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Ein Blick in mein Reise-TagebuchWie schnell verblassen doch im Alltag Ereignisse und Erinnerungen. Im digitalen Zeitalter, in dem vieles mit einem Klick erledigt ist, gerä¤t einiges auch schnell wieder in Vergessenheit. Aus diesem Grund habe ich mir dieses kleine Reisetagebuch gebastelt, in dem ich die schönsten Erinnerungen an Reisen, manchmal aber auch nur an besondere Erlebnisse festhalten kann. Schnell ist das Smartphone gezückt und 'zack'! ist der Moment auf dem Handy gespeichert. Als Whatsapp-Nachricht mit Gruß an die Liebsten wäre er jedoch alsbald wieder aus dem Sinn und in den Tiefen der Handy-Bildergalerie verschwunden. Hier kann ich die Highlights des Tages in Wort und Bild hinterlegen. Sicherlich könnte man so manches Bild noch nachbearbeiten und vielleicht auch noch umfangreicher beschreiben. Doch das kann ich später ja immer noch machen, wenn ich wieder vor dem Laptop sitze. Jetzt heißt es erst einmal, viel Spaß beim Durchblättern! Eintrag 612 vom 12.04.2026Marokko ’26 – Tag 25: Tafraoute → Tamessoult → Les Gorges d'Ait Mansour → Tafraoute (254 km)Bild: am Grand Canyon von Marokko
Karte: die voraussichtliche Strecke mit aktuellem Standort: Der Morgen in Tafraoute begann ruhig und klar, fast schon frisch für diese Region. Die Temperaturen blieben den ganzen Tag über erstaunlich moderat und kletterten kaum über 22 Grad – ideale Bedingungen für eine ausgedehnte Motorradtour in die Umgebung.
Bild: abfahrbereit in Tafraoute Schon bald nach dem Ortsausgang begann sich die vertraute Granitwelt rund um Tafraoute zu verändern. Die zunächst noch rund geschliffenen Felsen wurden kantiger, die Täler enger, und schließlich tauchten wir in eine Landschaft ein, die man nicht umsonst gelegentlich als „Grand Canyon von Marokko“ bezeichnet – die Schluchten rund um Tamessoult. Bild: Natürlich ging es heute auch oft über schlechte Straßen voran. Natürlich sind diese nicht so gewaltig wie der Grand Canyon, doch der Vergleich hilft, die Dimensionen und die Wirkung einzuordnen. Auch hier haben sich über unvorstellbar lange Zeiträume Wasser und Erosion tief in das Gestein eingeschnitten. Die Schluchten wirken wild, zerklüftet und gleichzeitig erstaunlich filigran geformt. Bild: unterwegs durch die „marokkanischen Canyons“ Die Straße führt mitten hinein in dieses Labyrinth aus Fels. Mal fährt man hoch über dem Talgrund entlang und blickt in weite, schroffe Einschnitte, dann wieder windet sich die Strecke direkt durch enge Passagen, in denen die Felswände dicht zusammenrücken. Besonders beeindruckend ist das Spiel der Farben: dunkle, fast violette Schattierungen wechseln sich mit warmen Rot- und Ockertönen ab, je nachdem, wie das Licht einfällt.
Bild: Was diese „marokkanischen Canyons“ so besonders macht, ist ihre Ursprünglichkeit. Es gibt keine großen Aussichtspunkte, keine Absperrungen, keine touristische Inszenierung – wir sind einfach mittendrin. Die Landschaft wirkt ungezähmt, beinahe archaisch. Man hat das Gefühl, als würde sich hinter jeder Kurve eine neue, noch unberührtere Szene öffnen. Bild: Immer wieder treffen wir auf Straßenbauarbeiter - auch am Sonntag. Die Formen der Felsen sind dabei oft bizarr: scharfkantige Brüche neben weich modellierten Rundungen, überhängende Wände, die Schatten spenden, und immer wieder kleine Terrassen oder Plateaus, auf denen sich vereinzelt Vegetation hält. In den trockenen Flussbetten erkennt man deutlich, welche Kraft hier bei seltenen Regenfällen wirken muss – breite, ausgewaschene Rinnen und glatt polierte Steine erzählen davon. Während wir durch diese Schluchten fahren, verändert sich auch die Wahrnehmung. Geräusche werden von den Felswänden zurückgeworfen, der Motor klingt tiefer, voller. Die Stille zwischen diesen Echos wirkt fast greifbar. Verkehr gibt es kaum, und so entsteht ein intensives Gefühl von Abgeschiedenheit. Vereinzelt tauchen kleine Siedlungen auf, die sich förmlich an den Fels schmiegen. Die Häuser bestehen aus dem gleichen Material wie ihre Umgebung und sind aus der Ferne kaum zu erkennen. Hier scheint das Leben in einem ganz eigenen Rhythmus zu verlaufen – ruhig, reduziert und eng verbunden mit der Landschaft. Bild: Die Strecke selbst verlangt Aufmerksamkeit, ... ... belohnt aber mit einem Fahrgefühl, das man so schnell nicht vergisst. Kurvenreich, stellenweise schmal, mit wechselnden Belägen und gelegentlichen Sandspuren – genau das richtige Maß an Herausforderung, um jede Passage bewusst zu erleben.
Bild: in den Gorges d’Aït Mansour.
Nach dieser eindrucks-vollen Etappe kehrten wir noch einmal nach Tafraoute zurück, um zu tanken, bevor es weiter ging zu den Gorges d’Aït Mansour. Und wieder änderte sich die Welt innerhalb weniger Kilometer grundlegend.
Bild: Landschaftsbild bei Tafraoute Die karge, felsige Dramatik wich einer fast überraschenden Üppigkeit. In der engen Schlucht von Aït Mansour säumen Palmenhaine den Weg, Wasserläufe durchziehen das Tal, und zwischen den steilen Felswänden entsteht eine grüne Oase, die beinahe unwirklich erscheint. Die Straße folgt dem Verlauf des Wassers, manchmal direkt daneben, manchmal leicht erhöht – immer begleitet vom Wechselspiel aus Licht und Schatten.
Bild: Pause in Schlucht von Aït Mansour Hier legten wir eine kleine Pause ein, ein einfacher Snack inmitten dieser ruhigen, beinahe friedlichen Umgebung. Nach den rauen Schluchten des Vormittags fühlte sich dieser Ort fast sanft an. Bild: in der Schlucht von Aït Mansour Am Nachmittag ging es zurück nach Tafraoute, weiterhin bei diesen angenehm milden Temperaturen. Ohne die sonst oft drückende Hitze ließ sich jede Kurve entspannt genießen, die Landschaft bewusst aufnehmen, ohne Eile.
Bild: Die zwei vertragen sich offenbar gut. Zurück in unserem neuen Quartier, dem Hotel L’Arganier d’Ammelne-Tafraout, wartete dann ein kleiner Luxus: ein Pool. Nach einem solchen Tag gibt es kaum etwas Besseres, als den Staub der Strecke hinter sich zu lassen und die Eindrücke noch einmal bei einem leckeren Abendessen Revue passieren zu lassen. Dieser Tag hat uns einmal mehr gezeigt, wie unglaublich vielfältig der Anti-Atlas ist: von canyonartigen, fast dramatischen Schluchten bei Tamessoult bis hin zu grünen, lebendigen Oasen wie Aït Mansour – und all das auf einer einzigen, eindrucksvollen Runde.
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