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Guten Abend!Wenn das Motorrad und Reisen deine Hobbies sind, dann bist Du hier richtig.Diese Seiten entstanden vor vielen Jahren einmal aus der Idee Reiseberichte - die ja nach einem Urlaub sowieso von mir angelegt werden direkt auf der Tour zu verfassen in auf dem Weg liegenden Internet-Café oder Unterkünften mit Internet-Zugang - Facebook und Smartphones gab es damals ja noch nicht. Die Bearbeitung nach dem Urlaub wird hierdurch erleichtert, Eindrücke sind frischer und geraten auch nicht so schnell in Vergessenheit und alle diejenigen, die nicht mitfahren konnten, können sich so über meine/unsere Erlebnisse noch während der Abwesenheit informieren. Auch freue ich mich natürlich, wenn ich unterwegs von euch etwas hören - besser lesen - kann z.B. im Gästebuch. Das darf natürlich auch benutzt werden, wenn ich wieder zuhause bin.
Nachdem mittlerweile viele Bilder früherer Reisen digitalisiert sind, entschied ich, auch diese teilweise hier zu veröffentlichen. Zu einigen lagen ja auch schon Reisebeschreibungen vor, zu anderen gibt es leider oft nur bruchstückhafte Erinnerungen. Einige Bilder blieben auch ohne Text - Der/die ein oder andere Beteiligte kann ja über das Kommentarfeld, das sich immer im unteren Teil einer Seite befindet, gerne noch etwas hinzufügen.
Eine kurze Benachrichtigung wäre auch schön, falls Links nicht mehr funktionieren oder nicht mehr aktuell sein sollten. Es wünscht euch immer eine Handvoll Asphalt unter dem Reifen PS.: Dass ich mittlerweile nicht mehr in Wissel wohne, haben wohl schon die meisten mitbekommen ;-) Trier ist zu meiner neuen Heimat geworden, doch der Seitentitel bleibt unverändert. Aktuelles05.04.2026Marokko ’26 – Tag 18: Bin-el-Ouidane → Ait M’hamed (193 km)
Bild: Über der Schneegrenze im Hohen Atlas
Karte: die voraussichtliche Strecke mit aktuellem Standort:
Bild: Die Aussicht heute morgen auf den Bin-el-Ouidane
Gegen zehn Uhr rollten wir heute vom Hof – noch ein letzter Blick zurück auf den ruhigen, tiefblauen Stausee von Bin-el-Ouidane, der sich wie ein Fjord durch die Hügel zieht. Gleich zu Beginn führte uns die Straße über die mächtige Staumauer, ein Bauwerk aus der französischen Kolonialzeit, das hier nicht nur Strom erzeugt, sondern eine ganze Region mit Wasser versorgt. Von oben bot sich ein eindrucks-voller Blick auf das weit verzweigte Seebecken, dessen Ufer in sattem Grün leuchteten – ein Kontrast, den man in Marokko so nicht unbedingt erwartet. Wir folgten zunächst dem nördlichen Seeufer. Die Strecke schlängelte sich in sanften Kurven durch eine beinahe mediterran anmutende Landschaft. Fruchtbare Terrassen, kleine Felder, Olivenhaine – und immer wieder diese rote Erde, die im Sonnenlicht fast glühte.
Bild: Es wirkte stellenweise fast wie eine Oase aus Farben: grüne Wiesen, rötliche Hänge, dazwischen das Blau des Wassers.
Bild: Schafe grasten gemächlich, und hin und wieder sah man einfache Häuser aus Lehm, die sich perfekt in die Umgebung einfügten. Am östlichen Ende des Sees wechselten wir auf die R302, die uns zunächst nach Westen und dann zunehmend nach Südosten führte. Die Straße wurde schmaler, rauer, ursprünglicher. Steinbrüche säumten mancherorts den Weg – lose Steine, Staub, gelegentlich halb versperrte Fahrbahnen. Konzentration war gefragt. Gleichzeitig begann die Landschaft, sich zu verändern: Die sanften Hügel gingen allmählich in schroffere Formen über, die Täler wurden tiefer, die Vegetation spärlicher. Ein erster Höhepunkt des Tages war der Aussichtspunkt bei Almou n’Ait Aissa. Von hier aus öffnete sich der Blick weit über die zerfurchten Täler des Mittleren Atlas. Diese Region ist geprägt von tief eingeschnittenen Schluchten und verkarsteten Kalkformationen – eine wilde, fast dramatische Landschaft, die sich mit jeder Kurve neu inszeniert. Kurz darauf passierten wir „La Cathédrale“ von Imsfrane – eine beeindruckende Felsformation, die tatsächlich an die gewaltigen Pfeiler einer gotischen Kathedrale erinnert. Wind und Wasser haben hier über Jahrtausende eine Szenerie geschaffen, die fast surreal wirkt. Man fährt daran vorbei und fühlt sich plötzlich ganz klein zwischen diesen Naturgiganten.
Bild: La Cathédrale“ von Imsfrane Mit jedem Kilometer ging es weiter hinauf. Die Straße in Richtung Tizi n’Tissili wurde zunehmend anspruchsvoller: enger, steiler, staubiger. Am Straßenrand tauchten immer wieder kleine „Points d’eau“ auf – einfache Wasserstellen, an denen sich Mensch und Tier versorgen. In dieser abgelegenen Region sind sie lebenswichtig. Der Tizi n’Tissili ist keiner dieser Pässe, die sich mit einem großen Schild und einem klar definierten Scheitelpunkt ankündigen. Eigentlich merkt man erst nach und nach, dass man sich mitten in einem Übergang befindet – ein fast unauffälliger Wechsel von Landschaft, Höhe und Atmosphäre. Die Strecke dorthin ist das eigentliche Erlebnis. Sie führt immer tiefer hinein in eine Welt, die rauer, ursprünglicher und gleichzeitig beeindruckender wird. Die Straßen verlieren ihren gleichmäßigen Charakter, werden schmaler, brüchiger, staubiger. Immer wieder wechseln sich feste Abschnitte mit losem Schotter und ausgewaschenen Passagen ab, und man merkt schnell, dass hier die Natur den Ton angibt. Nach Regen oder Schneeschmelze verwandeln sich einzelne Stellen in kleine Hindernisse, manchmal sind es nur Pfützen, manchmal aber auch reißende Wasserläufe, die ihren Weg über die Strecke suchen. Mit jedem Kilometer gewinnen wir an Höhe, und die Landschaft beginnt sich zu öffnen. Die Täler werden tiefer, die Hänge schroffer, die Vegetation spärlicher. Und doch tauchen plötzlich wieder grüne Flächen auf – Hochweiden, auf denen Schafe und Ziegen grasen, bewacht von Hirten, deren Alltag sich seit Generationen kaum verändert hat. Dazwischen kleine Wasserstellen, einfache Lebensadern in dieser abgelegenen Region. Die Abgeschiedenheit ist allgegenwärtig. Es gibt keine Infrastruktur im klassischen Sinn, keine Cafés, keine Tankstellen, kaum Dörfer. Stattdessen Begegnungen, die unmittelbarer wirken: Kinder auf Eseln, Menschen, die am Straßenrand stehen und neugierig beobachten, wer sich hierher verirrt. Man ist Gast in einer Welt, die sich nicht auf Besucher eingestellt hat.
Bild: in einer Welt, die sich nicht auf Besucher eingestellt hat Je höher wir kommen, desto deutlicher wird der Übergang in eine fast alpine Landschaft. Die Luft wird kühler und klarer, das Licht härter, die Farben kontrastreicher. Und plötzlich liegen sie wieder da, die ersten Schneefelder, zunächst nur in den Schatten, dann immer präsenter. In diesen Höhen, jenseits der 2400 Meter, wird spürbar, dass der Hohe Atlas mehr ist als nur ein Gebirge in Nordafrika – er trägt Züge einer echten Hochgebirgswelt. Unsere Kaffeepause machten wir in Tilouguite, einem kleinen Ort, der wie ein grünes Band in einem engen Tal liegt. Hier scheint das Leben noch in einem ruhigeren Rhythmus zu verlaufen. Ein paar Cafés, kleine Läden, freundliche Blicke – ein kurzer Moment zum Durchatmen. Der Kaffee war stark, süß und genau das Richtige, bevor es wieder weiter in die Berge ging.
Bild: in Tilouguite Eine besonders schöne Begegnung hatten wir an einem kleinen Fluss: Eine Frau bat darum, auf Wolfgangs Motorrad Platz nehmen zu dürfen, um ein Foto von sich zu machen. Für uns eine kleine Geste, für sie offenbar etwas besonderes. Gern taten wir ihr den Gefallen.
Bild: Platznehmen für ein Foto mit einer Unbekannten Der folgende Abschnitt hatte es dann wieder in sich. Die Piste wurde staubig, ausgewaschen, teilweise schwer zu fahren. Uns kamen drei norwegische Motorradfahrer entgegen – ein kurzer Austausch, ein paar Worte über Strecke und Bedingungen, dann ging jeder wieder seines Weges. Diese stillschweigende Verbundenheit unter Motorradfahrern ist immer wieder schön.
Bild: Dann standen wir plötzlich vor einer überfluteten Straßenpassage: Eine kräftige Strömung schoss über die Fahrbahn, zu stark, um sie sicher zu durchqueren.
Bild: Behelfs-brücke
Zum Glück hatte jemand etwas weiter unten eine schmale Behelfs-brücke aus Baum-stämmen und alten Brettern gebaut. Gerade breit genug für unsere Motorräder, aber definitiv nichts für Autos. Vorsichtig tasteten wir uns über das schmale Brett, während unter uns das Wasser rauschte – einer dieser Momente, in denen man sehr genau weiß, was man tut.
Bild: ein Junge auf einem Esel - völlig normal hier oben
Je weiter wir hinauf kamen, desto spürbarer wurde die Höhe. Die Tempe-raturen, die mittags noch bei angenehmen 25 Grad lagen, sanken stetig. Die Luft wurde klarer, frischer, dünner. Kinder begegneten uns auf Eseln – ein alltägliches Bild hier oben, wo diese Tiere oft das wichtigste Transportmittel sind. Gleichzeitig liefen auch heute wieder Kinder auf uns zu, sobald wir anhielten, mit ausge-streckten Händen. Eine Situation, die einen immer ein wenig ratlos zurücklässt. Ab etwa 2400 Metern tauchten die ersten Schneefelder auf – zunächst nur kleine Reste im Schatten, dann immer mehr. Und schließlich, jenseits der 2700 Meter, fuhren wir wieder durch eine fast winterliche Landschaft. Weiß glitzernde Flächen, darüber ein tiefblauer Himmel – und wir mittendrin auf unseren Motorrädern. Die Temperatur fiel auf etwa 12 Grad, und plötzlich war auch wieder die dickere Kleidung gefragt. Der Weg zu unserer heutigen Unterkunft war bei booking.com falsch beschrieben. Das Haus hätte in Ait M'hamed stehen müssen hinter einer schadhaften Brücke.
Bild: Da fahren wir besser nicht drüber! Die Planken lagen alle nur lose auf. Wolfgang checkte deshalb die lage zu Fuß, fand aber die beschriebene Unterkunft nicht. wir fanden das Haus schließlich bei google.maps. Es liegt etwa 5 km außerhalb des Ortes. Der Weg dorthin war aber sehr sehr schlecht. Ausgefahrene Spurrillen, viel Matsch und auch ein Fluss musste wieder durchfahren werden. Das Haus selbst – nun ja. Eher Baustelle als Unterkunft. Ein Gemeinschaftsraum mit Betten, Toilette und warme Dusche eine Etage tiefer. Einfach, sehr einfach. Aber für 17 Euro inklusive Frühstück für zwei Personen relativiert sich vieles schnell.
Bild: Der Parkplatz vor unserer heutigen Unterkunft Und dann dieser Ausblick: Unter uns ein weites, geschütztes Tal, darüber die schneebedeckten Gipfel des Hohen Atlas, die im Abendlicht leuchteten. Ein Panorama, das jede Mühe des Tages wettmacht.
Bild: Und so siehts innen drin aus.
Bild: Und so von außen So endete ein Tag voller Kontraste – von grünen Ufern über staubige Pisten bis hin zu Schnee und Hochgebirge. Marokko zeigt sich hier oben noch einmal von einer ganz anderen, rauen und zugleich beeindruckenden Seite.
RückblickHeute ist der Tag, an dem wir vor genau 37 Jahren unsere Osterferien in Portugal verbracht haben.
auf dem Campingplatz
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