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    MZ 250 ETZ (1984)

    Die ETZ aus der DDR ist ohne Schnörkel gestaltet á la Enduro. Für den riesenlangen Auspuffdämper sollte sich MZ aber aml eine andere Lösung einfallen lassen. Der große Zündungs- und Beleuchtungsschalter mit abziehbarem Drehflügen ist immer noch so vernünftig wie in alten Zeiten. Ein abschließbarer Setiendeckel sichert die Batterie und das vorbildlich komplette Werkzeug - unter der Bank hat die MZ sogar eine Luftpumpe.

    Die Kupplung war sagenhaft leichtgängig, und der Choke konnte am Lenker betätigt werden. Die Maschine sprang meist auf den ersten Kick an. Ernüchternd war das Auspuffgeräusch: Blecherner klang das Plemm-Plemm noch nie. Schnell den Gang rein und ab; unter dem Helm hörte sich das Geräusch nicht ganz so schlimm an. 

    Mein 3. besser gesagt 4. Motorrad - Nachdem ich mich mit meinem 1. MZ-Gespann auf dem Heimweg von der Erstanmeldung vor Glückgefühlen um einen Baum gewickelt habe, habe ich aus den noch intakten Teilen des fast neuen Motorrads nach Kauf eines noch fahrtüchtigen Wracks einen Nachfolger zusammen gebaut, der mir vor allem im Winter bei Eis und Glätte viel Spaß bereitet hat. Die weiteste Tour ging damit bis nach Schweden - natürlich im Winter. Wegen der hohen Betriebskosten (Öl-/ Benzinverbrauch, Reifenverschleiß), die zur Leistung des nur 21 PS starken Zweitakters nicht ganz harmonierten, als auch wegen der immer selteneren richtigen Winter, habe ich es nach 4 Jahren 1989 wieder verkauft. Jetzt trauere ich dem Unikum gerade bei den aktuellen Wetterverhältnisse (Stand: Febr. 2005, Schnee!!!) sehr nach :-(
    Bild zum Vergrößern anklicken!

    Technische Daten MZ 250 ETZ (1984)
    Motor: Luftgekühlter Einzylinder-Zweitaktmotor, kugelgelagerte Kurbelwelle, kontaktgesteuerte Batterie-Spulenzündung, 34 mm- Flachschiebervergaser, Kick-Starter
    Hubraum: 246 ccm
    Leistung: 21 PS  bei 6000 U/min
    Höchstgeschw.: ca. 105 km/h (mit Seitenwagen, abhängig von aufgestellter Scheibe und Beladung)
    Beschleunigung: von 0 auf 100 km/h in ?? sek.
    Kraftübertragung: direkt angetriebene Mehrscheiben-Ölbadkupplung, klauengeschaltetes Sechsganggetriebe, Rollenkette zum Hinterrad
    Fahrwerk: Pressstahlrahmen, Teleskopgabel mit 34 mm Standrohren und 185 mm Federweg, kugelgelagerter Lenkkopf, nadelgelagerte Hinterradschwinge, zwei in der Federbasis verstellbare Federbeine mit 105 mm Federweg
    Bremsen: vorn Einkolben-Brembo-Scheibenbremse, hinten Trommelbremse
    Räder/Bereifung: Speichenräder, bereift vorn 3.00 H 18, hinten 3.50 H 18
    Elektrik: 12 V, kontaktgesteuerte Batterie/Spulenzündung 180 W, Batterie 12 Ah
    Sitzhöhe: 815 mm
    Gewicht: 148 kg (ohne Seitenwagen)
    Tankinhalt: 17 Liter, davon 3 Liter Reserve
    Verbrauch: ca. 7,8 Liter auf 100 km (mit Seitenwagen)
    Preis (1978): 4800,- DM (Seitenwagen-Version)

    Plus und Minus

    + vgl.weise bulliger Motor (Elastizität)

    + Getrenntschmierung

    + abschließbarer Seitendeckel

    + Anspringverhalten

    + leichte Wartung

    + Einfache, überschaubare Technik

    + Kettenschutz

    - Auspuff-Geräusch

    - riesenlanger Auspuff-Dämpfer

    - Tank-Form (Knieschluss)

    - Kontakt-Zündung

     

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    3 Kommentare
    Christine ✩ ✩ ✩  21.10.2023
    Hallo Reinhold,
    Ja, das war auch mein erstes Motorrad. Ich hatte auch eine blau-weisse und habe auch alle Wartungsarbeiten selbst durchgefuehrt. Am igsten war dabei immer die richtige Einstellung der mechanischen Zuendung. Der Motor hatte ja eine ungleichmaessige Zuendfolge, d.h. der 2. Zylinder benoetigte einen eigenen Kontakt, der auf der Grundplatte des 1. Zylinders aufgeschraubt war.

    Also erst einmal beide Kontaktabstaende schoen einstellen auf 0,3-0,4 mm und dann den richtigen Zuendzeitpunkt des 1. Zylinders, dann den des 2. Zylinders einstellen. Die Kreuzschlitzschrauben waren schnell vermurkst und ich habe sie gegen Inbusschrauben ausgetauscht. Auch die duennen Grundplatten, auf denen die Kontakte aufgeschraubt waren, hatten irgendwann kein Gewinde mehr und mussten ersetzt werden. Wenn alles stimmte, sprang der Motor dann auch mit dem E-Starter an. Oft musste ich aber den Kickstarter benutzen.

    Ansonsten aber ein einfach aufgebautes Motorrad. Recht leicht zu fahren, aber mit maessigem Fahrwerk, das in Kurven auch schaukeln konnte. Nun, der Tank war natuerlich mit 11 l auch zu klein. Aber ansonsten hatte ich lange Freude daran.

    Uebrigens, viele schoene Seiten hast du hier im Laufe der Jahre angesammelt. Mein Kompliment.
    KompressoMike ✩ ✩ ✩  18.04.2023
    auch so einen Vogel habe ich lange Jahre gefahren, aller eine Z550B mit 58 PS, der jammere ich schon lange hinterher auch wenn sie von einenm Aufkäufer wieder zurück nach Japan gebracht wurde
    RadlagerMike ✩ ✩ ✩  18.04.2023
    auch wenn das schon lange her ist, für mich ist das immer noch aktuell und interessant

     

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