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Ein Blick in mein Reise-TagebuchWie schnell verblassen doch im Alltag Ereignisse und Erinnerungen. Im digitalen Zeitalter, in dem vieles mit einem Klick erledigt ist, gerä¤t einiges auch schnell wieder in Vergessenheit. Aus diesem Grund habe ich mir dieses kleine Reisetagebuch gebastelt, in dem ich die schönsten Erinnerungen an Reisen, manchmal aber auch nur an besondere Erlebnisse festhalten kann. Schnell ist das Smartphone gezückt und 'zack'! ist der Moment auf dem Handy gespeichert. Als Whatsapp-Nachricht mit Gruß an die Liebsten wäre er jedoch alsbald wieder aus dem Sinn und in den Tiefen der Handy-Bildergalerie verschwunden. Hier kann ich die Highlights des Tages in Wort und Bild hinterlegen. Sicherlich könnte man so manches Bild noch nachbearbeiten und vielleicht auch noch umfangreicher beschreiben. Doch das kann ich später ja immer noch machen, wenn ich wieder vor dem Laptop sitze. Jetzt heißt es erst einmal, viel Spaß beim Durchblättern! Eintrag 587 vom 19.03.2026Marokko ’26 – Tag 1: Trier → Schopfheim/Schwarzwald (364 km)
Bild: Am Bahnhof der Waldbahn in Abreschviller – einer historischen Schmalspurbahn
Karte: die voraussichtliche Strecke mit aktuellem Standort: Wie lange hatte ich mich auf diesen Tag gefreut! Endlich geht es los – das große Ziel vor Augen: Marokko. Wolfgang und ich wollen am Samstag die Fähre ab Genua nehmen. Morgen Abend werde ich ihn in Saronno treffen, von wo aus wir gemeinsam zum Hafen fahren. Bis dahin sind es noch rund 165 Kilometer – entspannt machbar, sodass wir pünktlich zum Check-in um 11 Uhr da sein sollten. Abfahrt ist um 16 Uhr, und dann liegen 52,5 Stunden Überfahrt bis Tanger vor uns. Doch heute beginnt das Abenteuer erst einmal auf ganz andere Weise: allein, auf Landstraßen, von Trier aus Richtung Süden. Ein sonniger Tag mit Temperaturen bis 17 Grad – perfektes Motorradwetter. Noch schnell tanken in Luxemburg, wo der Sprit traditionell etwas günstiger ist, bevor es bei Grevenmacher wieder über die Saar zurück nach Deutschland geht. Die Strecke führt durch Saarburg, dessen mittelalterlicher Stadtkern mit Wasserfall und Fachwerkhäusern fast zu einem kurzen Stopp einlädt. Bild: Ich folge der Saar flussaufwärts. Anfangs noch auf stärker befahrenen Straßen, doch das ändert sich bald. In Dillingen komme ich an der imposanten Dillinger Hütte vorbei – eines der ältesten und größten Grobblechwerke Europas. Seit über 300 Jahren wird hier Stahl produziert, heute vor allem für Offshore-Windanlagen, Brücken und Großprojekte weltweit. Ein Stück Industriegeschichte im Saarland. Bild: In Dillingen komme ich an der imposanten Dillinger Hütte vorbei. Wenig später wird es ruhiger. Die Straßen werden schmaler, der Verkehr lässt nach. Ich erreiche Frankreich – und werde direkt von einer scheinbar endlosen Reihe von Kreisverkehren begrüßt. Typisch Frankreich. Der Himmel ist tiefblau, kaum eine Wolke zu sehen. Die Landschaft Lothringens zieht sich sanft gewellt dahin. Lange, gerade Straßen führen über Hügel und durch weite Felder. Hier und da stehen kleine Wegkreuze am Straßenrand – stille Zeugen einer tief verwurzelten ländlichen Tradition. Die Region ist stark landwirtschaftlich geprägt: Getreidefelder, Weiden und vereinzelte Höfe bestimmen das Bild. Kaum Verkehr, meist nur Traktoren oder kleine Transporter. Die Dörfer wirken wie Farbtupfer in der Landschaft: pastellfarbene Häuser, rote Ziegeldächer, oft liebevoll gepflegt. Immer wieder ragen Wassertürme am Horizont auf – typische Landmarken dieser Region, die früher die Wasserversorgung der Gemeinden sicherten. Bild: Plötzlich taucht ein Soldatenfriedhof auf. Tausende weiße Kreuze stehen in Reih und Glied – ein stiller, nachdenklicher Moment. Diese Gegend war im Ersten Weltkrieg hart umkämpft. Man fährt weiter, aber der Anblick bleibt im Kopf. In den Dörfern fallen die Kirchen auf: hohe, spitze Türme, oft das Zentrum des Ortes. Und dann ein kleines Highlight am Wegesrand: Eine alte Citroën 2CV – liebevoll „Ente“ genannt – tuckert vor mir her. Dieses Kultauto aus Frankreich, gebaut von 1949 bis 1990, war einst als einfaches, robustes Fahrzeug für die Landbevölkerung gedacht. Heute ist es ein rollendes Stück Nostalgie, und ich folge ihr eine ganze Weile mit einem Lächeln im Gesicht. Es ist schon nach Mittag, als ich in Abreschviller eine Pause einlege. Am Bahnhof der Waldbahn – einer historischen Schmalspurbahn, die früher Holz aus den Vogesen transportierte und heute als Touristenattraktion dient – packe ich meine morgens geschmierten Brötchen aus. Nebenan plätschert ein malerisches Wehr, eingerahmt von Bäumen – ein perfekter Ort zum Durchatmen.
Bild: in Abreschviller am Bahnhof der Waldbahn Danach wird die Strecke noch schöner. Wälder nehmen zu, die Luft wird frischer – ich habe das Elsass erreicht. Es geht Richtung Col du Donon, einem markanten Berg in den Vogesen. Die Straßen werden kurviger, schmaler, und genau das macht jetzt richtig Spaß. Kaum Verkehr, dafür Kurve um Kurve – Motorradfahren in seiner schönsten Form. Der Col du Donon selbst ist ein geschichtsträchtiger Ort: Schon in der Antike befand sich hier ein Heiligtum, später ein Tempel, dessen Nachbau heute noch auf dem Gipfel steht. Allerdings ist dieser nur zu Fuß erreichbar – ein Ziel für Wanderer, nicht für Motorradfahrer. Am Nachmittag wird es dann doch überraschend warm. Ich halte kurz an und passe meine Kleidung an – ein Luxusproblem, wenn man bedenkt, wie gut das Wetter heute ist. Kurz vor der deutschen Grenze bei Freiburg tanke ich noch einmal. In Frankreich ist der Sprit aktuell über 10 Cent pro Liter günstiger als in Deutschland – ein Unterschied, der sich bemerkbar macht, gerade jetzt, wo die Preise durch geopolitische Spannungen, unter anderem im Nahen Osten, deutlich gestiegen sind. Die Landschaft wird flacher, je näher ich der Grenze komme. Auf deutscher Seite gibt es noch vereinzelt Grenzkontrollen, doch ich werde wie die meisten einfach durchgewunken. Dann ein typisches Bild für diese Jahreszeit: Spargelfelder. Überall stehen Autos am Straßenrand – Erntehelfer bei der Arbeit. Ein sicheres Zeichen, dass der Frühling endgültig angekommen ist. Kurz darauf beginnt der Schwarzwald. Die Straßen schlängeln sich hinauf, oft eng, oft kurvig – genau mein Ding. Ich erreiche Höhen von über 850 Metern. In den schattigen Abschnitten liegt tatsächlich noch etwas Schnee, während die Sonne bereits kräftig wärmt. Ein faszinierender Kontrast. Nach 364 Kilometern erreiche ich gegen halb fünf mein Tagesziel: das Hotel-Gasthaus Adler in Schopfheim. Ich bin etwas erschöpft, aber vor allem zufrieden. Ein erster Tag voller Eindrücke liegt hinter mir – von Industrie und Geschichte über weite Landschaften bis hin zu kurvigen Waldstraßen. Und das war erst der Anfang.
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