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Guten Abend!Wenn das Motorrad und Reisen deine Hobbies sind, dann bist Du hier richtig.Diese Seiten entstanden vor vielen Jahren einmal aus der Idee Reiseberichte - die ja nach einem Urlaub sowieso von mir angelegt werden direkt auf der Tour zu verfassen in auf dem Weg liegenden Internet-Café oder Unterkünften mit Internet-Zugang - Facebook und Smartphones gab es damals ja noch nicht. Die Bearbeitung nach dem Urlaub wird hierdurch erleichtert, Eindrücke sind frischer und geraten auch nicht so schnell in Vergessenheit und alle diejenigen, die nicht mitfahren konnten, können sich so über meine/unsere Erlebnisse noch während der Abwesenheit informieren. Auch freue ich mich natürlich, wenn ich unterwegs von euch etwas hören - besser lesen - kann z.B. im Gästebuch. Das darf natürlich auch benutzt werden, wenn ich wieder zuhause bin.
Nachdem mittlerweile viele Bilder früherer Reisen digitalisiert sind, entschied ich, auch diese teilweise hier zu veröffentlichen. Zu einigen lagen ja auch schon Reisebeschreibungen vor, zu anderen gibt es leider oft nur bruchstückhafte Erinnerungen. Einige Bilder blieben auch ohne Text - Der/die ein oder andere Beteiligte kann ja über das Kommentarfeld, das sich immer im unteren Teil einer Seite befindet, gerne noch etwas hinzufügen.
Eine kurze Benachrichtigung wäre auch schön, falls Links nicht mehr funktionieren oder nicht mehr aktuell sein sollten. Es wünscht euch immer eine Handvoll Asphalt unter dem Reifen PS.: Dass ich mittlerweile nicht mehr in Wissel wohne, haben wohl schon die meisten mitbekommen ;-) Trier ist zu meiner neuen Heimat geworden, doch der Seitentitel bleibt unverändert. Aktuelles03.04.2026Marokko ’26 – Tag 16: Tamtetoucht → Dades → Agoudal (245 km)
Bild: oberhalb der berühmten Serpentinen der Dades-Schlucht
Karte: die voraussichtliche Strecke mit aktuellem Standort:
Bild: Unser Frühstück heute Morgen Kurz vor zehn rollten wir heute vom Hof unserer Unterkunft in Tamtetoucht, nicht ohne vorher noch ein letztes gemeinsames Foto mit unseren französischen Nachbarn gemacht zu haben – ebenfalls Motorradreisende, mit denen wir ins Gespräch gekommen waren.
Bild: letztes gemeinsames Foto mit unseren französischen Nachbarn Solche Begegnungen gehören zu dieser Reise genauso wie die Landschaft selbst. Man zieht weiter, trennt sich, und doch bleibt die leise Möglichkeit, sich irgendwo auf der Straße wiederzusehen. Sie hatten noch Zeit bis Anfang Mai und wollten auf dem Rückweg sogar noch durch Spanien und Frankreich – eine ganz eigene große Schleife.
Bild: die Landschaft kurz nach unserem Aufbruch Die ersten Kilometer führten uns durch vertrautes Terrain, doch schon bald änderte sich die Szenerie. Gegen Mittag erreichten wir M'Semrir, wo wir links auf die R704 abbogen – eine Straße, die tief hineinführt in die wildere, weniger erschlossene Seite des Hohen Atlas. Diese Strecke gilt als eine der eindrucksvollsten Verbindungen zwischen dem Dades-Tal und den Hochplateaus rund um Agoudal: schmal, kurvenreich, teilweise rau, aber landschaftlich überwältigend. Kurz hinter dem Abzweig wurde es stiller. Weniger Verkehr, mehr Weite. Wolfgang hielt plötzlich an und schenkte einem älteren Mann am Straßenrand seinen Weihnachtspullover. Der Mann nahm das Geschenk mit einem ruhigen Lächeln entgegen, ohne große Worte. Bild: Jetzt ist Wolfgang endlich seinen Pullover los. Am Horizont tauchten wenig später die ersten schneebedeckten Gipfel des Hoher Atlas auf. Selbst Anfang April liegt hier oben noch Schnee, besonders in Höhenlagen über 2500 Metern. Diese Bergkette ist das Rückgrat Marokkos, trennt klimatisch die fruchtbaren Regionen vom trockenen Süden und bietet mit ihren über 4000 Meter hohen Gipfeln eine völlig andere Welt als die Wüste, die wir erst kürzlich durchquert hatten.
Bild: In M’Semrir selbst hielten wir kurz am Ortseingang an. Ein paar einfache Läden, staubige Straßen, Kinder, die neugierig schauen – ich kaufte noch Wasser, bevor es weiterging. Der Ort lebt vor allem von Landwirtschaft und etwas Durchgangsverkehr, wirkt aber abgelegen und ursprünglich. Hinter dem Ort begann die Landschaft sich zu verändern – und zwar dramatisch. Die Berge wirkten plötzlich geschichtet, fast wie aufeinander gestapelte Platten. Diese Formationen sind das Ergebnis von Millionen Jahren geologischer Prozesse: Sedimentschichten, die angehoben, gefaltet und erodiert wurden.
Bild: Es entsteht ein fast surrealer Eindruck, als hätte jemand die Landschaft bewusst modelliert. Wenig später tauchten diese eigentümlichen, nebeneinanderliegenden „Buckel“ am Horizont auf – rundliche Hügel, gleichmäßig verteilt, fast wie Wellen aus Stein. Solche Formen entstehen oft durch unterschiedliche Erosionshärte des Gesteins: weichere Schichten tragen sich schneller ab, während härtere Partien stehen bleiben und diese sanften Kuppen bilden. Am Aussichtspunkt oberhalb der berühmten Serpentinen der Dades-Schlucht legten wir eine Pause ein. Die Straße windet sich hier in spektakulären Kehren den Hang hinauf – ein Paradies für Motorradfahrer und Fotografen. Entsprechend viele waren auch unterwegs: Reiseenduros, Geländewagen, Camper. Die Dades-Schlucht gehört zu den bekanntesten Naturattraktionen Marokkos, nicht zuletzt wegen dieser Straßenführung.
Bild: Wolfgang prüfte interessiert die ausgestellten Krummsäbel der Souvenirverkäufer – diesmal blieb es aber beim Anschauen. Da die nächste Tankstelle erst im etwa 25 Kilometer entfernten Dades lag, mussten wir die Serpentinen hinunterfahren, um nach Dades zu kommen. Danach ging es denselben Weg ein Stück zurück, bis wir schließlich die Abzweigung Richtung Agoudal nahmen – eine Strecke, die deutlich einsamer und ursprünglicher ist. Auffällig war heute, dass viele Einheimische festlich gekleidet unterwegs waren. Es war Freitag – und damit der wichtigste Gebetstag im Islam. Das Freitagsgebet, auch „Dschumu'a“ genannt, hat eine besondere Bedeutung, und viele Männer begeben sich dafür zur Moschee. Die Kleidung ist oft sauberer, traditioneller, manchmal sogar festlich – ein sichtbarer Unterschied zum Alltag.
Bild: Ein Eiweißriegel gefällig?
Am Nachmittag hielten wir an einem kleinen Campingplatz an einem Fluss. Solche Plätze sind oft einfache, aber idyllische Oasen entlang der Strecke – mit ein paar Bäumen, fließendem Wasser und der Möglichkeit, sich zu stärken. Ich bestellte mir ein Omelett mit Käse und Brot – schlicht, aber genau das Richtige nach den Kilometern auf dem Motorrad. Danach wurde die Strecke zunehmend anspruchsvoller. Die Straße stieg kontinuierlich an, und ab etwa 2600 Metern lagen immer wieder Schneefelder am Straßenrand. Die Luft wurde spürbar kühler – während wir unten im Tal noch milde Temperaturen hatten, lagen die Temperaturen hier oben um einige Grad darunter.
Bild: Auf dem Weg nach Agoudal überschritten wir schließlich die 2900-Meter-Marke – eine der höchstgelegenen befahrbaren Regionen Marokkos. Agoudal selbst ist ein kleines, abgelegenes Bergdorf, das lange Zeit im Winter von der Außenwelt abgeschnitten war. Die Menschen hier leben unter rauen Bedingungen, oft von Viehzucht und einfachen landwirtschaftlichen Tätigkeiten. Die Höhe, die Kälte und die Abgeschiedenheit prägen das Leben deutlich. Bild: Auffällig war heute auch, dass uns immer wieder Menschen am Straßenrand zum Anhalten bewegen wollten. Oft sind es Kinder oder Jugendliche, manchmal auch Erwachsene, die hoffen, dass Reisende anhalten – sei es aus Neugier, für ein Gespräch, für kleine Geschenke oder auch, um etwas zu verkaufen. Manchmal ist es einfach nur ein freundliches Winken, manchmal aber auch recht bestimmt. Es gehört hier zum Straßenbild, verlangt aber auch ein gewisses Gespür dafür, wann man anhält und wann man weiterfährt. Bild: Frau auf dem Weg mit ihrer Wäsche zum Fluss So endete ein Tag, der uns wieder einmal gezeigt hat, wie schnell sich in Marokko Landschaft, Klima und Eindrücke verändern können. Vom grünen Tal über bizarre Felsformationen bis hinauf in eine fast alpine Welt mit Schnee und eisiger Luft – und das alles auf zwei Rädern, mittendrin. Bild: Unsere heutige Unterkunft
RückblickHeute ist der Tag, an dem wir vor genau 37 Jahren unsere Osterferien in Portugal verbracht haben.
Zeit für Entspannung
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