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Hallo!Wenn das Motorrad und Reisen deine Hobbies sind, dann bist Du hier richtig.Diese Seiten entstanden vor vielen Jahren einmal aus der Idee Reiseberichte - die ja nach einem Urlaub sowieso von mir angelegt werden direkt auf der Tour zu verfassen in auf dem Weg liegenden Internet-Café oder Unterkünften mit Internet-Zugang - Facebook und Smartphones gab es damals ja noch nicht. Die Bearbeitung nach dem Urlaub wird hierdurch erleichtert, Eindrücke sind frischer und geraten auch nicht so schnell in Vergessenheit und alle diejenigen, die nicht mitfahren konnten, können sich so über meine/unsere Erlebnisse noch während der Abwesenheit informieren. Auch freue ich mich natürlich, wenn ich unterwegs von euch etwas hören - besser lesen - kann z.B. im Gästebuch. Das darf natürlich auch benutzt werden, wenn ich wieder zuhause bin.
Nachdem mittlerweile viele Bilder früherer Reisen digitalisiert sind, entschied ich, auch diese teilweise hier zu veröffentlichen. Zu einigen lagen ja auch schon Reisebeschreibungen vor, zu anderen gibt es leider oft nur bruchstückhafte Erinnerungen. Einige Bilder blieben auch ohne Text - Der/die ein oder andere Beteiligte kann ja über das Kommentarfeld, das sich immer im unteren Teil einer Seite befindet, gerne noch etwas hinzufügen.
Eine kurze Benachrichtigung wäre auch schön, falls Links nicht mehr funktionieren oder nicht mehr aktuell sein sollten. Es wünscht euch immer eine Handvoll Asphalt unter dem Reifen PS.: Dass ich mittlerweile nicht mehr in Wissel wohne, haben wohl schon die meisten mitbekommen ;-) Trier ist zu meiner neuen Heimat geworden, doch der Seitentitel bleibt unverändert. Aktuelles07.04.2026Marokko ’26 – Tag 20: Roses Valley → Ait Ben Hadou (153 km)
Bild: am Noor Solar Complex, dem Sonnenkraftwerk bei Quarzazate
Karte: die voraussichtliche Strecke mit aktuellem Standort:
Bild: ein ausgiebiges Frühstück zum Abschied Der Tag begann heute ungewöhnlich ruhig – fast schon entschleunigt im Vergleich zu den letzten Etappen durch den Hohen Atlas. Ein ausgiebiges Frühstück, bei dem wir uns Zeit ließen, noch einmal zurückzublicken auf die vergangenen Tage, während unter uns im Tal die Kasbah mit ihren zahlreichen Störchen lag.
Bild: Die großen Vögel wirkten, als würden sie sich sammeln, als hätten auch sie eine Reise vor sich. Tatsächlich nutzen viele Weißstörche Marokko als Winterquartier, bevor sie im Frühjahr in großen Gruppen zurück nach Europa ziehen – über die Straße von Gibraltar oder entlang der östlichen Route. Die Tiere, die man hier sieht, stammen oft aus Spanien, Frankreich oder sogar Deutschland. Noch wirken sie entspannt, doch bald werden sie sich aufmachen, getragen von Thermik und Instinkt. Dann ging es los – heute ausschließlich auf Asphalt. Nach all den rauen Pisten, Schotterstrecken und kurvigen Passstraßen fühlte sich das fast schon ungewohnt an. Die Strecke durch das Rosental und weiter Richtung Ouarzazate zeigte sich deutlich zahmer. Und doch blieb dieses typische marokkanische Phänomen: Landschaften wechseln hier in erstaunlicher Geschwindigkeit. Eben noch grüne Oasen mit dichtem Palmenbestand, dann wieder karge, steinige Flächen, die sich in gedeckten Rot- und Brauntönen bis zum Horizont ziehen. Das Wetter heute zeigte sich meist bewölkt, die Sonne war nur selten zu sehen, aber mit Temperaturen von etwas über 20 Grad war es angenehm mild – genau richtig zum Fahren, ohne die extreme Hitze der südlicheren Regionen. In El-Kelaa M’Gouna, dem Zentrum der Rosenproduktion, ergab sich wieder eine dieser kleinen Begegnungen, die eine Reise besonders machen. Während Wolfgang Geld holen war und ich an der Tankstelle wartete, sprach mich ein junger Mann an. Ob ich ein Influencer sei – wegen der Kamera auf dem Helm. Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. „Na klar.“ Ein Selfie später war er glücklich, als hätte er gerade einen kleinen Moment Berühmtheit eingefangen. Bild: Are you an influencer?
Bild: Später hielten wir in Ait Sedrate Sahl El Gharbia. Oberhalb eines kleinen Geschäfts mit „Produits de Rose“ erhoben sich auffällige Felsformationen. Eine Treppe führte hinauf, und von dort oben bot sich ein weiter Blick über die Umgebung. Die Felsen wirkten nicht zufällig – teilweise schienen sie bearbeitet oder zumindest in früheren Zeiten genutzt worden zu sein. In dieser Region findet man immer wieder Spuren alter Speicheranlagen oder einfacher Behausungen, die geschickt in natürliche Felsstrukturen integriert wurden. Vielleicht waren es einst Rückzugsorte, vielleicht Lagerplätze – heute sind sie vor allem stille Zeugen einer Zeit, in der man sich den Gegebenheiten der Landschaft vollständig anpassen musste. Die Straße wurde danach zunehmend geradlinig. Lange, fast monotone Abschnitte, unterbrochen von Baustellen – ein Zeichen dafür, dass die Infrastruktur weiter ausgebaut wird. Mehrspurige Straßen sind hier keine Seltenheit mehr, besonders auf wichtigen Verbindungen. Links und rechts tauchten immer wieder Palmenhaine auf, die sich wie grüne Inseln durch die trockene Umgebung zogen.
Bild: Ein erster deutlicher Hinweis darauf, dass wir uns wieder stärker in touristischen Regionen bewegten, war der Besuch der Kasbah Amridil. Für die Besichtigung wurden rund vier Euro verlangt – für marokkanische Verhältnisse durchaus ein Zeichen für internationale Besucher. Die Kasbah selbst gehört zu den bekanntesten und am besten erhaltenen ihrer Art. Sie stammt aus dem 17. Jahrhundert und zeigt eindrucksvoll die traditionelle Lehmbauweise der Region. Innen findet man kleine Ausstellungen, die das frühere Leben dokumentieren – von Vorratsspeichern bis hin zu Wohnräumen. Nach der Besichtigung saßen wir noch bei einem Kaffee auf der Dachterrasse, um die Ruhe zu genießen in einem ansonsten zunehmend geschäftigen Umfeld.
Bild: der Turm im Noor Solar Complex
Weiter ging es Richtung Ouarza-zate zum Noor Solar Complex. Doch heute blieb der berühmte Lichtkegel aus. Der Grund lag sehr wahr-scheinlich im Wetter: Die Anlage funktioniert optimal bei direkter Sonnen-einstrahlung, da tausende Spiegel das Licht auf einen zentralen Turm bündeln. Bei starker Bewölkung fehlt diese direkte Strahlung – und bei starkem Wind werden die Spiegel aus Sicherheits-gründen oft in eine neutrale, horizontale Position gebracht, um Beschä-digungen zu vermeiden. Beides dürfte heute zusammen-gekommen sein. Der Noor Solar Complex wirkt in der kargen Weite südlich des Atlas fast wie ein technisches Wunder, das sich aus der Landschaft selbst heraus entwickelt hat. Dort, wo die Erde staubig und farblos erscheint, breitet sich plötzlich ein Meer aus Spiegeln aus – geordnet, präzise, beinahe hypnotisch in seiner Gleichmäßigkeit. Aus der Ferne sahen wir zunächst nur ein schimmerndes Feld, das im Licht flimmert. Beim Näherkommen erkannten wir, dass es tausende gebogener Spiegel sind, die sich langsam und lautlos bewegen. Sie folgen dem Lauf der Sonne wie Pflanzen, die sich zum Licht drehen. Jeder einzelne ist Teil eines riesigen Systems, das nichts anderes tut, als Sonnenstrahlen zu sammeln, zu bündeln und zu konzentrieren. Im Zentrum dieser scheinbar stillen Landschaft erhebt sich – zumindest bei einem der Teilkraftwerke – ein hoher Turm. Auf ihn richten sich unzählige dieser Spiegel. Dort oben entsteht bei klarem Himmel ein gleißend heller Punkt, fast unwirklich intensiv, als hätte man ein Stück Sonne auf die Erde geholt. Die gebündelte Energie erhitzt Flüssigkeiten auf extreme Temperaturen, erzeugt Dampf und treibt Turbinen an – im Grunde wie in einem klassischen Kraftwerk, nur dass hier kein Feuer brennt, sondern Licht genutzt wird. Was den Noor-Komplex besonders macht, ist nicht nur seine Größe – mit rund 580 Megawatt Leistung gehört er zu den größten Solarkraftwerken der Welt – sondern auch seine Fähigkeit, Energie zu speichern. In riesigen Tanks wird die Hitze in Form von geschmolzenem Salz konserviert. Dadurch kann das Kraftwerk auch nach Sonnenuntergang weiter Strom erzeugen, wenn die Spiegel längst stillstehen. Und genau das erklärt auch die Szene, die wir heute erlebt haben: Wenn die Sonne hinter Wolken verschwindet oder der Wind zu stark wird, verliert das System seine Grundlage. Ohne direkte Sonneneinstrahlung gibt es nichts zu bündeln – der Lichtkegel verschwindet. Und bei starken Böen werden die Spiegel oft in eine waagerechte, sichere Position gebracht, um sie vor Schäden zu schützen. Dann wirkt die gesamte Anlage plötzlich fast leblos, als hätte jemand den Schalter umgelegt. Trotzdem bleibt dieser Ort beeindruckend. Nicht laut, nicht spektakulär im klassischen Sinne – sondern eher still und monumental. Ein Ort, an dem man spürt, wie viel Aufwand nötig ist, um etwas so Flüchtiges wie Sonnenlicht in etwas Greifbares zu verwandeln.
Bild: Nicht weit davon entfernt machten wir noch einen Abstecher zum sogenannten „E.T. Head“ – einer kuriosen Felsformation, die tatsächlich an den Kopf der Filmfigur aus dem Spielberg-Klassiker erinnert. Diese Gegend rund um Ouarzazate ist ohnehin stark von Filmgeschichte geprägt, was solche kleinen „Attraktionen“ fast schon logisch erscheinen lässt. Bild: Ob Wolfgang dort die Erleuchtung gefunden hat, bleibt allerdings sein Geheimnis. Sieh dir diese Rezension von E.T. head auf Maps an! In Ouarzazate selbst zeigte sich dann wieder das typische Bild einer touristisch geprägten Stadt: lebhaft, geschäftig, mit entsprechend angepassten Preisen.
Bild: Unser kleiner Snack fiel dementsprechend etwas teurer aus – ein klassischer „Touristenpreis“, wie man ihn in solchen Orten schnell einmal bezahlt. Bild: Als wir an den Atlas Film Studios vorbeifuhren, setzte leichter Regen ein. Diese Studios gehören zu den größten der Welt und dienten als Kulisse für zahlreiche bekannte Filme und Serien – von *Gladiator* bis *Game of Thrones*. Ouarzazate trägt nicht umsonst den Beinamen „Hollywood Afrikas“. Nur wenige Kilometer weiter erreichten wir schließlich unsere Unterkunft, das La Fibule D'Or, mit direktem Blick auf die berühmte Lehmsiedlung von Ait Ben Haddou. Schon beim Ankommen war klar: Hier ist man endgültig wieder im Zentrum des Tourismus angekommen. Die alte Ksarbefestigung, UNESCO-Weltkulturerbe, zieht täglich zahlreiche Besucher an – nicht zuletzt wegen ihrer eindrucksvollen Architektur und ihrer Nutzung als Filmkulisse.
Bild: Biertrinken? Nur versteckt!
Für morgen haben wir uns bewusst etwas Ruhe vorgenommen. Die Motor-räder bleiben stehen. Früh am Morgen wollen wir noch vor den großen Besucher-strömen durch die Gassen der alten Siedlung gehen, die dortige Stimmung auf-nehmen, wenn alles noch ruhig ist. Danach ein entspanntes Frühstück – und dann einfach sehen, was der Tag bringt. Nach all den intensiven Etappen der letzten Tage fühlt sich genau das gerade richtig an.
RückblickHeute ist der Tag, an dem Adi und ich vor genau 7 Jahren auf unseren Motorrädern dem Land der Flamen und Fritten einen Besuch abstatteten.
"Um kurz vor neun steht Adi geschniegelt und gespornt mit seiner GS bei mir vor der Tür. Es verspricht ein sonniger Tag zu werden und so belassen wir es diesmal nur bei einem Kaffee bevor es losgeht wieder hinein ins deutsch-luxemburgische Grenzgebiet auf kleinen und kurvigen Sträßchen vorbei an Grenzflüssen wie Sauer oder Our..."
H i e r mehr dazu.
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ein Zufallsbild aus: ./Reisen/Ostern03/1/ Bereits freigeschaltete Kommentare:
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