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Guten Abend!Wenn das Motorrad und Reisen deine Hobbies sind, dann bist Du hier richtig.Diese Seiten entstanden vor vielen Jahren einmal aus der Idee Reiseberichte - die ja nach einem Urlaub sowieso von mir angelegt werden direkt auf der Tour zu verfassen in auf dem Weg liegenden Internet-Café oder Unterkünften mit Internet-Zugang - Facebook und Smartphones gab es damals ja noch nicht. Die Bearbeitung nach dem Urlaub wird hierdurch erleichtert, Eindrücke sind frischer und geraten auch nicht so schnell in Vergessenheit und alle diejenigen, die nicht mitfahren konnten, können sich so über meine/unsere Erlebnisse noch während der Abwesenheit informieren. Auch freue ich mich natürlich, wenn ich unterwegs von euch etwas hören - besser lesen - kann z.B. im Gästebuch. Das darf natürlich auch benutzt werden, wenn ich wieder zuhause bin.
Nachdem mittlerweile viele Bilder früherer Reisen digitalisiert sind, entschied ich, auch diese teilweise hier zu veröffentlichen. Zu einigen lagen ja auch schon Reisebeschreibungen vor, zu anderen gibt es leider oft nur bruchstückhafte Erinnerungen. Einige Bilder blieben auch ohne Text - Der/die ein oder andere Beteiligte kann ja über das Kommentarfeld, das sich immer im unteren Teil einer Seite befindet, gerne noch etwas hinzufügen.
Eine kurze Benachrichtigung wäre auch schön, falls Links nicht mehr funktionieren oder nicht mehr aktuell sein sollten. Es wünscht euch immer eine Handvoll Asphalt unter dem Reifen PS.: Dass ich mittlerweile nicht mehr in Wissel wohne, haben wohl schon die meisten mitbekommen ;-) Trier ist zu meiner neuen Heimat geworden, doch der Seitentitel bleibt unverändert. Aktuelles20.04.2026Marokko ’26 – Tag 33: Casablanca → Asila (340 km)
Bild: Wandbemalung in Asila
Karte: die voraussichtliche Strecke mit aktuellem Standort: Bild: Startklar in Casablanca Der heutige Tag begann mit einer Geduldsprobe, wie sie wohl nur große Städte zustande bringen. Der Großraum von Casablanca ist kein Ort, den man mal eben schnell hinter sich lässt. Zwischen endlosen Vororten, Industriegebieten und dichtem Verkehr zieht sich die Stadt kilometerweit auseinander. Casablanca ist das wirtschaftliche Herz Marokkos, mit einem der größten Häfen Afrikas und einer stetig wachsenden Bevölkerung – entsprechend lebendig, aber auch chaotisch geht es auf den Straßen zu. Mopeds schlängeln sich durch jede Lücke, Lastwagen drängen sich vorbei, und dazwischen immer wieder Fußgänger, die scheinbar ohne Blick die Straße queren. Es dauerte lange, bis wir uns aus diesem urbanen Geflecht herausgearbeitet hatten. Bild: Auf solche Straßen hatte ich heute überhaupt keine Lust mehr. Die Hitze kann man leider nicht sehen auf dem Bild. Kaum hatten wir die letzten Ausläufer der Stadt hinter uns gelassen, änderte sich die Landschaft spürbar. Die Fahrt führte zunächst in östliche Richtung ins Landesinnere – weg von der Küste, hinein in eine trockenere, staubigere Welt. Die Straßen wurden schlechter, der Asphalt löchriger, oft unterbrochen von staubigen Abschnitten. Schlaglöcher zwangen uns immer wieder zum Ausweichen, und der Verkehr blieb unberechenbar. Eselkarren, frei laufende Hunde und Ziegenherden gehörten genauso zum Straßenbild wie überladene Transporter. Marokko zeigt hier eine ganz andere Seite: weniger geschniegelt, dafür ursprünglicher und unmittelbarer. Man fährt nicht einfach nur – man ist ständig gefordert, aufmerksam zu bleiben, jede Bewegung vorauszuahnen. Gegen Mittag erreichten wir nach etwa 100 Kilometern einen größeren Ort, irgendwo zwischen Feldern und kleinen Werkstätten, die sich entlang der Straße aufreihten. Hier legten wir eine Pause ein. Die Temperatur war inzwischen auf etwa 35 Grad angestiegen, die Hitze stand flirrend über dem Asphalt. In solchen Momenten merkt man, wie anstrengend Motorradfahren unter diesen Bedingungen wirklich ist – die Schutzkleidung wird zur Hitzefalle, jede Konzentration kostet doppelt Kraft. Während wir im Schatten etwas aßen und tranken, reifte bei mir der Entschluss, den restlichen Weg entspannter anzugehen. Die noch vor uns liegenden 250 Kilometer wollte ich mir unter diesen Umständen nicht weiter auf den kleinen, oft schlechten Straßen antun. Also entschied ich mich für die Autobahn – ein deutlicher Kontrast zum bisherigen Streckenprofil. Bild: Die marokkanischen Autobahnen, betrieben von Autoroutes du Maroc, sind mautpflichtig, aber in einem überraschend guten Zustand. Bild: Breite Fahrbahnen, relativ wenig Verkehr und kaum unvorhersehbare Hindernisse machen das Fahren dort deutlich entspannter. Wolfgang hingegen blieb seiner Linie treu und wollte weiter über Land fahren. So trennten sich unsere Wege – zwei unterschiedliche Arten, dieses Land zu erleben: die direkte, manchmal anstrengende Nähe auf der Landstraße und die ruhigere, effizientere Variante auf der Autobahn. Die Landschaft veränderte sich während meiner Weiterfahrt erneut. Je weiter ich nach Norden kam, desto mehr wurde das Land wieder grüner. Felder, sanfte Hügel und gelegentlich Wälder tauchten auf, ein spürbarer Übergang vom trockeneren Landesinneren hin zur atlantischen Küstenregion. Auch die Luft wurde etwas milder, wenn auch die Hitze des Tages noch lange nachwirkte. Gegen 15 Uhr erreichte ich schließlich Asilah. Die kleine Küstenstadt wirkt nach der Hektik von Casablanca und der Anstrengung der Strecke fast wie ein Gegenentwurf: ruhig, überschaubar und mit einer ganz eigenen Atmosphäre. Asilah ist bekannt für seine weiß getünchte Medina, deren Mauern regelmäßig von Künstlern aus aller Welt neu bemalt werden. Dieses Kunstfestival hat den Ort weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht und verleiht ihm einen fast schon mediterranen Charakter. Unser Quartier, das Riad Oasis d'Asilah, liegt mitten in der Medina. Typisch für solche Riads: von außen eher unscheinbar, öffnet sich im Inneren ein ruhiger, oft liebevoll gestalteter Innenhof. Die Medina selbst ist autofrei, weshalb das Motorrad außerhalb auf einem bewachten Parkplatz stehen bleiben musste – gegen eine kleine Gebühr, die hier völlig üblich ist. Diese Struktur stammt noch aus Zeiten, in denen die engen Gassen ausschließlich für Fußgänger und Lasttiere gedacht waren.
Bild: kuriose Roller-Konstruktion mit 3 Hinterrädern Nach dem Frischmachen zog es mich sofort wieder hinaus. Asilah zeigte sich bunt und lebendig, mit seinen bemalten Wänden, kleinen Galerien und Cafés. Ich fand ein Restaurant, in dem es tatsächlich Bier gab – keine Selbstverständlichkeit in einem überwiegend muslimischen Land wie Morocco. Alkohol ist hier zwar nicht verboten, aber oft nur in bestimmten Restaurants, Hotels oder für Touristen erhältlich.
Bild: buntes Asilah
Bild: Wandbe-malung in Asilah
Anschließend schlenderte ich durch die Hauptstraße der Stadt, eine lebhafte Verkaufsmeile, auf der es wirklich alles zu geben scheint: Kleidung, Gewürze, Haushaltswaren, Souvenirs. Händler preisen ihre Waren an, es wird gefeilscht, gelacht, diskutiert. Gleichzeitig mischen sich die unterschiedlichsten Gerüche – von frisch Gegrilltem über Gewürze bis hin zu weniger angenehmen Noten, die wohl einfach dazugehören, wenn so viele Dinge auf engem Raum zusammenkommen.
Bild: Schild-kröten-Sex in unserer Unterkunft
Als ich schließlich zurück in unsere Unterkunft kam, war auch Wolfgang inzwischen eingetroffen – erschöpft, aber zufrieden mit seiner eigenen Route. Zwei Wege, ein Ziel, und am Ende doch wieder vereint in dieser kleinen, besonderen Stadt am Atlantik. Morgen werden wir uns Asilah in Ruhe ansehen – heute war erst einmal nur das Ankommen wichtig.
RückblickHeute ist der Tag, an dem wir vor genau 3 Jahren auf der Suche nach der Himmelstreppe waren.
... Etwa 50 Kilometer von unserem Hotel entfernt steht die Treppe irgendwo mitten in der Wüste im Süden Marokkos. Hier hat der Hamburger Künstler Hannsjörg Voth ein Lehmbauwerk in Form eines Dreiecks errichtet, dessen 52 Stufen hinauf ins Nirgendwo führen.
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