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Guten Abend!Wenn das Motorrad und Reisen deine Hobbies sind, dann bist Du hier richtig.Diese Seiten entstanden vor vielen Jahren einmal aus der Idee Reiseberichte - die ja nach einem Urlaub sowieso von mir angelegt werden direkt auf der Tour zu verfassen in auf dem Weg liegenden Internet-Café oder Unterkünften mit Internet-Zugang - Facebook und Smartphones gab es damals ja noch nicht. Die Bearbeitung nach dem Urlaub wird hierdurch erleichtert, Eindrücke sind frischer und geraten auch nicht so schnell in Vergessenheit und alle diejenigen, die nicht mitfahren konnten, können sich so über meine/unsere Erlebnisse noch während der Abwesenheit informieren. Auch freue ich mich natürlich, wenn ich unterwegs von euch etwas hören - besser lesen - kann z.B. im Gästebuch. Das darf natürlich auch benutzt werden, wenn ich wieder zuhause bin.
Nachdem mittlerweile viele Bilder früherer Reisen digitalisiert sind, entschied ich, auch diese teilweise hier zu veröffentlichen. Zu einigen lagen ja auch schon Reisebeschreibungen vor, zu anderen gibt es leider oft nur bruchstückhafte Erinnerungen. Einige Bilder blieben auch ohne Text - Der/die ein oder andere Beteiligte kann ja über das Kommentarfeld, das sich immer im unteren Teil einer Seite befindet, gerne noch etwas hinzufügen.
Eine kurze Benachrichtigung wäre auch schön, falls Links nicht mehr funktionieren oder nicht mehr aktuell sein sollten. Es wünscht euch immer eine Handvoll Asphalt unter dem Reifen PS.: Dass ich mittlerweile nicht mehr in Wissel wohne, haben wohl schon die meisten mitbekommen ;-) Trier ist zu meiner neuen Heimat geworden, doch der Seitentitel bleibt unverändert. Aktuelles09.04.2026Marokko ’26 – Tag 22: Ait Ben Hadou → Toubkal D'Atlas Tifnoute (159 km)
Bild: weiter in Richtung Marrakesch
Karte: die voraussichtliche Strecke mit aktuellem Standort: Bild: Der Abschied von Aït-Ben-Haddou fiel leichter als gedacht. Vielleicht, weil wir wussten, dass hinter der nächsten Kurve wieder dieses andere Marokko wartet – das ruhigere, rauere, weniger inszenierte. Kaum hatten wir die letzten Reisebusse hinter uns gelassen, wurden die Straßen schmaler, stiller, persönlicher. Zwar meist befestigt heute, aber oft nur ein schmales Band Asphalt, das sich durch die Landschaft schlängelte.
Bild: Steine-verkäufer mit selbstge-bauter Bohr-maschine
Schon nach wenigen Kilometern dieser typische Moment: Fotostopp, Motorräder abgestellt, Helm runter – und plötzlich steht man nicht mehr allein. Ein Mopedfahrer gesellte sich zu uns, freundlich, geschäftstüchtig, mit einem kleinen Schatz an Steinen und Mineralien im Gepäck. Besonders faszinierend war seine selbstgebaute Bohrmaschine: ein einfaches, fast archaisches Werkzeug. Ein Holzstab, unten ein Bohrer, darum ein Seil gewickelt, oben ein Griff. Durch rhythmisches Ziehen am Seil wird der Stab in Rotation versetzt – das Gewicht eines Steins sorgt für den nötigen Schwung und Druck. Im Prinzip ein uraltes Prinzip, verwandt mit dem sogenannten „Bogenbohrer“, wie er seit Jahrtausenden genutzt wird. Einfach, effektiv – und irgendwie beeindruckend, wie wenig es braucht, um präzise Löcher in harten Stein zu treiben. Kaum war das Geschäft gemacht, zog er weiter, immer auf der Suche nach der nächsten Gelegenheit. Und dann wieder diese Landschaft. Kaum greifbar, wie schnell sie sich verändert. Hinter jeder Kurve neue Farben, neue Formen. Heute dominierte ein intensives Rot – fast unwirklich. Diese Farbe stammt vor allem von Eisenoxiden im Gestein und im Boden. Durch Verwitterung und Oxidation färbt sich das ursprünglich hellere Material in dieses satte Rot, das je nach Lichteinfall fast zu glühen scheint. Gerade hier am Rand des Hohen Atlas zeigt sich die Geologie besonders offen – Schicht um Schicht, gefaltet, zerbrochen, freigelegt. Bild: Einmal abklat-schen bitte!
Während wir weiter in Richtung Marrakesch fuhren, tauchten am Horizont plötzlich erste schneebedeckte Gipfel auf. Ein surrealer Anblick nach all den trockenen Tälern und staubigen Ebenen. Der Hoher Atlas ist hoch genug, um selbst im Frühjahr noch Schnee zu tragen. Gipfel über 4000 Meter, darunter der Jbel Toubkal, sammeln im Winter große Schneemengen, die langsam schmelzen und die Täler mit Wasser versorgen – Lebensader für viele Regionen. Bild: Man ist nie allein auf Marokkos Straßen, Unser erster geplanter Halt war die Kasbah Telouet. Einst prachtvoller Sitz der mächtigen Glaoui-Familie, insbesondere von Thami El Glaoui, einem der einflussreichsten Paschas des frühen 20. Jahrhunderts. Von außen wirkt sie heute eher unscheinbar, fast schon verfallen. Innen allerdings sollen sich noch immer reich verzierte Räume mit Zedernholzdecken, Stuck und bunten Fliesen verstecken – zumindest in Teilen. Wir haben uns den Besuch allerdings erspart. Der Ort Telouet selbst wirkt ruhig, abgelegen, fast ein wenig vergessen. Früher lag er an einer wichtigen Karawanenroute zwischen Marrakesch und der Sahara. Heute verirren sich nur noch wenige Reisende hierher – was ihm einerseits Authentizität verleiht, andererseits aber auch eine gewisse Melancholie.
Bild: Ein paar Kilometer weiter dann ein ganz anderer Moment: eine improvisierte, „rollende“ Kaffeebar am Straßenrand – **Karim Coffee Nomad**. Kein fester Laden, sondern eher ein mobiler Treffpunkt. Karim, offen, herzlich, mit einem breiten Lächeln und erstaunlich viel Geduld für unsere sprachlichen Verrenkungen. Solche Begegnungen bleiben hängen – nicht spektakulär, aber ehrlich. Kurz darauf erreichten wir den Tizi n'Tichka, mit etwa 2260 Metern der höchste asphaltierte Pass Marokkos. Die Straße dorthin ist ein Erlebnis für sich: enge Kehren, steile Abhänge, ständig wechselnde Perspektiven. Hier oben weht oft ein kühler Wind, und auch heute war es deutlich frischer als unten in den Tälern – vielleicht nur noch um die 10–15 °C, während es am Morgen deutlich wärmer gewesen war. Ein Treffpunkt für Reisende aller Art: Motorradfahrer, Radfahrer, neugierige Touristen. Gespräche entstehen schnell, man teilt Geschichten, Routen, Eindrücke. Bild: Hinter dem Pass wurde es wieder ruhiger. Kaum Verkehr, dafür Leben auf eine andere Weise: Schafe auf der Straße, die sich nur widerwillig bewegen lassen, Frauen, die mit Kühen unterwegs sind. In vielen dieser abgelegenen Regionen basiert das Leben noch stark auf Subsistenzwirtschaft – kleine Herden, etwas Landwirtschaft, einfache Strukturen. Oft sind es die Frauen, die einen Großteil der täglichen Arbeit tragen: Wasser holen, Tiere versorgen, Felder bestellen. Ein hartes Leben, geprägt von Rhythmus und Notwendigkeit, nicht von Terminkalendern.
Bild: Warten am Toubkal d’Atlas Tifnoute auf Einlass
Gegen 16 Uhr erreichten wir schließ-lich unser Ziel: das **Toubkal d’Atlas Tifnoute**. Abgelegen, still – vielleicht ein bisschen zu still. Alles ver-schlossen, kein Mensch weit und breit. Ein kurzer Moment der Unsicher-heit. Dann dieser junge Mann, der uns beobachtet hatte, Hilfe anbietet, seinen Bruder organisiert. Eine halbe Stunde später Bewegung, Schlüssel, ein erstes Aufatmen. Die Realität vor Ort: Das Riad ist aktuell im Umbau. Staub, Farbreste, unfertige Ecken. Nichts vorbereitet, nichts wirklich bereit für Gäste. Und doch: irgendwie wird es möglich gemacht. Ein bisschen kehren, ein bisschen improvisieren, Betten notdürftig hergerichtet. Kein Komfort, kein Luxus – aber ein Dach über dem Kopf in einer Gegend, in der Alternativen rar sind.
Bild: in unserer heutigen Unterkunft Das Gebäude selbst lässt erahnen, was es einmal sein soll: großzügig, fast herrschaftlich angelegt. Mit etwas Fantasie erkennt man den zukünftigen Charme. Die versprochene Sauna blieb allerdings verborgen – vielleicht noch Teil der Baustelle. Am Ende sitzen wir da, mit einem Glas Tee in der Hand – der in Marokko nie fehlt – und sind einfach nur froh, hier zu sein. In dieser Einsamkeit, irgendwo zwischen Bergen und Himmel. Der junge Mann verspricht, morgen früh wiederzukommen, Frühstück zu machen. 8 Uhr. Und wir glauben ihm. --- Am Abend dann noch eine dieser Nachrichten, auf die man unterwegs eigentlich gut verzichten kann: Unsere Fähre von Tanger nach Genua am 20. April wurde gestrichen. Erst einmal ein kurzer Moment der Ernüchterung – schließlich hängt an so einem Termin ja immer ein ganzer Rattenschwanz an Planung. Die Versuche, das Ganze von hier aus zu regeln, verliefen allerdings ziemlich schnell im Sand. Sprachbarrieren, schlechte Verbindungen, unklare Zuständigkeiten – es ist eines dieser typischen Reiseerlebnisse, bei denen man merkt, wie kompliziert selbst einfache Dinge werden können, wenn man nicht im eigenen Land ist. Umso besser, wenn man Hilfe im Hintergrund hat: Steffi hat das Ganze von zuhause aus für uns geregelt und die Überfahrt kurzerhand auf den 23. April umgebucht. Eine große Erleichterung. Und eigentlich zeigt genau das auch wieder die andere Seite des Reisens: Früher hätte uns so eine Änderung vermutlich ziemlich aus dem Konzept gebracht. Heute nehmen wir es gelassener. Drei Tage mehr oder weniger – das ist kein Problem mehr. Im Gegenteil: Es ist geschenkte Zeit. Zeit, die wir hier noch verbringen dürfen, ohne sie irgendwo „einplanen“ zu müssen. Ein schöner Gedanke, den wir bei einem Glas Tee in der Abendruhe dieses unfertigen Riads noch eine Weile haben nachklingen lassen.
RückblickHeute ist der Tag, an dem wir vor genau 3 Jahren zur Reise nach Marokko aufgebrochen sind.
... Hatte ich wirklich an alles gedacht und nichts vergessen einzupacken? Mehrfach war ich meine Checkliste durchgegangen und hatte immer wieder etwas Neues entdeckt, was unbedingt noch dabei sein musste.
H i e r mehr dazu.
Erinnerst Du dich?
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