei Motorradwerkstätten.

    Bild: Pfingstvorwoche 1996 - Grachten, Deiche, Blumenfelder

     

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    3 Kommentare
    Christine ✩ ✩ ✩  21.10.2023
    Hallo Reinhold,
    Ja, das war auch mein erstes Motorrad. Ich hatte auch eine blau-weisse und habe auch alle Wartungsarbeiten selbst durchgefuehrt. Am igsten war dabei immer die richtige Einstellung der mechanischen Zuendung. Der Motor hatte ja eine ungleichmaessige Zuendfolge, d.h. der 2. Zylinder benoetigte einen eigenen Kontakt, der auf der Grundplatte des 1. Zylinders aufgeschraubt war.

    Also erst einmal beide Kontaktabstaende schoen einstellen auf 0,3-0,4 mm und dann den richtigen Zuendzeitpunkt des 1. Zylinders, dann den des 2. Zylinders einstellen. Die Kreuzschlitzschrauben waren schnell vermurkst und ich habe sie gegen Inbusschrauben ausgetauscht. Auch die duennen Grundplatten, auf denen die Kontakte aufgeschraubt waren, hatten irgendwann kein Gewinde mehr und mussten ersetzt werden. Wenn alles stimmte, sprang der Motor dann auch mit dem E-Starter an. Oft musste ich aber den Kickstarter benutzen.

    Ansonsten aber ein einfach aufgebautes Motorrad. Recht leicht zu fahren, aber mit maessigem Fahrwerk, das in Kurven auch schaukeln konnte. Nun, der Tank war natuerlich mit 11 l auch zu klein. Aber ansonsten hatte ich lange Freude daran.

    Uebrigens, viele schoene Seiten hast du hier im Laufe der Jahre angesammelt. Mein Kompliment.
    KompressoMike ✩ ✩ ✩  18.04.2023
    auch so einen Vogel habe ich lange Jahre gefahren, aller eine Z550B mit 58 PS, der jammere ich schon lange hinterher auch wenn sie von einenm Aufkäufer wieder zurück nach Japan gebracht wurde
    RadlagerMike ✩ ✩ ✩  18.04.2023
    auch wenn das schon lange her ist, für mich ist das immer noch aktuell und interessant

     

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