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Guten Morgen! So früh schon aktiv?Wenn das Motorrad und Reisen deine Hobbies sind, dann bist Du hier richtig.Diese Seiten entstanden vor vielen Jahren einmal aus der Idee Reiseberichte - die ja nach einem Urlaub sowieso von mir angelegt werden direkt auf der Tour zu verfassen in auf dem Weg liegenden Internet-Café oder Unterkünften mit Internet-Zugang - Facebook und Smartphones gab es damals ja noch nicht. Die Bearbeitung nach dem Urlaub wird hierdurch erleichtert, Eindrücke sind frischer und geraten auch nicht so schnell in Vergessenheit und alle diejenigen, die nicht mitfahren konnten, können sich so über meine/unsere Erlebnisse noch während der Abwesenheit informieren. Auch freue ich mich natürlich, wenn ich unterwegs von euch etwas hören - besser lesen - kann z.B. im Gästebuch. Das darf natürlich auch benutzt werden, wenn ich wieder zuhause bin.
Nachdem mittlerweile viele Bilder früherer Reisen digitalisiert sind, entschied ich, auch diese teilweise hier zu veröffentlichen. Zu einigen lagen ja auch schon Reisebeschreibungen vor, zu anderen gibt es leider oft nur bruchstückhafte Erinnerungen. Einige Bilder blieben auch ohne Text - Der/die ein oder andere Beteiligte kann ja über das Kommentarfeld, das sich immer im unteren Teil einer Seite befindet, gerne noch etwas hinzufügen.
Eine kurze Benachrichtigung wäre auch schön, falls Links nicht mehr funktionieren oder nicht mehr aktuell sein sollten. Es wünscht euch immer eine Handvoll Asphalt unter dem Reifen PS.: Dass ich mittlerweile nicht mehr in Wissel wohne, haben wohl schon die meisten mitbekommen ;-) Trier ist zu meiner neuen Heimat geworden, doch der Seitentitel bleibt unverändert. Aktuelles19.04.2026Marokko ’26 – Tag 32: Oualidia → Casablanca (198 km)
Bild: die Hassan II. Moschee in Casablanca
Karte: die voraussichtliche Strecke mit aktuellem Standort: Der Morgen in Oualidia begann ruhig. Über Nacht war das Wasser wieder etwas gestiegen. Dort, wo am Vortag noch sandige Flächen und freiliegende Austernbänke sichtbar waren, schaukelten nun wieder zahlreiche kleine Boote auf der leicht gekräuselten Oberfläche. Die Gezeiten machen den Ort so besonders: Die Lagune lebt, atmet mit dem Rhythmus des Atlantiks. Für die Austernzüchter bedeutet das jedoch harte, präzise Arbeit.
Bild: Blick auf die Lagune in Oualidia Die ersten Kilometer führten uns noch entlang dieser eigenwilligen Küstenlandschaft. Doch schon bald änderte sich das Bild. Die Straße wurde rauer. Schlaglöcher, ausgewaschene Abschnitte, immer wieder kleine Ausweichmanöver – das Fahren verlangte Konzentration. Es sind genau diese Strecken, auf denen man merkt, wie sehr Marokko im Wandel ist: Zwischen traditioneller Nutzung der Landschaft und moderner Infrastruktur klaffen oft noch Lücken.
Bild: Auf den ersten KIlometern zeigte sich die Küste noch in ihrer ganzen Schönheit. Die Küste zeigte sich heute zurückhaltend. Nur vereinzelt öffneten sich schöne Ausblicke auf kleine Buchten, eingerahmt von flachen Klippen und sandigen Abschnitten. Die Landschaft drängt sich nicht auf, sie begleitete uns eher leise. Je näher wir El Jadida kamen, desto deutlicher kündigte sich ein Bruch an. Am Horizont tauchten die ersten rauchenden Schornsteine auf. Was zunächst nur wie vereinzelte Industrie wirkte, entpuppte sich schnell als großflächiger Industriekomplex.
Bild: Besonders prägend ist hier die Region um Jorf Lasfar – eines der größten Industriegebiete Marokkos. Chemieanlagen, Kraftwerke, große Verladehäfen für Phosphate: Marokko gehört zu den weltweit wichtigsten Exporteuren dieses Rohstoffs, der vor allem für Düngemittel benötigt wird. Die Anlagen hier verarbeiten und verschiffen enorme Mengen davon. Mit der Industrie kam auch ein spürbarer Wandel der Luft. Der Geruch wurde schwerer, dichter – nicht dramatisch, aber doch deutlich wahrnehmbar. Die Straße wurde breiter, der Verkehr dichter, Lastwagen bestimmten zunehmend das Bild. Hier konnten wir die wirtschaftliche Realität des Landes unmittelbar erleben: Hier wird gearbeitet, produziert, exportiert – und das hinterlässt natürlich Spuren, auch in der Landschaft. Irgendwo auf diesem Abschnitt verloren Wolfgang und ich uns dann aus den Augen. Ein kurzer Halt, ein Blick zurück – aber keine Spur mehr. Also ging es allein weiter. Auch das gehört zu solchen Reisen: Diese Phasen, in denen man für sich fährt, den Motor, den Wind und die Gedanken als einzige Begleiter. Das Wetter spielte heute sein eigenes Spiel. Entlang der Küste hing wieder dieser typische atlantische Dunst in der Luft – eine Mischung aus Nebel und feiner Gischt, die die Sicht leicht milchig erscheinen lässt. Die Temperaturen lagen hier nur bei etwas über 20 Grad, angenehm kühl. Kaum entfernte ich mich jedoch ein Stück ins Landesinnere, wurde es sofort wärmer. Auf einem Abschnitt der M1 zeigte sich das deutlich: Es war hier wieder trockener, die Sonne kräftiger, die Landschaft eintöniger. Felder, vereinzelte Gebäude, wenig Abwechslung. Kein besonders reizvoller Abschnitt – funktional, aber ohne Seele. Kein Wunder, dass ich irgendwann wieder in Richtung Küste abbog. Nach dem Mittag kündigten sich schließlich die ersten Vororte von Casablanca an. Und mit ihnen eine völlig andere Welt. Neubaugebiete, scheinbar endlose Reihen moderner Wohnblocks, Baustellen, Kräne. Casablanca wächst – und das sieht man. Viele dieser Viertel sind in den letzten Jahren entstanden, oft als Antwort auf den enormen Zuzug in die Stadt. Mit der Stadt kam auch der Verkehr. Und zwar schlagartig. Autos, Motorräder, Lieferwagen, Busse – alles gleichzeitig, alles mit eigenem Rhythmus. Spurwechsel ohne Vorwarnung, plötzlich abbremsende Fahrzeuge, hupende Taxis. Dazu diese allgegenwärtigen „Dos d’âne“, die berüchtigten marokkanischen Geschwindigkeitsbremsen: teils gut sichtbar, teils kaum angekündigt, manchmal eher kleine Asphaltkanten als echte Schwellen. Auf dem Motorrad bedeutet das ständige Aufmerksamkeit – und gelegentlich einen kräftigen Stoß durch das Fahrwerk. Bild: Immer gibt's freundliche Helfer - hier bei der Hotelsuche Kurz vor 14 Uhr erreichte ich schließlich als Erster unser Ziel, das Odyssee Boutique Hotel Casablanca im Zentrum der Stadt. Ich war froh angekommen zu sein nach dieser eher unspektakulären, streckenweise anstrengenden Etappe: plötzlich wieder urbanes Leben, enge Straßen, Menschen, Geräusche, Bewegung. Da Wolfgang nicht mitkommen wollte zur Hassan II. Moschee, habe ich mich alleine zu Fuß aufgemacht zur Erkundung. Die Moschee liegt knapp 3 Kilometer entfernt vom Hotel, also gerade noch zu Fuß erreichbar im Nordwesten der Stadt. Auf dem Weg dahin kam ich an "Rick’s Café" vorbei. Ihr kennt "Ricks Café" nicht? Der Ort hat seinen Ursprung in der Filmwelt. Das berühmte Rick’s Café stammt ursprünglich aus dem Filmklassiker *Casablanca* mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergman. Im Film ist es ein Treffpunkt für Flüchtlinge, Spione und Liebende während des Zweiten Weltkriegs. Dort spielt sich die zentrale Liebesgeschichte ab. Wichtig: Dieses Café existierte damals nicht wirklich – es war reine Filmkulisse. Erst 2004 wurde das Café in der realen Stadt Casablanca eröffnet – als bewusste Rekonstruktion des Films. Es ist also eine Art lebendige Filmkulisse, die man betreten kann. Bis zur Moschee war es dann von hier auch nicht mehr weit. Schon ihre Lage wirkt fast unwirklich: direkt am Atlantik, so nah am Wasser, dass bei starkem Wellengang die Gischt bis an die Mauern schlägt. Es ist, als hätte man die Moschee bewusst dorthin gesetzt, wo sich Erde und Meer berühren, um eine Verbindung zwischen dem Irdischen und dem Göttlichen sichtbar zu machen.
Bild: direkt am Atlantik gelegen
Errichtet wurde sie unter König Hassan II., der wollte, dass dieses Bauwerk ein Symbol für ein modernes, selbstbe-wusstes Marokko wird – tief verwurzelt im Glauben, aber offen zur Welt. Der Bau begann in den 1980er-Jahren und zog sich bis 1993, und er war ein nationales Projekt: Zehn-tausende Hand-werker arbeiteten daran, viele traditionelle Techniken wurden bewusst bewahrt und gleichzeitig mit moderner Technik kombiniert. Als ich davorstand, fiel natürlich zuerst das Minarett ins Auge – mit über 200 Metern eines der höchsten der Welt. Nachts strahlt von seiner Spitze ein Laser Richtung Mekka, eine stille Geste, die den Ort mit dem religiösen Zentrum des Islam verbindet. Doch die wahre Wirkung entfaltet sich oft erst im Inneren: Marmor, Zedernholz, filigrane Schnitzereien und farbenreiche Mosaike verschmelzen zu einem Raum, der zugleich monumental und erstaunlich fein gearbeitet wirkt. Das Dach kann geöffnet werden, sodass Licht und Luft hereinströmen – ein Detail, das zeigt, wie sehr hier Tradition und Innovation ineinandergreifen. Bemerkenswert ist auch, dass diese Moschee zu den wenigen in Marokko gehört, die Nichtmuslime betreten dürfen. Dadurch ist sie nicht nur ein religiöser Ort, sondern auch ein Fenster in die islamische Architektur und Spiritualität für Besucher aus aller Welt. Was die Hassan-II.-Moschee letztlich besonders macht, ist weniger ihre Größe oder ihre technischen Raffinessen, sondern die Atmosphäre, die sie ausstrahlt. Marokko zeigt sich hier als Land zwischen Kontinenten, zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen strenger Tradition und offener Geste – und genau das spürt man, wenn man dort steht und den Blick über das Meer schweifen lässt.
Bild: Abendlicher Spaziergang über den Flohmarkt von Casablanca
RückblickHeute ist der Tag, an dem wir vor genau 3 Jahren auf der Suche nach der Himmelstreppe waren.
... Etwa 50 Kilometer von unserem Hotel entfernt steht die Treppe irgendwo mitten in der Wüste im Süden Marokkos. Hier hat der Hamburger Künstler Hannsjörg Voth ein Lehmbauwerk in Form eines Dreiecks errichtet, dessen 52 Stufen hinauf ins Nirgendwo führen.
H i e r mehr dazu.
Erinnerst Du dich?
![]() ein Zufallsbild aus: ./Reisen/Himmelfahrt2019/1/ Bereits freigeschaltete Kommentare:
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