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Guten Abend!Wenn das Motorrad und Reisen deine Hobbies sind, dann bist Du hier richtig.Diese Seiten entstanden vor vielen Jahren einmal aus der Idee Reiseberichte - die ja nach einem Urlaub sowieso von mir angelegt werden direkt auf der Tour zu verfassen in auf dem Weg liegenden Internet-Café oder Unterkünften mit Internet-Zugang - Facebook und Smartphones gab es damals ja noch nicht. Die Bearbeitung nach dem Urlaub wird hierdurch erleichtert, Eindrücke sind frischer und geraten auch nicht so schnell in Vergessenheit und alle diejenigen, die nicht mitfahren konnten, können sich so über meine/unsere Erlebnisse noch während der Abwesenheit informieren. Auch freue ich mich natürlich, wenn ich unterwegs von euch etwas hören - besser lesen - kann z.B. im Gästebuch. Das darf natürlich auch benutzt werden, wenn ich wieder zuhause bin.
Nachdem mittlerweile viele Bilder früherer Reisen digitalisiert sind, entschied ich, auch diese teilweise hier zu veröffentlichen. Zu einigen lagen ja auch schon Reisebeschreibungen vor, zu anderen gibt es leider oft nur bruchstückhafte Erinnerungen. Einige Bilder blieben auch ohne Text - Der/die ein oder andere Beteiligte kann ja über das Kommentarfeld, das sich immer im unteren Teil einer Seite befindet, gerne noch etwas hinzufügen.
Eine kurze Benachrichtigung wäre auch schön, falls Links nicht mehr funktionieren oder nicht mehr aktuell sein sollten. Es wünscht euch immer eine Handvoll Asphalt unter dem Reifen PS.: Dass ich mittlerweile nicht mehr in Wissel wohne, haben wohl schon die meisten mitbekommen ;-) Trier ist zu meiner neuen Heimat geworden, doch der Seitentitel bleibt unverändert. Aktuelles06.04.2026Marokko ’26 – Tag 19: Ait M'hamed → Roses Valley (186 km)
Bild: auf dem Col de Tizi N'Ait Hmed auf 3.005 m
Karte: die voraussichtliche Strecke mit aktuellem Standort: Bild: unser heutiges Frühstück Der Morgen begann still und klar, mit einem Frühstück, das wir kaum besser hätten inszenieren können: vor uns die schneebedeckten Gipfel des Hohen Atlas, deren weiße Kämme im ersten Licht fast unwirklich wirkten. Die Luft war kühl, vielleicht um die 6 oder 7 Grad, und zugleich von einer Klarheit, die man so nur in den Bergen findet.
Bild: Nach einem letzten Abschiedsfoto mit unseren herzlichen Vermietern fiel es fast ein wenig schwer, weiterzuziehen. Doch die Straße – oder besser gesagt das, was davon übrig war – rief. Zunächst ging es wieder zurück über den beschwerlichen Weg zur Hauptstraße. Lose Steine, ausgewaschene Passagen und schmale Spuren verlangten unsere volle Aufmerksamkeit. Kaum hatten wir diese erreicht, begann der eigentliche Aufstieg. Bild: Baustellen säumten den Weg, immer wieder wurde die Piste verbreitert oder neu befestigt – ein deutliches Zeichen dafür, dass sich diese abgelegene Region langsam verändert. Doch trotz aller Arbeiten bleibt das Fahren hier oben eine Herausforderung: Leitplanken oder sonstige Sicherungen sucht man meist vergebens. Bild: Oft trennt einen nur ein schmaler Streifen Schotter von einem mehrere hundert Meter tiefen Abgrund. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit könnte hier fatale Folgen haben. Entsprechend konzentriert und fast angespannt fuhren wir weiter bergauf, jede Kurve ein kleines Stück Arbeit.
Bild: die Goldene Milch
Gegen Mittag erreich-ten wir Timit, wo wir uns eine wohl-verdiente Kaffee-pause gönnten. Schon von Weitem fiel uns das Motorrad mit engli-schem Kenn-zeichen auf, das unterhalb des kleinen Cafés parkte. Sein Besitzer, ein freund-licher Rentner aus England, lebt inzwischen hier in der Gegend – ein Aussteiger, der offenbar genau das gefunden hat, was viele suchen. Schnell kamen wir ins Gespräch, und ebenso schnell wurde klar, dass auch dieser Ort eine besondere Geschichte hat: Die Betreiberin des Cafés ist eine Deutsche, die vor vielen Jahren gemeinsam mit ihrem marokkanischen Mann ein Schulprojekt ins Leben gerufen hat. Das Café dient dabei nicht nur als Treffpunkt für Reisende, sondern auch als finanzielle Grundlage für Bildungsangebote in der Region. Ein stilles, aber eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Engagement vor Ort tatsächlich etwas bewegen kann. (Hier was zum Weiterlesen.)
Bild: Schnell noch ein Abschiedsfoto Noch während wir unseren Kaffee tranken, fiel unser Blick auf eine schmale Straße, die sich weit entfernt wie ein heller Faden durch die dunklen Berghänge zog und scheinbar endlos nach oben wand. „Das geht aber hoch“, dachten wir – nicht ahnend, dass genau diese Strecke wenig später vor uns liegen würde. Als wir wieder aufbrachen, wurde schnell klar: Die Linie, die wir eben noch aus der Ferne betrachtet hatten, war nun unser Weg. Kehre um Kehre arbeiteten wir uns nach oben, die Landschaft wechselte dabei beinahe im Minutentakt – von kargen, steinigen Hängen zu ersten Schneeresten, die schließlich in zusammenhängende Schneefelder übergingen. Bild: auf dem Weg nach oben Gegen 14 Uhr erreichten wir den Tizi n’Ait Imi auf 2939 Metern. Hier oben war es spürbar kälter, nur noch etwa 8 Grad, und ein scharfer Wind blies über den Pass. Schneefelder lagen dicht neben der Piste, und die Szenerie wirkte rau und abweisend, fast schon hochalpin. Die Luft war dünner, jeder Atemzug bewusster, und gleichzeitig lag eine gewisse Faszination in dieser kargen Höhe. Lange hielten wir es hier jedoch nicht aus. Eine gute halbe Stunde später folgte eine Wasserdurchfahrt, die uns noch einmal voll forderte. Das Schmelzwasser hatte sich seinen Weg über die Piste gebahnt, eiskalt und überraschend tief. Vorsichtig tasteten wir uns hindurch, immer darauf bedacht, nicht auf den glitschigen Steinen den Halt zu verlieren. Das Wasser spritzte hoch, die Füße wurden nass, doch genau solche Momente sind es, die diese Reise so intensiv machen. Etwa eine Stunde später erreichten wir schließlich den Col de Tizi n’Ait Hmed auf 3005 Metern – der höchste Punkt des Tages. Hier oben pfiff ein eisiger Wind, der uns sofort durch die Kleidung fuhr. Es war einer dieser Orte, an denen man zwar unbedingt anhalten möchte, um den Moment festzuhalten, gleichzeitig aber genauso schnell wieder weiter will, weil die Kälte unerbittlich ist. Die Aussicht war gewaltig, doch der Wind ließ uns keine Wahl: nur ein kurzer Blick, dann ging es weiter. Mit jeder Kehre talwärts wurde es spürbar wärmer. Die Landschaft veränderte sich erneut – das Weiß des Schnees wich wieder erdigen Tönen, später ersten Grüntönen entlang kleiner Wasserläufe.
Bild: Immer wieder mussten wir kleine Flussdurchfahrten meistern, mal harmlos, mal etwas anspruchsvoller. Ab etwa 2400 Metern waren Schneefelder noch allgegenwärtig, doch darunter gewann die Landschaft schnell an Weichheit zurück. Unterwegs begegneten uns immer wieder freilaufende Esel, die stoisch am Wegesrand standen oder langsam die Piste kreuzten, als gehöre ihnen diese Welt ganz allein. Bild: Dazwischen tauchten vereinzelt Kinder auf, die am Straßenrand standen und mit ausgestreckten Händen um kleine Gaben baten – Begegnungen, die nachdenklich machen und die Gegensätze dieses Landes spürbar werden lassen.
Bild: Auch überladenen Lastwagen mit Stroh sahen wir heute wieder. Am späten Nachmittag erreichten wir schließlich das Vallée des Roses – und damit eine völlig neue Welt. Die Farben änderten sich schlagartig: warme Rottöne, ockerfarbene Hänge und bizarre Felsformationen, die tatsächlich wirkten, als hätte jemand riesige Bausteine übereinandergestapelt. Zwischen den Felsen schmiegen sich kleine Oasen mit Dattelpalmen und Feldern, und überall liegt dieser besondere, fast weiche Ton in der Landschaft, der dem Tal seinen Namen gegeben hat. Gerade im Licht des späten Nachmittags entfaltet diese Gegend eine ganz eigene Magie. Unsere Unterkunft, die Kasbah Itran, fügte sich perfekt in dieses Bild ein. Aus Naturmaterialien gebaut, mit viel Liebe zum Detail gestaltet, strahlt sie eine warme, ruhige Atmosphäre aus.
Bild: Aushang in unserem Hotel Von der Terrasse aus blickt man direkt in die umliegende Landschaft – ein Ort, an dem man sofort zur Ruhe kommt. Am Abend wurden wir mit einem köstlichen Drei-Gänge-Menü verwöhnt, natürlich durfte eine Tajine nicht fehlen: langsam geschmort, aromatisch gewürzt und genau das Richtige nach einem langen Tag in den Bergen.
Bild: Später, als es längst dunkel war, erklangen wieder Trommeln. Wie so oft auf dieser Reise versammelten sich Gäste und Gastgeber, um gemeinsam Musik zu machen. Diese Momente wirken nie aufgesetzt, sondern entstehen ganz selbstverständlich – als Ausdruck einer Kultur, in der Gemeinschaft und Rhythmus einfach dazugehören. Eigentlich hätten wir hier gern noch einen weiteren Tag verbracht, doch die Kasbah ist morgen bereits ausgebucht. So heißt es wieder weiterziehen. Unser nächstes Ziel ist Ait Ben Haddou, eine der bekanntesten Lehmburgen Marokkos, die wie aus der Zeit gefallen wirkt und schon unzähligen Filmen als Kulisse diente. Ein weiterer Ort, der verspricht, uns erneut in eine ganz andere Welt zu entführen.
RückblickHeute ist der Tag, an dem wir vor genau 37 Jahren unsere Osterferien in Portugal verbracht haben.
Rückfahrt im Regen
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![]() ein Zufallsbild aus: ./Reisen/DekraMotorradtreffenDresden2012/ Bereits freigeschaltete Kommentare:
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