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Samstag, 19. Mai 2012 -   - aktuelle Bauernregel -

 

Kurztripps

Saisoneröffnungstour 2012
vom 03. bis 04.03.2012

Altes Elefantentreffen 2012
Bilder vom Alten Elefantentreffen am Nürburgring vom 24. bis 26.02.2012

Unterwegs mit Becker-Tours in die Eifel
Bilder von einer herbstlich-sonnigen Motorrad-Abschlusstour vom 14.-16.10.2011

Hänsel-und Gretel-Treffen 2011
Bilder und Bericht von einem märchenhaften Treffen bei Nikolaus und Karin in Goch-Pfalzdorf vom 19.-21. Aug.

Boxerkunsttreffen 2011
Bilder und Bericht vom Treffen, das in diesem Jahr vom 27.-29.Mai im Wendland stattfand

Wir fahren nach Madagascar
Bilder und Bericht vom Ostertripp 2011 in die Ardennen

Bratkartoffelnessen
Vom 25. bis 27. März ´11 fand bei Nikolaus und Karin wieder einmal eines dieser heißbegehrten Motorradtreffen statt.

Abschlusstour 2010
Die geplante ca. 215 km lange Tour rund um das Knüllgebirge soll uns über kleine, aber sehr kurvenreiche Kreis- und Landstraßen, durch Hessens Norden führen...

Herbsttour feucht-kalt
vom 14. bis 16.10.2010

2-Ventiler-Treffen 2010 auf der Katlenburg
vom 24. bis 26.09.2010

Still-Leben Ruhrschnellweg
Mitten auf der Hauptverkehrsader feiern die Menschen der Metropole Ruhr mit ihren Gästen und Besuchern am 18. Juli 2010 ein einmaliges Fest der Alltagskulturen. Von 11 bis 17 Uhr, wenn die gesamte Strecke in beiden Richtungen für den Kraftverkehr gesperrt ist.

Immer der Elbe nach
Motorradtour zur Unterelbe

zum 2010er 100.000-km-Treffen in Legau
11.-13.06.2010

Besuch im Freilichtmuseum Hagen
Bilder vom 06.06.2010

Motorradtour zum Baldeneysee
Die vier künstlichen Inseln darauf gehören wohl zu den spektakulärsten Ereignissen der Kulturhauptstadt 2010

Boxerkunst-Treffen 2010 auf der Domäne Hohlenfels
Bilder vom Wochenende 28.-30.05.2010

Pfingsten in den Ardennen
Wettermäßig stehen die Zeichen gut für das Pfingstwochenende 2010 und wir alle freuen uns auf die Ardennen und einige kurvige Motorradstrecken durch die ausgedehnten Waldgebirge...

Eisheiligen-Tour in den Thüringer Wald
Einige schöne Tage wollten wir am Rennsteig, dem historischer Grenz- und Kammweg im Thüringer Wald, verbringen. ...An die alten Bauernregeln zu den Eisheiligen hatte jedoch keiner gedacht.

Motorradtreffen beim MFP Stade
Vom 23.-25.04.2010 luden die Motorrad­freun­de der Polizei Stade ein zum rustikalen Nordtref­fen mit mittelalterlichem Treiben in der alten Festung Grauerort direkt am Elbestrand. Es sollte ein sonniges Wochen­ende mit vielen neuen Bekanntschaften und so manchen Überraschun­gen werden...

Bikerfrühstück beim MCE Emmerich
Am 11.04. ging es zum Bikerfrühstück des Motor-Club Emmerich. Nach 43 Jahren gibt es ihn immer noch. Sogar einige der Gründer sind noch dabei.

2-Ventiler-Ruhrgebiet-Treffen
Arno gab am 2.3. im 2-Ventiler-Forum den Anstoß dazu einmal ein 2-Ventiler-Ruhrgebiet/NRW Treffen zu initiieren. Und damit rannte er erkennbar offene Türen ein, denn die Resonanz darauf an diesem zwar kühlen, aber doch sonnigen April-Samstag war enorm.

Rhein-Taunus-Tour
Eine Motorrad-Tour durch den Naturpark Rhein-Taunus. Ein Gebiet mit zahlreichen sehenswerten Burgen, Schlössern, Klöstern, Kirchen und noch vielen Spuren aus der Römerzeit

Ijsselmeer-Runde zum Saisonstart 2010
Bilder vom 13.03.10

Altes Elefantentreffen 2010
Am Aschermittwoch ist noch lange nicht alles vorbei. Noch in derselben Woche startete nämlich am Freitag das jährlich stattfindende Alte Elefantentreffen am Nürburgring, auf das sich Winterfahrer aus allen Teilen Europas schon lange gefreut haben.

Wintertreffen Ossenlock 2010
Bilder vom 16.01.10

Dreikönigstreffen ´10 in Ahaus
Bericht und Bilder vom 12. Treffen vom 09.-10.01.10

Scoot around the X-mas tree 2009
Bilder vom 24.12.2009 in Hagen

Aussichten: nass-kalt!
Ein Bericht über eine herbstliche Motorrad-Rundtour durch die deutschen Mittelgebirge (10.-16.10.09)

Rund um den Rennsteig
Ein Bericht über eine spätsommerliche Motorradtour (18.-20.09.09) in den Thueringer Wald

Sonntagsrunde durchs Ruhrgebiet
Bilder vom 13.09.09

21. Schottenring Classic Grand Prix
Bilder vom Wochenende 14.-16.08.09

Sommertreffen ´09 der Liberty Rangers Marienbaum
Bilder vom Wochenende 24.-26.07.09

zum Mofa-Rennen nach Werl
Bilder vom 05.07.09

Kurventraining in den Ardennen
Bericht und Bilder vom Wochenende 26.-28.06.09

Sommertreffen 09 des MC Ossenlock e.V.
Bilder vom Besuch am 20.06.09

Land der offenen Fernen
Mai-Tour mit dem BMW-Motorrad-Club Niederrhein hinein in die Rhön

Besuch des Motorrad-Museum Montabaur
Bericht und Bilder vom 25.04.09

Ostergrüße aus dem sonnigen Harz
Bericht und Bilder von der Ostertour 2009

Rundfahrt ums Ijsselmeer
am 01.03.09

Winterbilder vom Niederrhein (Jan.09)

Dreikönigstreffen ´09 in Ahaus
Bericht und Bilder vom 11. Treffen vom 2.-4.01.09

Jahresabschlussfahrt nach Zons
Bericht und Bilder vom 28.12.2008

Scoot around the X-mas tree 2008
Bilder vom 24.12.2008 in Hagen

Abschlussfahrt 2008 des BMW-Club-Niederrhein
Bilder vom 19.10.2008

Herbsttour in die Ardennen
Bericht und Bilder zu einer herbstlichen Wochenendtour in die Ardennen

Ins Reich der Hexen
Ein Wochenende im Harz im Sept. 08

Bei den Zylinder Cops in Castrop-Rauxel
Bilder des Treffens vom 29.-31.08.08

Burgen, Bunker, Stalaktiten, Fritten
Eine Wochenendtour in die Ardennen

BMW-Treffen Westfalen
vom 11.-13.07.08

Münsterland-Tour
Saison-Eröffnungsfahrt des BMW-Club Niederrhein am 13.04.08

Spätwinterliche Ostern in Flandern
Eine Fahrt mit dem Gespann zu einigen der schönsten und besterhaltensten mittelalterlichen Städte Europas (März 08)

Altes Elefantentreffen ´08
Eindrücke vom Treffen am Nürburgring (Febr.08)

Oh, Du schöner Westerwald...
Eine Februartour durch Bergisches Land, Sauerland, Westerwald und Taunus

Karnevalsflucht
zur niederländischen Nordseeküste (Febr.08)

;;;Waterproof;;;
4. Winterkamp der MZ-und Gespannfreunde Mandeln am Edersee vom 18.-20.01.08

Dreikönigstreffen ´08 in Ahaus
Bericht und Bilder vom 10. Treffen vom 4.-6.01.08

1. Wildsau Winterge- spanntreffen in Hamm
Bilder vom 1. Treffen der Wildsäue vom 23. bis 25.11.07

HD Herbsttreffen '07
Bilder vom 27. Treffen in Heidelberg vom 19.-21.10.

Oldtimer-Treffen in Meddo/NL
am 16. Sept. 2007

zur documenta 12
Die documenta 12 ist die zwölfte Ausgabe der documenta, der weltweit bedeutendsten Ausstellung für zeitgenössische Kunst. Eindücke von unsrem Besuch am 14. Juli 2007 in Kassel

Ein Wochenende in den Ardennen
unterwegs im Dreiländereck zwischen Maas und Semois (5./6.5.07)

Von Waterloo nach Rom
eine Motorradtour durch die Mecklenburgische Seenplatte (Apr.´07)

Wintertreffen MC Grieth
Bilder vom 24.02.07

Einmal Nordsee und zurück
Deichfahrt mit dem Gespann zur holländischen Küste

Moto-Guzzi Wintertreffen
12.-14.1.07

Dreikönigstreffen ´07
in Ahaus inkl. Video

HD Herbstreffen ´06
Bilder vom 26. Heidelberger Herbsttreffen vom 20. bis 22. Oktober 2006 auf dem ehemaligen alten Sportplatz in Reichartshausen

Moto-Guzzi-Treffen ´06
mit den Eisbären Niederrhein zum Moto-Guzzi-Treffen nach Kassel-Lohfelden

TillTour06
Motorrad-Tagestour am 11.06.2006 vom Heimatverein Till-Moyland e.V.

Klassikertreffen ´06
Bilder vom 15. Motorrad-Klassikertreffen in Drangstedt bei Bremerhaven

Osterurlaub ´06 im Schwarzwald
Bericht über eine 10tägige Motorradtour

Wintertreffen Leucht ´06
14.01.06

Ostfriesland ´05
5 Tage Landschaften - Motorradfahren - Entspannung & Kultur

HD Herbstreffen ´05
Bilder vom Viertel- Jahrhundert- Treffen in Heidelberg vom 14. -16.10.05

Tiel-Tour
.. durch die NL, 26.06.05

6. Zweirad-Oldietreffen in DO-Asseln
Bilder vom Treffen / Schiffshebewerk Henrichenburg

Klassikertreffen 2005 in Drangstedt
Bilder vom 14. Motorrad-Klassikertreffen in Drangstedt bei Bremerhaven

Motorrad-Oldies auf Hünxer Flugplatz
Am Vatertag (05.05.05) wurde der Flugplatz Schwarze Heide zur Rennpiste für alte, aber immer noch schnelle Motorrad-Oldies.

Orientierungsfahrt ´05
Auch in diesem Jahr wollten die Libertys unsere Gehirnzellen wieder einmal auf eine harte Probe stellen und luden ein am Samstag, dem 23.04.2005, zu einer Orientierungsfahrt.

Ostern ´05
eine Motorrad-Tour in den Taunus

Sauerland/Ederbergland
22.-23.3.05

Südeifel-Wochenende ´05
eine Frühjahrstour

Till-Tour ´04
Motorrad-Tagestour am 16.05.04 des Heimatverein Till-Moyland

Elefantentreffen ´04
verlegt vom Nürbürgring zum Clubhaus in Marienbaum

Dreikönigstreffen ´04
Bilder vom 6. Treffen in Ahaus

Museum Ibbenbüren
Motorräder in der Schule

Ostern ´03
Motorrad-Tour entlang der Nordseeküste nach Hamburg und zurück bis in den Taunus

HD Herbsttreffen '02
Bilder vom 22. Treffen in Heidelberg

Gespanntreffen Vogelsberg
im Herbst 99

Alpenpässe ´97
Bilder einer 5tägigen Tour in den Herbstferien über die schönsten Alpenpässe

Gespanntreffen Vogelsberg
im Herbst 97

Grachten, Deiche, Blumenfelder
Pfingstvorbereitung in Holland (1996 - 1 Woche)

Burgen, Bunker, Fritten
1993er Ostertour  in die Ardennen

Via Tremalzo und mehr..
vom 5. bis 8. Oktober 91 unterwegs im Enduroland Südtirol

Deichtour
Hollandwochenende Herbst 1989

Motorradtreffen im Odenwald
Bilder von 1988-90

Harztour
Bilder von der Saisonabschlussfahrt 1988

BMW-Einsteigertour ´88
auf neuen BMW-Motorrädern unterwegs durch die Alpen

Das Rennen
Das 3-Tage-Spektakel mit über 250.000 Besuchern fand 1988 auf dem Flugplatz von Hartenholm statt. Ursprung war eine Wette zwischen Brösel und seinem alten Kumpel Holgi. Der WERNER-Autor trat mit seiner 4-Motoren-Horex gegen Holgis Porsche an

Elefantentreffen ´82
das Wintertreffen am Salzburgring

Elefantentreffen ´81
das Wintertreffen am Salzburgring

Spätwinterliche Ostern in Flandern

Eine Fahrt mit dem Gespann zu einigen der schönsten und besterhaltensten mittelalterlichen Städte Europas (Reisezeit: März 08 - Gesamtstrecke: 850 km)

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Bild 1: Bereit zur Abfahrt - man achte einmal auf die hochwertigen Fußschützer!

Karfreitag: Trotz der schlechten Wettervorhersagen für die Ostertage weckt uns die Sonne an diesem Morgen, vom vorhergesagten Regen keine Spur. Ostern liegt in diesem Jahr so früh wie selten zuvor. Es ist der 21. März und wir wollen die Feiertage nutzen, um uns einige der besterhaltensten mittelalterlichen Städte in Belgien etwas genauer anzuschauen bevor wir auf kleinsten Straßen in die Ardennen und von hier aus den Rückweg antreten wollen. Eine gute Woche haben wir dafür Zeit und wir freuen uns beide darauf, egal, wie das Wetter werden soll. 

Doch bald nach dem Aufstehen kommt es dann so, wie Kachelmann und Co. es uns vorher gesagt haben. Der Himmel verdunkelt sich schnell und schon kommen die ersten Tropfen, später dann auch Graupelschauer von oben. Gut, dass das Gespann noch bis Ende März zugelassen ist! Eigentlich wollten wir ja mit der RS fahren und ich habe extra dafür auch schon eine neue Batterie eingebaut. Doch das gute Stück soll bei diesen Aussichten lieber in der Garage bleiben. Die 300.000 auf ihrer  Uhr werden wir in diesem Jahr schon noch voll bekommen. Für den Fall, dass es unterwegs tatsächlich anfangen sollte zu schneien und glatt zu werden, ist ein Gespann einfach die beste Wahl. Gerade bei diesen Bedingungen macht es den meisten Spaß ;-)

Über Internet haben wir die Hotels in Gent und Brügge bereits gebucht und so gibt es keinen Vorwand, nicht loszufahren. Unser erstes Ziel ist Gent. Wir vermeiden die Autobahnen und fahren bei sich abwechselnden Griesel- und Schneeregen - aber auch auf trockenen Abschnitten - durch holländische Landstraßen und Ortschaften. In  Lierop im Nord-Brabant, legen wir im "´t Jagershuis" eine erste Pause ein. Ungläubig begrüßt uns die Bedienung, nachdem wir die nassen Jacken abgelegt haben: "Heute hat es bei uns schon geschneit!" Doch der Schnee ist schnell den zaghaften Sonnenstrahlen gewichen, die zwischendurch immer wieder einmal aus dem Himmel heraus lugen. 

Aufgewärmt mit einem Cappuccino im Magen verabschieden wir uns. Vorsichtshalber werden die Plastiktüten wieder über die Schuhe übergezogen und die Fahrt kann weiter gehen.  Etwa 50 Kilometer vor Gent nach dem Stopp in der "Taverne de Markgrave" wird es dann wirklich ungemütlich. Der Wind ist stärker geworden und der Himmel hat sich wieder verdunkelt und bald fallen die Tropfen und sie werden den Rest des Tages auch nicht mehr damit aufhören! Kurz vor Gent ist die Unterhose schließlich nass (vom Regen!) und die Jacke hat sich auf das doppelte ihres Gewicht mit Wasser vollgesogen.

Die Sicht ist so schlecht, dass wir das gebuchte Campanile Hotel übersehen und stattdessen ohne den Irrtum zu bemerken zum Holiday Inn gegenüber fahren. Schnell sind Tresen und Fußboden nass getropft während der Angestellte vergeblich nach unseren Buchungsdaten im Computer sucht. Ich schaue noch einmal in meinen Unterlagen nach und bemerke den Irrtum. Der Weg zum richtigen Hotel ist schnell erklärt und flugs stehen wir wieder am Ausgang des Hotel-Parkplatzes, dessen Schranke jedoch den durchgeweichten Parkschein nicht annehmen will. Noch einmal geht die Fahrt zurück zur Rezeption, um Auslass zu ersuchen. Drei Reinemachfrauen sind gerade damit beschäftigt, die Spuren unseres vorherigen Besuchs zu entfernen. Doch der Mann hinter dem Tresen bleibt freundlich und gibt uns einen neuen Parkschein.

Im Campanile Hotel im amerikanischen Motel-Stil beziehen wir ein kleines Zimmer. Nachdem alle elektrischen Heizkörper auf höchste Stufe gestellt wurden, werden alle verfügbaren Möglichkeiten zur Trocknung der nassen Bekleidung unter Einsatz größten Einfallsreichtums genutzt. Wieder einmal werden neue Konstruktionen entdeckt, um Abwärme effektiv nutzen zu können (Umwelttechniker in der Praxis). 

Obwohl es noch nicht so spät ist, macht es bei diesem Wetter keinen Sinn mehr, die etwa sechs Kilometer entfernte historische Altstadt aufzusuchen. So entscheiden wir uns, im Restaurant auf dem Platz zu Abend zu Essen und beschließen den Tag mit fernsehen und Planungen für den nächsten Tag. 

Bild 2: Morgens vor dem Hotel in Gent

Am nächsten Morgen scheint die Sonne, als wenn sie sich für das Wetter vom Vortag entschuldigen wolle. Dennoch lassen die noch weißen Wolken am wunderschön blauen Himmel erahnen, dass sich diese Situation auch sicher wieder ändern wird. Bald nach dem Auschecken haben wir unser Fahrzeug in der Nähe eines der vielen Märkte in Gent abgestellt. Der Grund für die vielen Marktplätze ist darin zu suchen, dass sich das Zentrum im Laufe der Jahre mehrmals verlagerte. 

Bild 3: Direkt am Belfort finden wir die 1426 gebaute Lakenhalle, die den Wolle- und Tuchhändlern als Handelsplatz diente.

Wir haben gelesen, dass es viel zu besichtigen gibt in Gent. Die Stadt wird oft als eine der schönsten Städte Europas bezeichnet und konkurriert mit dem touristisch bekannteren Brügge. Ein Großteil der mittelalterlichen Architektur ist unversehrt und erstaunlich gut erhalten. Das Stadthuis ist das alte Rathaus von Gent, das zu jeder Seite ein anderes Gesicht zeigt. Mit hohen Fenstern und figurenbesetzter Fassade bezeugt es, zur Hoog Poort hin, den Baubeginn in hochgotischer Epoche. An der Fassade zum Botermarkt kommt einverändertes Stilempfinden zum Ausdruck - als sich die Baumeister an diesen Teil des Hauses machten, bevorzugte man die wohlproportionierten Formen der Renaissance.

Bild 4: Marktplatz in Gent

Mittelpunkt der Altstadt in der Mitte der Leie-Schleife ist der St. Bavo Plein, ein Platz, an dem die großartigen Bauwerke aus Gents stolzester Zeit - dem 14. bis 16. Jh. stehen. Die bischöfliche Kathedrale St. Bavo befindet sich in direkter Umgebung zu Rathaus, Tuchhalle und Belfried. Wir sind nicht die einzigen Touristen an diesem Ostersamstag. Mehrere Gruppen stehen an verschiedenen Ecken des Platzes, in ihrer Mitte oft jemanden mit einem  falsch herum gehaltenen Regenschirm, der Erklärungen zu den Sehenswürdigkeiten abspult.

Bild 5: Im Hintergrund die Kathedrale St. Bavo, davor ein Denkmal für die Gebrüder van Eyck

St. Bavo behütet einen Schatz, der allein die Reise nach Gent rechtfertigen soll: den dreiflügeligen Altar der Gebrüder van Eyck, den Fachleute für das großartigste Werk der altflämischen Malerei überhaupt halten. Nun, wir bekommen davon jedoch nicht viel zu sehen, denn zur Zeit finden offensichtlich Renovierungsarbeiten statt, wozu der Altar großflächig von allen Seiten mit Spanplatten umbaut wurde. Es ist also nichts von ihm zu sehen.

Bild 6: Schloss von Geerard dem Teufel (de Duivelsteen) hinter der Kathedrale St. Bavo

Als wir wieder aus der Kirche hinaus treten, ist der Himmel immer noch schön blau. Autos sind kaum zu sehen, denn sie sind aus dem historischen Zentrum ausgesperrt. Nur eine Straßenbahn rumpelt hin und wieder vorbei und wir bewundern die Radfahrer, die geschickt den vielen Spurrillen auszuweichen verstehen.

Bild 7: Blick auf den Belfort im Hintergrund und auf St. Bavo

Der Glockenturm des Belfort stammt aus dem 14. Jahrhundert. Turm, Glockenspiel und Glockenmuseum können besichtigt werden. Auch auf den  mächtigen Turm an der westlichen Seite der Kathedrale St. Bavo kann man hinauf steigen. 

Bild 8: historische Altstadt Gent

Im 11. Jahrhundert wurde Gent zur Metropole der Textilproduktion und, nach Paris als zweitgrößter Stadt Nordeuropas, zur wirtschaftlichen Großmacht.

Bild 9: Aussicht von der Brücke über die Leie auf die historische Altstadt von Gent

Von der Brücke über die Leie haben wir einen wunderschönen Ausblick auf viele  prächtige Giebel und auf die im Hintergrund befindliche Burg Gravensteen, die wir später besichtigen wollen.

Bild 10: Auf der Brücke über die Leie

Was uns an Gent auffällt, ist die stolze Turmsilhouette, der Stadt den Ruf eines "Manhattan des Mittelalters" einbrachte. 

Bild 11: Am Ufer der Leie

Himmelstürmend bauen sie sich auf: die Nikolauskirche, der Belfried, die Kathedrale St. Bavo. Unter der Brücke zieht träge die Leie dahin, die sich wie eine Schlaufe um die Altstadt legt. Nur die Lautsprecher der Sightseeing-Boote stören das Idyll. 

Bild 12: Am Leie-Ufer mit Blick auf Gents Altstadt

Die Stimmung ist gut. Wir sind nicht die einzigen, die sich der schönen Kulisse als auch der Sonnenstrahlen, die doch sich noch durchsetzen konnten, erfreuen.

Bild 13: Historische Fassaden an Gents Leie-Ufer

Wir folgen der Leie und bewundern die schönen, ja, fast märchenhaft wirkenden Häuser  auf der anderen Uferseite. 

Bild 14: Burg Gravensteen

Weiter nördlich treffen wir am linken Leieufer am Zusammenfluss der Flüsse Lieve und Leie auf die Burg Gravensteen. Als eine der größten Wasserburgen Europas gehörte sie einst den Grafen von Flandern. 

Bild 15: So hat sie wohl einmal ausgesehen, die Burg Gravensteen

Aus blauem Haustein errichtet, hält die Burg eine der 13 Inseln besetzt, auf denen das Zentrum Gents steht. Die Grafenburg zählt zu den bedeutendsten romanischen Burgen Belgiens und deshalb kommen wir um eine Besichtigung einfach nicht herum. 

Die Burg liegt in einem Ringgraben und ist im sternförmigen Stil syrischer Kreuzritter-Forts angelegt. Zwischen dem 13. und dem 14. Jahrhundert wurde die Burg erstmals restauriert. Der ovale Burghof erhielt eine Ringmauer mit 24 vorspringenden, zweistöckigen Türmchen, innerhalb derer die Gebäude des Grafen sowie alle wichtigen Wirtschaftsräumlichkeiten lagen. Der zweischiffige Audienzsaal im Erdgeschoss hat ein machtvolles Gewölbe. Im ersten Stock befindet sich der Große Saal. In den Wohnräumen des Palais ist heute ein Foltermuseum mit Folterwerkzeugen und Gerichtsakten eingerichtet. Im Kellergeschoss war das Gefängnis. Hier befinden sich noch die Folterkammer und das Kerkerloch. Ab dem 12. Jahrhundert wuchs Gent so enorm, dass die Burg nun davon umschlossen wird. 

Bild 16: Blick auf den Einlass in die Burg Gravensteen

Über eine Stunde schauen wir uns die Örtlichkeiten an und als wir etwas schlauer, aber auch müde, die Burg wieder verlassen, deutet sich bereits wieder eine nahende Schlechtwetterfront an. 

Bild 17: Unterwegs am Ufer der Leie in Gent

Noch aber ist es trocken und wir folgen weiter der Leie. Dabei kommen wir am Vleeshuis vorbei, rechts auf dem Bild. Es stammt von 1406 und diente als Fleischmarkt. 

Bild 18: Eindrücke am Ufer der Leie in Gent

Weiter geht es entlang der Leie.Wir genießen die Atmosphäre im Patershol, dem vermutlich ältesten Viertel Gents mit seinen vielen bunten Häusern. 

Bild 19: Eindrücke am Ufer der Leie in Gent

Der Himmel verdunkelt sich immer mehr. Doch wir sind trotzdem zufrieden damit, bis jetzt vom Regen verschont worden zu sein. Wie schön muss das hier doch alles im Sommer sein? Andererseits wird man dann vielleicht von Touristenmassen erdrückt?

Bild 20: Rabottürme am Rande der Altstadt von Gent

Wir laufen bis zur Schleuse mit den Rabottürmen am Rande der Altstadt. Bis hierhin fahren auch die Ausflugsboote. Hier in der Nähe befindet sich auch einer der beiden Beginenhöfe, die beide im 13. Jh. gegründet wurden. Noch heute wird er von Beginen bewohnt, die sich in alte, malerische Tracht kleiden. Die Backsteinhäuschen, die Gärtchen und die Kirche haben den stillen Charme längst vergangener Zeiten.

Bild 21: im Patershol, dem vermutlich ältesten Viertel Gents 

Am frühen Nachmittag verlassen wir Gent. Wir wollen weiter nach Brügge, wo wir im Best-Western, das sich etwa drei Kilometer südlich der Altstadt befindet, für zwei Nächte vorgebucht haben. Das Hotel wurde erst im Jahr zuvor eröffnet, erfahren wir. Nachdem wir dort unser Zimmer bezogen haben, machen wir uns ohne Gepäck auf den Weg in die Altstadt. Beim Konzertgebäude am Rand der historischen Altstadt stellen wir das Gespann ab. Es hat mittlerweile angefangen zu regnen.

Bild 22: Brügges Altstadt im Regen

Trotz des schlechten Wetters sind viele Touristen unterwegs. Denn Brügge ist nicht nur die größte Stadt der Provinz Westflanderns, sondern bietet wie wenige andere Städte in Europa ein komplett erhaltenes mittelalterliches Stadtbild. Allein in der Altstadt stehen über 2000 denkmalgeschützte Häuser - und würde es jetzt nicht regnen,  erschiene Brügges Zentrum heute makellos.

Lange Zeit kamen angesichts leerer Kassen Neubauten in Brügge nicht in Frage und so erwies sich Armut als der beste Denkmalschützer. Somit entpuppen sich die fast fünfhundert Jahre Stillstand im Nachhinein als Schönheitsschlaf. Im Jahr 2000 wurde der mittelalterliche Stadtkern von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. 

Bild 23: Eine der vielen Kutschen in Brügges Altstadt

Der immer wieder einsetzende Regen, aber auch die Hagel- und Graupelschauer scheinen die vielen Touristen, die hier herum laufen, nur wenig zu stören. Die Kutschen sind gut besetzt und die Geschäfte an diesem Ostersamstag auch zu später Stunde noch gut besucht. 

Die Kutscher auf ihren Böcken schützen sich mit großen Schirmen vor dem Nass von oben und inspirieren Andrea zum Kauf eines klapperigen Schirmes für sage und schreibe 14 EUR (Das waren die billigsten). Der Schirm, den sie letztens im Klever 1-Euro-Shop mitgebracht hat,  ist qualitativ bestimmt nicht schlechter, nur leider jetzt nicht verfügbar ;-(

Bild 24: Die Auslagen einer Chocolaterie in Brügge

Wir laufen durch Straßen und über Plätze und schauen uns die Auslagen der Geschäfte an. Insbesondere fallen uns die vielen Läden auf, in denen Schokolade und Pralinen hergestellt und vertrieben werden. In einem Schaufenster sehen wir tatsächlich ein ca. 60 cm langes und 30 cm hohes halbes Ei aus massiver Schokolade liegen. Was wohl daraus gemacht wird?

Bild 25: Im Dali-Museum in Brügge

Am großen Markplatz fällt uns wieder das Dali-Museum auf, in das wir diesmal tatsächlich hinein gehen. (Als wir im letzten Sommer hier waren, war es dafür leider zu spät.) Unter einem großen bunt angemalten und beleuchteten Gewölbe mit vielen  Spiegeln kann man einige der Werke Dalis besichtigen. Insbesondere kann man hier auch Drucke des Meisters kaufen. 

Bild 26: Im Dali-Museum in Brügge

Doch nicht nur Dali-Gemälde hängen hier an den Wänden, sondern auch einige seiner Skulpturen sind hier ausgestellt. 

Bild 27: Fassade in Brügges Altstadt

Der Regen hat nachgelassen, als wir das Museum verlassen. Wir sind mittlerweile hungrig geworden und essen in einem Restaurant in der Altstadt zu Abend. 2x  Lasagne und 1x Pommes frites, dazu für jeden ein Bier, für zusammen 44 Euro! Die Stadt, weiß, was sie wert ist. Auf dem Rückweg zu unserem Motorrad kommen wir an der  Heilig-Blut-Kathedrale vorbei, die jedoch bereits geschlossen ist. Wir beschließen, den ältesten Bau der Stadt morgen gleich als erstes‘ðôã󬽟»øÞ×ÞÐ|Bild 28: Belfried von Brügge am Grote Markt

Auf dem Rückweg zum Motorrad kommen wir auch wieder am Marktplatz vorbei. Der Himmel hat sich etwas aufgelockert und wir machen ein Bild von den hübschen Fassaden der Häuser am Platz. Ein Restaurant steht hier neben dem anderen. Und im Sommer hat man trotzdem manchmal Probleme, hier einen Platz zu bekommen. Mittlerweile haben sich 95 Hotels und über 200 Restaurants auf den Fremdenverkehr in Brügge eingerichtet.

Der Stadtturm am Marktplatz wurde zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert errichtet und besitzt ein berühmtes Glockenspiel, das jeden Sonntag um viertel vor zwölf erklingt. Ganz oben in 83 m Höhe ist eine Aussichtsplattform angebracht, von der aus man bei gutem Wetter eine gute Rundsicht genießen kann. - Wir ersparen uns heute jedoch den Aufstieg, denn in die Wolken können wir auch von hier unten gut sehen!

Bild 29: Am Morgen des Ostersonntag vor unserem Hotel in Brügge

In der Nacht hat es geschneit. Die Temperatur liegt knapp über null Grad. Trotzdem meint es der Wettergott gut mit uns, denn der Himmel lacht und zeigt heute morgen nur wenige Wolken. Der Schnee wird leider bald wieder verschwunden sein.

Bild 30: Brunnen am Concertgebouw (Konzertgebäude)

Bereits in Brügges Altstadt ist nicht mehr viel vom Weiß zu sehen. Am Konzertgebäude stellen wir das Motorrad ab. Es ist erst halb 10 und die  Läden sind noch alle zu und die Straßen wirken wie ausgestorben. (Warum sind wir so früh unterwegs? Wir dachten tatsächlich, dass heute die Sommerzeit beginnen würde. Echt!)

Bild 31: Möbelgeschäft in Brugge

Noch haben wir unseren Irrtum nicht bemerkt und freuen uns darüber, als einzige Touristen unterwegs zu sein. Die mächtigen Möbel in einem Geschäft finden wir beide gut. Vielleicht finden sich bei uns ja noch einige großen Balken, so dass man so etwas auch selbst einmal versuchen könnte. Deshalb haben wir dieses Foto gemacht!

Bild 32: Chocolaterie in der Nähe des Grote Markt

Zwar stammen die meisten Häuser der Altstadt aus dem Mittelalter, doch sind natürlich einige älter oder jünger als andere und Baulücken wurden irgendwann auch wieder geschlossen. So kommen wir auf dem Weg zum Grote Markt an einer Kreuzung vorbei, wo dieses skurile Ensemble zu sehen ist. Die kleine Chocolaterie befindet sich hier mehr oder weniger auf dem Bürgersteig.

Bild 33: Häuser am Grote Markt

Die Gebäude sehen unter dem hellen Himmel heute viel freundlicher als noch gestern aus. Noch wirkt die Stadt unwirklich. Kaum jemand ist auf dem Platz unterwegs. Die Fassaden sind noch unverstellt mit Fahrzeugen und Menschen und das schöne Licht lädt dazu ein, Fotos zu machen.

Bild 34: Rathaus am Grote Markt in Brugge

Das Brügger Rathaus ist übrigens Belgiens ältestes - und ein Schmuckstück obendrein. Außen trägt der Bau, der 1376 entstand, schöne Steinfiguren und innen soll ein sehr schöner Ratssaal mit hölzernem Gewölbe sein, den wir uns allerdings nicht angesehen haben.

Bild 35: in der Basilika des Heiligen-Blutes in Brugge

Wir laufen über den Eiermarkt und gelangen zur Basilika des Heiligen-Blutes. Die Messe beginnt erst um elf Uhr und wir haben noch etwas Zeit, uns das Kircheninnere anzuschauen. Durch die romanische Unterkirche gelangen wir in die ein Stockwerk höher gelegene Kirche mit ihrem kostbaren Schrein, in dem sich die Phiole mit dem angeblichen Blut Christi befindet.

Bild 36: in der Basilika des Heiligen-Blutes in Brugge

Das Blut Christi - einige Tropfen davon soll Dietrich von Elsass, Graf von Flandern, im Jahre 1150 von einem Kreuzzug aus Jerusalem mitgebracht haben. Aufbewahrt wird die Reliquie seither hier.

Bild 37: die Basilika des Heiligen-Blutes in Brügge von außen

Einmal im Jahr, am Himmelfahrtstag, verlässt die Phiole mit dem heiligen Blut die Kapelle, um in einer feierlichen Prozession durch die mittelalterliche Innenstadt getragen zu werden. In einem farbenprächtigen Umzug mit Prunkwagen und ca. 2.000 Laiendarstellern wird dann die Heilsgeschichte vom Sündenfall bis zur Erlösung in 27 Bildern dargestellt.

Bild 38: an der Basilika des Heiligen-Blutes in Brügge

Gleich angrenzend befindet sich das hochgotische Rathaus. Golden glänzen gleich daneben Justitia, Moses und Aaron auf dem Renaissance und Barock vereinenden Giebel der alten Stadtkanzlei. Als wir auf den Hof der Liebfrauen-Kirche kommen, fängt es wieder an zu schneien. Wir setzen uns in ein Cafe am Grote Markt und genießen das Lichtspiel auf dem Marktplatz bei einem Cappuccino (für jeweils knapp fünf Euro!). 

Bild 39: Spiegelungen in einem Kanal in Brügge

Stille Kanäle, in denen sich uralte, efeubewachsene Mauern und tiefhängende Trauerweiden spiegeln, führen uns bald danach an malerischen Winkeln vorbei, an stimmungsvollen Innenhöfen, kopfsteingepflasterten Gassen und stolzen gotischen oder barocken Bürgerhäusern. Die runden Brücken sind so niedrig, dass sich die Leute in den Booten beim Hindurchfahren oft tief bücken müssen.

Bild 40: Kanal in Brügges Altstadt

Brügge ist also nicht nur auf gepflasterten Straßen zu erkunden. Und so entschließen auch wir uns zu einer Bootstour auf den Kanälen, die die Stadt durchziehen. 

Bild 41: im historischen Zentrum in Brügge

Die ersten Verkäufer bauen gerade ihre Stände mit Kunsthandwerk, aber auch viel Plunder und Kitsch unter den Säulenhallen auf. In der Nähe des Platzes sehen wir  Bootsanleger, wo Fahrten durch die Kanäle Brügges angeboten werden.

Bild 42: Sicht vom Rozenhoedkaai

Da wir heute sehr früh unterwegs sind, ist der Andrang an den Anlegern noch nicht zu groß und ohne lange warten zu müssen, sitzen wir bereits auf dem Wasser und lassen uns die Sehenswürdigkeiten von hier unten aus erklären.

Bild 43: Sicht vom Rozenhoedkaai aus

Brügge ist ein Dornröschen, das vor mehreren Jahrhunderten in den Schlaf gefallen ist. Und obwohl es jeden Morgen von den Touristen wachgeküsst wird, träumt es, gleichsam mit offenen Augen, weiter von zierlichen Stufengiebeln, Türmchen und Winkelgässchen.

Bild 44: Bootstour durch Brugges Kanäle

Jedes Gebäude, das nicht älter als 200 Jahre ist, gilt hier als Neubau.

Bild 45: Besuch einer Kunstgalerie in Brügge

In der Nähe des Bootsanlegers haben mittlerweile Händler ihre Stände mit  Trödel und anderem aufgebaut. Während wir daran vorbei schlendern fällt uns eine Kunstgalerie auf, die uns anzieht und zu einem interessanten Besuch lockt. 

Bild 46: Die richtige Kleidung für einen Besuch in einer Kunstgalerie

Doch in Belgien stört sich niemand daran. Als wir wieder nach draußen treten, hat sich der Himmel weiter zugezogen. Wir spazieren zum Schleusenhäuschen Minnewater, auf das wir bei der Bootsfahrt aufmerksam wurden.

Bild 47: unterwegs zum Schleusenhäuschen Minnewater

Minnewater ist das ehemalige geschäftliche Hafenbecken für den regelmäßigen Transportdienst zwischen Gent und Brügge

Bild 48: belgische Spezialitäten

Wussten Sie es? Außer für seine Schokolade, vor allem die Pralinen und belgische Waffeln ist Belgien auch für seine Pommes Frites bekannt. Außerdem gibt es über 300 belgische Biere.

Bild 49: Unterwegs zum Schleusenhäuschen Minnewater...

... begegnen wir dem Götterkönig Zeus und Leda, dem Schwan, in einer von Pegasos gezogenen Kutsche.

Bild 50: Unterwegs zum Beginenhof

In der Nähe befindet sich der schöne Beginenhof, in dem ein Frauenorden gelebt hat, den man in Flandern oft begegnet.

Bild 51: im Beginenhof

aus wikipedia.de:

Der Name Beginen wird erst im 15. Jahrhundert von den Insassen dieser Stifte selbst gebraucht; in der früheren Zeit war es ein Schelt- und Sektenname, der von den „Brüdern“ und „Schwestern“ (so pflegten sie sich selbst zu nennen) zurückgewiesen wurde.
Die Herkunft des Namens Beginen oder Begarden ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Erzählungen in Verbindung mit dem Namen der Hl. Begga, die in einer späteren Epoche zur Schutzpatronin der Beginenhäuser gemacht wurde, scheinen auf einer Legende zu beruhen. Wahrscheinlicher ist die Ableitung vom Namen eines Lütticher Priesters: Lambert le Bégues oder auch Lambert de Beghe (=Stammler) stiftete 1180 in Lüttich das erste Beginenhaus. In einem ihm gehörenden großen Garten in der Nähe der Stadt ließ er eine nicht kleine Anzahl einzelner Häuschen erbauen, die er Jungfrauen und Witwen ohne Unterschied des Standes und Vermögens unter der Bedingung zu Wohnungen gab, dass sie keusch und züchtig, arbeitsam und verträglich zusammen lebten. In der Mitte des Gartens ließ er eine kleine Kirche für seine Pfleglinge bauen.

Osterglocken und Narzissen schmücken den Rasen vor den alten Häusern des Beginenhofs. Heute leben hier allerdings keine Beginen mehr, sondern Benediktinerinnen. 

Bild 52: am Strand von Knokke

Spätnachmittags kommt uns die Idee, von Brugge aus die wenigen Kilometer  zur Nordsee zu fahren. Andrea will sich unbedingt mal wieder Knokke anschauen, wo sie als Kind häufig die Ferien verbrachte. 

Bild 53: hereinbrechende Flut am Strand von Knokke

In der Nähe der Uferpromenade stellen wir das Gespann ab und machen einen längeen Spaziergang entlang der See.

Bild 54: Stilleben am Strand von Knokke

"Bei diesem Wetter wird in Knokke wohl nicht viel zu sehen sein", meine ich, doch ich muss mich eines Besseren belehren lassen. Am Strand sind wir nicht die einzigen, die unterwegs sind. Die Flut kommt immer näher und bringt Neues aus der Nordsee und Weggeworfenes von den Schiffen zu Tage. 

Bild 55: Andrea am Strand von Knokke

Andrea ist hier voll in ihrem Element als Jägerin und Sammlerin. Natürlich findet sie wieder einige Steine, die diesmal im Gespann allerdings weniger wiegen.

Bild 56: Uferpromenade von Knokke

Später laufen wir zur Uferpromenade, die nahezu durchgehend mit mehrgeschossigen Apartmenthäusern bebaut ist, die als Ferienwohnungen genutzt werden. Aufgrund der geographischen Nähe sowohl zu den belgischen Metropolen Antwerpen und Brüssel als auch zur deutschen Rhein-Ruhr-Region ist Knokke-Heist ein beliebter Ferienort vor allem für wohlhabendere Kreise. Die Preise für Ferienimmobilien erreichen hier Spitzenwerte bis zu 10.000 Euro pro Quadratmeter. Edelboutiquen der großen Modehäuser bestimmen das hochwertige Ambiente. Das Spielcasino von 1930 deutet mit seiner Art Deco Ausstattung auf die Frühzeit Knokkes als mondäner Badeort hin. Auch bei diesem Wetter herrscht hier reges Treiben und die Plätze der Cafes und Restaurants sind gut besetzt. Wir entschließen uns hier etwas zu essen, bevor wir wieder ins Hotel zurück fahren, um dort den Tag im Hotel zu beenden.

Bild 57: mit dem neuen Regenschirm in Kortrijk

Auch am Ostermontag schneit es, als wir wach werden. Die Wetterprognosen sehen keine Besserung vor und der Manager an der Rezeption kann beim Auschecken nicht so richtig verstehen, dass wir bei diesem Wetter Motorrad fahren wollen. Doch eigentlich haben wir doch bisher gar kein richtig schlechtes Wetter gehabt! 

Wir wollen noch nicht zurück nachhause. Unser Ziel ist Kortrijk ca. 24 km von der belgisch-französischen Grenze entfernt. Im Mittelalter ab dem 14. Jahrhundert erlebte die Stadt eine Zeit der wirtschaftlichen Blüte, die mit der Entwicklung der Textilindustrie zusammenhing. 

Bild 58: am Marktplatz in Kortrijk

Fast großstädtisch wirkt Kortrijk an diesem Ostermontag. Abseits des Marktplatz mit dem Belfried aus dem 14. Jahrhundert und dem nur wenige Jahre jüngeren Rathaus stellen wir das Motorrad ab. 

Bild 59: am Marktplatz in Kortrijk

Wir laufen zur St. Martins-Kirche und wagen einen Blick hinein. 

Bild 60: Beginenhof in Kortrijk

Gleich dahinter befindet sich der verwinkelte, anheimelnde Beginenhof, der uns mit seinem Ensemble von 42 Häusern aus dem 13. Jahrhundert sofort wieder in die Vergangenheit versetzt. 

Bild 61: Beginenhof in Kortrijk

Beginen verfügten frei über ihr Hab und Gut, auch über etwaige Ländereien. Ein Armutsgelübde war ihnen fremd. Sie strebten vielmehr an, für ihren eigenen Lebensunterhalt zu sorgen. Sie webten Leinen, klöppelten und häkelten Spitze, wuschen und bleichten Wäsche. 

Bild 62: Beginenhof in Kortrijk

Zudem kümmerten sie sich um den Unterricht der ihnen anvertrauten Mädchen, der sogenannten »Wohnkinder«. Auch Armenfürsorge und Krankenpflege gehörte zu ihren Aufgaben. Wollte eine Begine heiraten, so konnte sie ohne soziale Ächtung die Frauengemeinschaft verlassen und ihr Hab und Gut mit sich nehmen.

Bild 63: Beginenhof in Kortrijk

Die jeweiligen Höfe bestanden aus den Wohnhäusern der Beginen, dem Konvent für die neueintretenden Beginen, dem Wohnhaus der Grande Dame, der Infirmerie für die Krankenpflege und der »Tafel zum Heiligen Geist«, die der Armenversorgung diente.

Bild 64: Broeltürme in Kortrijk

Eine andere Sehenswürdigkeit der Stadt sind die zwei an der Leie befindlichen Türme der einstigen Stadtbefestigung aus dem 13./15. Jahrhundert, die Broeltürme.

Bild 65: Stadtturm von Kortrijk

Als sicherster Ort einer Stadt beherbergte der Turm in seinem Innern meist das Stadtarchiv, die Schatzkammer und oft auch ein Gefängnis. Darüber hinaus diente er als Wachturm (um Feinde, aber auch Stadtbrände schnell zu entdecken) und zum Ausrufen öffentlicher Angelegenheiten.

Bild 66: Spätgotisches Rathaus in Kortrijk

Bevor wir weiter fahren wärmen wir uns in einem Restaurant unweit des Rathauses wieder einmal mit Cappuccino auf.

Bild 67: Ameisen im Winter

Unser nächstes Ziel ist die Schlossanlage in Beloeil  kurz vor Mons. Die Strecke steigt an und führt uns in dünner besiedeltes Gebiet. Über wenig befahrene und oft schmale Straßen geht es und etwa 40 km vor Mons sehen wir auf einmal in der Mitte eines Kreisverkehrs diesen Stein mit den riesigen Ameisen darauf. Ich halte an, um ein Foto davon zu machen.

Bild 68: Schlossanlage in Beloeil

Bald darauf haben wir Beloeil erreicht. Es schauert wieder und die Sicht ist so schlecht, dass ich zunächst an der bekannten Schlossanlage aus dem 17. Jh., die sich in einem der schönsten Parks Belgiens befinden soll, vorbei fahre. Wir kehren um, stellen das Motorad ab und laufen über den gepflasterten Weg zum Schloss hinüber.

Bild 69: Schlossanlage in Beloeil

Da gibt es schillernde Wasserspiele, Brunnen mit Figürchen und eine Orangerie. Eine lange, von zweihundertjährigen Buchen gesäumte Allee führt auf den großen Teich vor dem Gebäude zu. Es hat wieder angefangen stark zu regnen und wir  entschließen uns, die Rückkehr nach Hause anzutreten. So machen Besichtigungen keinen Spaß.

Bild 70: Chateau-D´Attre

Als wir etwa 20 km hinter Beloeil am Chateau-D´Attre vorbei kommen, scheint zwar wieder die Sonne, doch der Entschluss wird nicht erneut abgeändert. Wir fahren nach Hause! Uns reicht´s. Das Motorradfahren geht ja, doch die Besichtigungen machen bei diesem Wetter keinen Spaß mehr!

Bild 71: Atomium in Brüssel

Nicht geplant war allerdings, dass unser Rückweg an Brüssel vorbei führen soll. Und als wir so auf der Autobahn unterwegs sind, kommt mir die Idee, doch noch einmal einen allerletzten Stopp am Atomium einzuschieben:

Bild 72: Blick auf die untere Kugel des Atomiums in Brüssel

Das Atomium ist ein Wahrzeichen Brüssels und wurde zur Weltausstellung 1958 von dem Architekten André Waterkeyn als Symbol für das Atomzeitalter und die friedliche Nutzung der Kernenergie entworfen und unter Leitung der Architekten André und Michel Polak errichtet.

Bild 73: Blick aus der obersten Kugel auf Brüssel

Das Bauwerk, anfangs mit einer Aluminiumhaut und seit einer im Februar 2006 abgeschlossenen Renovierung mit einer Edelstahlhaut überzogen, stellt mit Hilfe von neun Atomen die Elementarzelle einer Eisen-Kristallstruktur in milliardenfacher Vergrößerung dar. Es ist 102 Meter hoch und besteht aus neun Kugeln von jeweils 18 Meter Durchmesser, von denen sechs begehbar sind. 

Bild 74: Blick in einen der Verbindungsgänge

Die Kugeln sind durch 23 Meter lange Röhren, die Rolltreppen und Verbindungsgänge enthalten, miteinander verbunden. 

Bild 75: Einige der Verbindungsgänge sind mit Rolltreppen ausgestattet.

Insgesamt gibt es zwischen den Kugeln 20 Verbindungsgänge. Im mittleren Rohr der etwa 2.400 Tonnen schweren Konstruktion befindet sich ein Aufzug, der die Besucher in 25 Sekunden zur obersten Kugel des Atomiums bringt. Dort befinden sich ein Restaurant sowie rundherum Fenster mit Panoramablick. 

Bild 76: Eis-Pause in der mittleren Kugel

Nachdem wir ganz oben waren, laufen bzw. fahren wir auch noch über die Verbindungsröhren in die anderen begehbaren Kugeln. Und das macht hungrig!

Bild 77: Blick aus einem der Rundfenster eines Verbindungsgangs

Ursprünglich war ja geplant, das Atomium nach Beendigung der Weltausstellung wieder abzubauen. Welch ein Verlust wäre das für das Land bloß geworden! Gut, dass es heute noch steht. In Anbetracht der 10 Euro Eintritt, die ein Erwachsener zahlen muss, dürfte es dem Land Belgien eigentlich nicht zu teuer werden in Anbetracht der vielen Besucher.

Bild 78: Wieder unten!

Nach der Besichtigung sind wir beide begeistert. Hätten wir uns nicht entschlossen, zurück zu fahren, hätten wir das Atomium wahrscheinlich nicht gesehen. Ein kleiner Trost, der uns den vorzeitig beendeten Urlaub sicherlich besser verschmerzen  lässt.

Die letzten 250 km nach Hause durch Schneeregen, Schneetreiben und Dunkelheit werden noch sehr ungemütlich. In den Nachrichtungen und Zeitungen kann man am nächsten Tag von vielen Unfällen durch Schnee und Glatteis lesen. Die Kilometer ziehen sich bis wir irgendwann durchgefroren, aber heil, wieder vor unserer Haustür stehen und uns auf das warme Bett freuen. 

Ein kleiner Trost: Im nächsten Jahr ist Ostern erst zwei Wochen später.

 

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aktualisiert am:  19.05.2012  - 203535035 Home ^^