|
Guten Morgen! Ja, Mitternacht ist schon vorbei!Wenn das Motorrad und Reisen deine Hobbies sind, dann bist Du hier richtig.Diese Seiten entstanden vor vielen Jahren einmal aus der Idee Reiseberichte - die ja nach einem Urlaub sowieso von mir angelegt werden direkt auf der Tour zu verfassen in auf dem Weg liegenden Internet-Café oder Unterkünften mit Internet-Zugang - Facebook und Smartphones gab es damals ja noch nicht. Die Bearbeitung nach dem Urlaub wird hierdurch erleichtert, Eindrücke sind frischer und geraten auch nicht so schnell in Vergessenheit und alle diejenigen, die nicht mitfahren konnten, können sich so über meine/unsere Erlebnisse noch während der Abwesenheit informieren. Auch freue ich mich natürlich, wenn ich unterwegs von euch etwas hören - besser lesen - kann z.B. im Gästebuch. Das darf natürlich auch benutzt werden, wenn ich wieder zuhause bin.
Nachdem mittlerweile viele Bilder früherer Reisen digitalisiert sind, entschied ich, auch diese teilweise hier zu veröffentlichen. Zu einigen lagen ja auch schon Reisebeschreibungen vor, zu anderen gibt es leider oft nur bruchstückhafte Erinnerungen. Einige Bilder blieben auch ohne Text - Der/die ein oder andere Beteiligte kann ja über das Kommentarfeld, das sich immer im unteren Teil einer Seite befindet, gerne noch etwas hinzufügen.
Eine kurze Benachrichtigung wäre auch schön, falls Links nicht mehr funktionieren oder nicht mehr aktuell sein sollten. Es wünscht euch immer eine Handvoll Asphalt unter dem Reifen PS.: Dass ich mittlerweile nicht mehr in Wissel wohne, haben wohl schon die meisten mitbekommen ;-) Trier ist zu meiner neuen Heimat geworden, doch der Seitentitel bleibt unverändert. Aktuelles13.04.2026Marokko ’26 – Tag 26: Tafraoute → Taroudant (177 km)
Bild: die Kasbah von Tizourgane - eine Speicherburg
Karte: die voraussichtliche Strecke mit aktuellem Standort: Unsere heutige Fahrt wieder nach Norden versprach Veränderung – und genau das ist es ja, was diese Reise durch Marokko so besonders macht: Kaum hat man sich an eine Landschaft gewöhnt, öffnet sich schon die nächste. Schon kurz nach dem Start wurde die Straße schmaler, kurviger, einsamer. Die Felsen wichen allmählich sanfteren Hügeln, die Farben wurden erdiger, die Vegetation spärlich dichter. Unser erster Halt führte uns zur Kasbah von Tizourgane, die wie ein Adlerhorst auf einem Bergrücken thront. Diese alte Speicherburg – ein sogenanntes „Agadir“ – stammt vermutlich aus dem 13. Jahrhundert und diente den umliegenden Berberdörfern als gemeinschaftlicher Vorratsspeicher und Schutzanlage. Die dicken Mauern, die schmalen Zugänge und die strategische Lage zeigen eindrucksvoll, wie wichtig Sicherheit und Vorratshaltung in dieser kargen Region einst waren. Von oben bot sich uns ein weiter Blick über die umliegenden Täler – ein Ort, der Geschichte ausstrahlt. Noch bevor wir Ait Baha erreichten, kamen wir bei Ait Ighil an einem weiteren Agadir vorbei, der gut sichtbar oberhalb der Straße lag. Neugierig folgten wir dem kleinen Weg dorthin, parkten die Motorräder vor der stillen, verschlossenen Anlage. Es dauerte nicht lange, bis ein älterer Mann auftauchte – offenbar der Hüter dieses Ortes – und uns mit einem großen Schlüssel Einlass gewährte.
Bild: Im Agadir von Ait Ighil
Hinter den dicken Lehm- und Stein-mauern reihen sich zahlreiche kleine Kammern aneinander – jede gehörte einst einer Familie aus dem Dorf. Hier wurden Getreide, Öl, Datteln, Dokumente und sogar wertvolle Gegenstände gelagert, geschützt vor Diebstahl und den Unwägbarkeiten der Natur. Die Architektur ist funktional und zugleich beeindruckend: enge Gänge, kleine Türen, massive Holzverschlüsse. Oft gab es nur einen einzigen Zugang, der streng bewacht wurde. Auch die Rolle eines Verwalters oder Wächters war traditionell festgelegt – jemand, der die Schlüssel verwahrte und den Zugang kontrollierte. Genau so jemand schien uns hier gegen-überzustehen. Auch wenn die Verständigung schwierig war, war die Begegnung besonders. Es war einer dieser Momente, in denen Worte gar nicht nötig sind – ein Nicken, ein Lächeln, und man versteht sich. Beim Durchstreifen der Anlage konnten wir uns gut vorstellen, wie hier über Jahrhunderte hinweg das Überleben ganzer Dorfgemeinschaften gesichert wurde. Weiter ging es durch eine Landschaft, die sich erneut wandelte. Wir erreichten das Gebiet um den Oued bzw. Stausee bei Aït Baha – ein Wasserreservoir, das in dieser trockenen Region von großer Bedeutung ist. Hier sammelte sich überraschend viel Leben: Kinder spielten an der Straße, und unsere Motorräder wurden sofort zum Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.
Bild: Mit strahlenden Augen wollten einige von ihnen unbedingt einmal darauf sitzen – ein Wunsch, den wir ihnen natürlich gerne erfüllten. Bild: In Ait Baha legten wir dann eine erste richtige Pause ein. Der kleine Ort liegt eingebettet zwischen dem Anti-Atlas und den ersten Ausläufern der fruchtbareren Ebenen Richtung Atlantik. Bekannt ist die Region vor allem für den Arganbaum – und tatsächlich sahwn wir hier immer wieder diese knorrigen Bäume, die sich scheinbar mühelos an die trockenen Bedingungen angepasst haben. Bei einem Kaffee beobachteten wir das ruhige Treiben im Ort. Auch einige vermutlich deutsche Radfahrer hatten es tatsächlich bis hierher geschafft. Bild: Nicht lange danach wurden wir jäh aus unserem Rhythmus gerissen: Einige Schafe lagen auf der Straße – ganz entspannt mitten auf dem Asphalt. In Marokko ist das nichts Ungewöhnliches: Tiere haben hier oft Vorrang, und Straßen sind eben auch Lebensraum. Sie ließen sich Zeit, und wir ebenso. Je weiter wir nach Norden kamen, desto klarer wurde die Luft – und irgendwann tauchten sie wieder auf: die schneebedeckten Gipfel des Hoher Atlas am Horizont. Ein fast surrealer Anblick nach den eher warmen und trockenen Regionen der letzten Tage. Diese Kontraste machen Marokko so einzigartig: Wüste, Gebirge, fruchtbare Täler – alles liegt oft nur wenige Stunden auseinander.
Bild: Gegen 14 Uhr erreichten wir bereits Taroudant, eine Stadt, die oft als „kleines Marrakesch“ bezeichnet wird, aber ihren ganz eigenen, ruhigeren Charakter bewahrt hat. Umgeben von mächtigen, fast vollständig erhaltenen Stadtmauern aus dem 16. Jahrhundert, wirkt Taroudant wie eine Oase der Gelassenheit. Unser Ziel war das charmante Dar Tourkia Maison d'hotes, ein liebevoll geführtes Gästehaus mit Innenhof, Palmen und – genau das Richtige nach der Fahrt – einem einladenden Pool. Es dauerte nicht lange, bis wir in der Sonne lagen und die wohligen 25 Grad genossen. Bild: Taroudant, umgeben von einer mächtigen, fast vollständig erhaltenen Stadtmauer Am frühen Abend ließen wir uns mit einer Kutsche in die Medina fahren – ein Erlebnis für sich. Die Altstadt von Taroudant ist weniger touristisch überlaufen als andere große Städte, dafür umso authentischer. Enge Gassen, kleine Werkstätten, Händler, die ihre Waren anbieten – alles wirkt lebendig und gleichzeitig entspannt. Besonders rund um den Place Assarag, den zentralen Platz der Stadt, pulsiert das Leben. Hier fanden wir auch ein kleines Restaurant, in dem wir ein klassisches dreigängiges Menü genossen: eine würzige Hähnchen-Tajine und frisches Obst zum Abschluss.
Bild: Wolfgang in der Medina von Taroudant beim Schuh-Einkauf Mit vollen Bäuchen machten wir uns später zu Fuß auf den Rückweg – und gerieten prompt wieder in das verwirrende Labyrinth der Medina. Die Gassen wurden dunkler, schmaler, und unser Handy schien zunehmend die Orientierung zu verlieren. Unbeleuchtete Fahrzeuge, Fahrräder, Menschen – alles bewegte sich durcheinander, und doch hatte dieses Chaos eine gewisse Ordnung. Letztlich war es wohl eine Mischung aus Intuition und Glück, die uns wieder zurück zum Hotel führte. Dort ließen wir den Tag bei einem letzten Bierchen ausklingen. Müde, satt und voller Eindrücke fiel es nicht schwer, ins Bett zu sinken – mit dem beruhigenden Gefühl, wieder einen dieser besonderen Reisetage erlebt zu haben, an denen sich Landschaft, Begegnungen und kleine Abenteuer zu einem stimmigen Ganzen fügen.
RückblickHeute ist der Tag, an ich vor genau 4 Jahren durch die Toskana und Ligurien bis zum Orta-See gefahren bin.
"... entschied ich mich diesmal für eine recht kurzweile Fahrt durch die sanften Hügellanndschaften der Toskana. Vorbei an einigen hübschen mittelalterlichen Städten, an schier unendlichen Weinhängen und den Zypressen, die zu verträumten Anwesen führen."
H i e r mehr dazu.
Erinnerst Du dich?
![]() ein Zufallsbild aus: ./Reisen/2023Schottenring/2/ Bereits freigeschaltete Kommentare:
|
Termine 2026Vielleicht trifft man sich dort? 09.-11.01.2026
Dreikönigstreffen Binnen Döörin Ahaus 52,0663507, 7,0159115 27.02. - 01.03.2026
37. Altes Elefantentreffenauf dem Ferien- und Freizeitpark "Camping am Nürburgring" 19.03. - 27.04.2026
Marokko Rif-Gebirge, Wüste, Hoher Atlas und AtlantikMit Wolfgang auf Motorradtour durch Marokko 08.-10.05.2026
Maisuppe-Essen beim NikolausDas Motorradtreffen am Niederrhein in Goch -Pfalzdorf 29.06. - 03.07.2026
HARZ - KURVENJAGD IM HEXENLANDEntdecke mit mir als Tourguide den Harz - ein Paradies für Motorradliebhaber! 28. bis 30.08.2026
35. EGT 2026Zelt/Camping-Treffen mit Selbstversorgung in Weiswampach /LUX 27. bis 28.11.2026
27. NikolaustreffenWaldspielplatz auf der Geul 56814 Bremm 11. bis 13.12.2026
Manni's Tonnentreffenauf der Boldt-Ranch in Goch-Pfalzdorf
|