Samstag, 19. Mai 2012 - - aktuelle Bauernregel -
KurztrippsSaisoneröffnungstour 2012vom 03. bis 04.03.2012 Altes Elefantentreffen 2012 Bilder vom Alten Elefantentreffen am Nürburgring vom 24. bis 26.02.2012 Unterwegs mit Becker-Tours in die Eifel Bilder von einer herbstlich-sonnigen Motorrad-Abschlusstour vom 14.-16.10.2011 Hänsel-und Gretel-Treffen 2011 Bilder und Bericht von einem märchenhaften Treffen bei Nikolaus und Karin in Goch-Pfalzdorf vom 19.-21. Aug. Boxerkunsttreffen 2011 Bilder und Bericht vom Treffen, das in diesem Jahr vom 27.-29.Mai im Wendland stattfand Wir fahren nach Madagascar Bilder und Bericht vom Ostertripp 2011 in die Ardennen Bratkartoffelnessen Vom 25. bis 27. März ´11 fand bei Nikolaus und Karin wieder einmal eines dieser heißbegehrten Motorradtreffen statt. Abschlusstour 2010 Die geplante ca. 215 km lange Tour rund um das Knüllgebirge soll uns über kleine, aber sehr kurvenreiche Kreis- und Landstraßen, durch Hessens Norden führen... Herbsttour feucht-kalt vom 14. bis 16.10.2010 2-Ventiler-Treffen 2010 auf der Katlenburg vom 24. bis 26.09.2010 Still-Leben Ruhrschnellweg Mitten auf der Hauptverkehrsader feiern die Menschen der Metropole Ruhr mit ihren Gästen und Besuchern am 18. Juli 2010 ein einmaliges Fest der Alltagskulturen. Von 11 bis 17 Uhr, wenn die gesamte Strecke in beiden Richtungen für den Kraftverkehr gesperrt ist. Immer der Elbe nach Motorradtour zur Unterelbe zum 2010er 100.000-km-Treffen in Legau 11.-13.06.2010 Besuch im Freilichtmuseum Hagen Bilder vom 06.06.2010 Motorradtour zum Baldeneysee Die vier künstlichen Inseln darauf gehören wohl zu den spektakulärsten Ereignissen der Kulturhauptstadt 2010 Boxerkunst-Treffen 2010 auf der Domäne Hohlenfels Bilder vom Wochenende 28.-30.05.2010 Pfingsten in den Ardennen Wettermäßig stehen die Zeichen gut für das Pfingstwochenende 2010 und wir alle freuen uns auf die Ardennen und einige kurvige Motorradstrecken durch die ausgedehnten Waldgebirge... Eisheiligen-Tour in den Thüringer Wald Einige schöne Tage wollten wir am Rennsteig, dem historischer Grenz- und Kammweg im Thüringer Wald, verbringen. ...An die alten Bauernregeln zu den Eisheiligen hatte jedoch keiner gedacht. Motorradtreffen beim MFP Stade Vom 23.-25.04.2010 luden die Motorradfreunde der Polizei Stade ein zum rustikalen Nordtreffen mit mittelalterlichem Treiben in der alten Festung Grauerort direkt am Elbestrand. Es sollte ein sonniges Wochenende mit vielen neuen Bekanntschaften und so manchen Überraschungen werden... Bikerfrühstück beim MCE Emmerich Am 11.04. ging es zum Bikerfrühstück des Motor-Club Emmerich. Nach 43 Jahren gibt es ihn immer noch. Sogar einige der Gründer sind noch dabei. 2-Ventiler-Ruhrgebiet-Treffen Arno gab am 2.3. im 2-Ventiler-Forum den Anstoß dazu einmal ein 2-Ventiler-Ruhrgebiet/NRW Treffen zu initiieren. Und damit rannte er erkennbar offene Türen ein, denn die Resonanz darauf an diesem zwar kühlen, aber doch sonnigen April-Samstag war enorm. Rhein-Taunus-Tour Eine Motorrad-Tour durch den Naturpark Rhein-Taunus. Ein Gebiet mit zahlreichen sehenswerten Burgen, Schlössern, Klöstern, Kirchen und noch vielen Spuren aus der Römerzeit Ijsselmeer-Runde zum Saisonstart 2010 Bilder vom 13.03.10 Altes Elefantentreffen 2010 Am Aschermittwoch ist noch lange nicht alles vorbei. Noch in derselben Woche startete nämlich am Freitag das jährlich stattfindende Alte Elefantentreffen am Nürburgring, auf das sich Winterfahrer aus allen Teilen Europas schon lange gefreut haben. Wintertreffen Ossenlock 2010 Bilder vom 16.01.10 Dreikönigstreffen ´10 in Ahaus Bericht und Bilder vom 12. Treffen vom 09.-10.01.10 Scoot around the X-mas tree 2009 Bilder vom 24.12.2009 in Hagen Aussichten: nass-kalt! Ein Bericht über eine herbstliche Motorrad-Rundtour durch die deutschen Mittelgebirge (10.-16.10.09) Rund um den Rennsteig Ein Bericht über eine spätsommerliche Motorradtour (18.-20.09.09) in den Thueringer Wald Sonntagsrunde durchs Ruhrgebiet Bilder vom 13.09.09 21. Schottenring Classic Grand Prix Bilder vom Wochenende 14.-16.08.09 Sommertreffen ´09 der Liberty Rangers Marienbaum Bilder vom Wochenende 24.-26.07.09 zum Mofa-Rennen nach Werl Bilder vom 05.07.09 Kurventraining in den Ardennen Bericht und Bilder vom Wochenende 26.-28.06.09 Sommertreffen 09 des MC Ossenlock e.V. Bilder vom Besuch am 20.06.09 Land der offenen Fernen Mai-Tour mit dem BMW-Motorrad-Club Niederrhein hinein in die Rhön Besuch des Motorrad-Museum Montabaur Bericht und Bilder vom 25.04.09 Ostergrüße aus dem sonnigen Harz Bericht und Bilder von der Ostertour 2009 Rundfahrt ums Ijsselmeer am 01.03.09 Winterbilder vom Niederrhein (Jan.09) Dreikönigstreffen ´09 in Ahaus Bericht und Bilder vom 11. Treffen vom 2.-4.01.09 Jahresabschlussfahrt nach Zons Bericht und Bilder vom 28.12.2008 Scoot around the X-mas tree 2008 Bilder vom 24.12.2008 in Hagen Abschlussfahrt 2008 des BMW-Club-Niederrhein Bilder vom 19.10.2008 Herbsttour in die Ardennen Bericht und Bilder zu einer herbstlichen Wochenendtour in die Ardennen Ins Reich der Hexen Ein Wochenende im Harz im Sept. 08 Bei den Zylinder Cops in Castrop-Rauxel Bilder des Treffens vom 29.-31.08.08 Burgen, Bunker, Stalaktiten, Fritten Eine Wochenendtour in die Ardennen BMW-Treffen Westfalen vom 11.-13.07.08 Münsterland-Tour Saison-Eröffnungsfahrt des BMW-Club Niederrhein am 13.04.08 Spätwinterliche Ostern in Flandern Eine Fahrt mit dem Gespann zu einigen der schönsten und besterhaltensten mittelalterlichen Städte Europas (März 08) Altes Elefantentreffen ´08 Eindrücke vom Treffen am Nürburgring (Febr.08) Oh, Du schöner Westerwald... Eine Februartour durch Bergisches Land, Sauerland, Westerwald und Taunus Karnevalsflucht zur niederländischen Nordseeküste (Febr.08) ;;;Waterproof;;; 4. Winterkamp der MZ-und Gespannfreunde Mandeln am Edersee vom 18.-20.01.08 Dreikönigstreffen ´08 in Ahaus Bericht und Bilder vom 10. Treffen vom 4.-6.01.08 1. Wildsau Winterge- spanntreffen in Hamm Bilder vom 1. Treffen der Wildsäue vom 23. bis 25.11.07 HD Herbsttreffen '07 Bilder vom 27. Treffen in Heidelberg vom 19.-21.10. Oldtimer-Treffen in Meddo/NL am 16. Sept. 2007 zur documenta 12 Die documenta 12 ist die zwölfte Ausgabe der documenta, der weltweit bedeutendsten Ausstellung für zeitgenössische Kunst. Eindücke von unsrem Besuch am 14. Juli 2007 in Kassel Ein Wochenende in den Ardennen unterwegs im Dreiländereck zwischen Maas und Semois (5./6.5.07) Von Waterloo nach Rom eine Motorradtour durch die Mecklenburgische Seenplatte (Apr.´07) Wintertreffen MC Grieth Bilder vom 24.02.07 Einmal Nordsee und zurück Deichfahrt mit dem Gespann zur holländischen Küste Moto-Guzzi Wintertreffen 12.-14.1.07 Dreikönigstreffen ´07 in Ahaus inkl. Video HD Herbstreffen ´06 Bilder vom 26. Heidelberger Herbsttreffen vom 20. bis 22. Oktober 2006 auf dem ehemaligen alten Sportplatz in Reichartshausen Moto-Guzzi-Treffen ´06 mit den Eisbären Niederrhein zum Moto-Guzzi-Treffen nach Kassel-Lohfelden TillTour06 Motorrad-Tagestour am 11.06.2006 vom Heimatverein Till-Moyland e.V. Klassikertreffen ´06 Bilder vom 15. Motorrad-Klassikertreffen in Drangstedt bei Bremerhaven Osterurlaub ´06 im Schwarzwald Bericht über eine 10tägige Motorradtour Wintertreffen Leucht ´06 14.01.06 Ostfriesland ´05 5 Tage Landschaften - Motorradfahren - Entspannung & Kultur HD Herbstreffen ´05 Bilder vom Viertel- Jahrhundert- Treffen in Heidelberg vom 14. -16.10.05 Tiel-Tour .. durch die NL, 26.06.05 6. Zweirad-Oldietreffen in DO-Asseln Bilder vom Treffen / Schiffshebewerk Henrichenburg Klassikertreffen 2005 in Drangstedt Bilder vom 14. Motorrad-Klassikertreffen in Drangstedt bei Bremerhaven Motorrad-Oldies auf Hünxer Flugplatz Am Vatertag (05.05.05) wurde der Flugplatz Schwarze Heide zur Rennpiste für alte, aber immer noch schnelle Motorrad-Oldies. Orientierungsfahrt ´05 Auch in diesem Jahr wollten die Libertys unsere Gehirnzellen wieder einmal auf eine harte Probe stellen und luden ein am Samstag, dem 23.04.2005, zu einer Orientierungsfahrt. Ostern ´05 eine Motorrad-Tour in den Taunus Sauerland/Ederbergland 22.-23.3.05 Südeifel-Wochenende ´05 eine Frühjahrstour Till-Tour ´04 Motorrad-Tagestour am 16.05.04 des Heimatverein Till-Moyland Elefantentreffen ´04 verlegt vom Nürbürgring zum Clubhaus in Marienbaum Dreikönigstreffen ´04 Bilder vom 6. Treffen in Ahaus Museum Ibbenbüren Motorräder in der Schule Ostern ´03 Motorrad-Tour entlang der Nordseeküste nach Hamburg und zurück bis in den Taunus HD Herbsttreffen '02 Bilder vom 22. Treffen in Heidelberg Gespanntreffen Vogelsberg im Herbst 99 Alpenpässe ´97 Bilder einer 5tägigen Tour in den Herbstferien über die schönsten Alpenpässe Gespanntreffen Vogelsberg im Herbst 97 Grachten, Deiche, Blumenfelder Pfingstvorbereitung in Holland (1996 - 1 Woche) Burgen, Bunker, Fritten 1993er Ostertour in die Ardennen Via Tremalzo und mehr.. vom 5. bis 8. Oktober 91 unterwegs im Enduroland Südtirol Deichtour Hollandwochenende Herbst 1989 Motorradtreffen im Odenwald Bilder von 1988-90 Harztour Bilder von der Saisonabschlussfahrt 1988 BMW-Einsteigertour ´88 auf neuen BMW-Motorrädern unterwegs durch die Alpen Das Rennen Das 3-Tage-Spektakel mit über 250.000 Besuchern fand 1988 auf dem Flugplatz von Hartenholm statt. Ursprung war eine Wette zwischen Brösel und seinem alten Kumpel Holgi. Der WERNER-Autor trat mit seiner 4-Motoren-Horex gegen Holgis Porsche an Elefantentreffen ´82 das Wintertreffen am Salzburgring Elefantentreffen ´81 das Wintertreffen am Salzburgring |
Von Waterloo nach Romeine Motorradtour durch die Mecklenburgische Seenplatte zur Bildübersicht zur Übersichtskarte
Noch vor dem Mittag dieses Karfreitags sind wir startklar und haben das Nötigste für unseren gut einwöchigen Kurztripp in die nordöstlichen Gefilde unserer Republik gepackt. Nur über Landstraßen geht es in Richtung Münster, danach durch den Teutoburger Wald und vorbei an Hannover zunächst nach Celle. Die Fahrt ist wenig spektakulär. Trotz des Feiertags ist wenig los auf den eher kleinen Straßen, auf denen wir unterwegs sind. Zum erstenmal probieren wir das Navigationssystem von TomTom an unserem Motorrad aus, für das ich am Vorabend das alte Roadbook mit etwas Schaumstoff ausgepolstert habe. Bei strahlendem Himmel erreichen wir Celle und finden im Atlantik-Hotel eine Unterkunft. Wir wählen die US-Suite. Hört sich vornehm an, doch die besten Tage hat das Hotel bereits hinter sich. Dennoch haben wir keinen Grund uns zu beklagen. Die Wirtsleute sind nett und das Zimmer ist sauber und gefällt. Celle gilt als südliches Tor zur Lüneburger Heide und besitzt eine schöne Fachwerkaltstadt, die wir nach einem leckeren Abendessen im "Blauen Engel" bei einem Spaziergang erkunden. Da im Zweiten Weltkrieg Bombenangriffe zwar den Bahnhofsbereich, nicht aber die Innenstadt getroffen haben, sind nur wenige Schäden zu verzeichnen. Zahlreiche Fachwerkhäuser sind relativ originalgetreu restauriert worden. Das älteste ist um die 1530 gebaut worden. Viele Türmchen und Erker an den Fassaden, krumme Balken, liebliche Schnitzereien, die vielfach bunt angemalt sind, gibt es zu bestaunen. Das meiste ist sehr gut restauriert. Die Altstadt ist insgesamt die Hauptattraktion der Stadt Celle, doch auch das Schloss ist sehr beeindruckend, wie wir bei einem Spaziergang darum herum feststellen. Am nächsten Morgen fahren wir auf der meist schnurgeraden und vielfach durch Waldgebiete führende B191 hinein in die Lüneburger Heide. Bei Hösseringen befindet sich ein Freilichtmuseum, das von ausgedehnten Waldgebieten der Heide umgeben ist, die hier einen natürlichen Hintergrund für die Gebäude und landwirtschaftlichen Darstellungsflächen des Museumsdorfes bilden. Direkt hinter dem Eingang befindet sich der Dorfteich, an dem uns Enten und anderes Geflügel begrüßen. Auf einem Gelände von ca. 10000 m² werden wesentliche Bautypen des niederdeutschen Fachhallenhauses dargestellt. Es handelt sich um originalgetreue Wiederaufbauten, die größtenteils aus dem Landkreis Uelzen stammen. Bis heute wurden 26 Bauten aus der Zeit zwischen 16. und 19. Jahrhundert wiedererrichtet. Prunkstück des Museumsdorfes ist das Hallenhaus des Brümmerhofes, ein Einzelhof aus dem frühen 17. Jahrhundert. In verschiedenen Häusern werden Einblicke in Arbeitstechniken und Geräte der Imkerei, Schafhaltung, Spinnen, Weben, Schmieden und vieler weiterer ländlicher Handwerkstechniken gegeben. Am Rande des Geländes befindet sich eine Ausstellung über Steine und Findlinge, die in dieser Gegend immer wieder bei der Bodenbearbeitung zu Tage treten. Oft wurden sie zum Bau von Häusern verwendet, aber auch für Bedürfnisse des Handwerks oder im Wegebau. Die Sonne scheint und bei 10°-13°C meint es das Wetter gut mit uns. Wir genießen das schöne Wetter und setzen und vor unserer Weiterfahrt im Hof des nebenan befindlichen Restaurant mit einem Eis noch ein wenig in die Sonne. Über die B191 in Richtung Dannenberg gelangen wir bei Dömitz über die neue Elbbrücke in die ehemalige DDR. Die Stadt Dömitz an der Elbe ist der südlichste Ort in Mecklenburg-Vorpommern und im Naturpark Mecklenburgisches Elbetal. Wir sind nicht weit vom Dreiländereck von Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Brandenburg entfernt. Ein Stück elbaufwärts folgen wir dann der B195 in Richtung Lenzen und fahren ab hier durch die noch nicht beblätterten Alleen in Richtung Karstedt. Dabei lernen wir Waterloo kennen, ein Ortsteil von Wittenberge, wo wir am Ortsschild für ein Foto anhalten. Von Putlitz aus geht es über schöne Strecken nach Weyenburg und dann nach Plau am See. Über die 198 geht es dann um den Plauer See herum nach Malchow. Bald darauf erreichen wir Waren an der Müritz, dem größten vollständig in Deutschland liegenden Binnensee. Ein zweites Waterloo erwartet uns bei der Ankunft auf dem Bauernhof in Alt-Schloen. Hatten wir noch Bilder von Bauernhöfen im Scharzwald oder dem Bayrischen Wald vor Augen, trafen wir hier jäh auf eine völlig andere Welt: Unter freiem Himmel zwischen vermutlich noch aus LPG-Zeiten stammenden Massentierhaltungsställen stehen vor sich hin rottende Maschinen und Traktoren. Zur Wiese hin gibt es ein Areal für Campingwagen und –busse, zwischen denen Kinder und Tiere herum laufen, und hinter dem gepflasterten Parkplatz befindet sich das Hauptgebäude des Hofes. Handtücher und andere Wäsche baumeln an Seilen im Wind. Das Ganze hat den Charme eines Schrottplatzes. Wir betreten den Flur und werden empfangen von einem Haufen unsortiert herum liegender Schuhe und Gummistiefel und finden die Bäuerin im Restaurant gleich neben der Küche. Wenig begeistert zeigt sie uns das Zimmer und verdrückt sich anschließend wortlos wieder nach unten. Das Zimmer ist jedoch in Ordnung und wir haben ja eh keinen Urlaub ausschließlich auf dem Bauernhof gebucht. Nach den heutigen Erlebnissen sind wir beide hungrig und beschließen nach Waren zu fahren, um dort etwas zu essen. Schon von weitem sehen wir die Warener Marienkirche. Bunte Boote liegen im Hafen und einige Urlauber, die noch den schönen Abend genießen, sind noch unterwegs. In einem der vielen Restaurants direkt am Hafen bekommen wir in der untergehenden Sonne noch etwas zu essen. Wegen einer Baustelle gestaltet sich das Hinausfinden später aus dem Ort mittels GPS etwas schwierig, doch nach mehreren Versuchen, die uns zunächst zum Ausgangspunkt zurück führen, gelingt es uns irgendwann. Am Ostersonntag schlagen wir zunächst den Weg nach Malchow ein. Auf einer Insel zwischen dem Plauer See und dem Fleesensee erbaut, wurde Malchow 1147 erstmalig schriftlich erwähnt. Nachdem die Häuser der Insel innerhalb von nur 30 Jahren zweimal abgebrannt waren, wurde die Stadt ab 1721 auf das Festland hin erweitert. Die Stadt war mit dem östlichen Ufer bis zu ihrer Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg mit einer Holzbrücke verbunden. Da für die Wiederherstellung das Geld fehlte, gab es zwischenzeitlich nur einen Fährdienst, der danach jedoch durch einen Erddamm ersetzt wurde. Nach der politischen Wende wurden ab 1991 der historische Stadtkern mit seiner einmaligen Altstadtinsel und der Klosterbereich gründlich saniert. Zur Westseite hin errichteten die Einwohner eine Drehbrücke zwischen der Müritz und dem Plauer See. Wir erleben, wie gerade die Drehbrücke den Wasserweg frei gibt, um mehrere der wartenden Freizeitkapitäne ins benachbarte Gewässer durch zu lassen. Mit einem Apfelpflücker wird von der Brücke aus der Wegezoll eingeholt. Die heutige Stadt besteht aus drei Teilen: der Insel, dem östlichen Teil der Stadt, der durch eine Klosteranlage und ein Stift geprägt ist und dem westlichen Teil, der heute der größte Teil der Stadt ist. Wir kommen hier an einem russischen Ehrenmal vorbei, das der Toten des Zweiten Weltkriegs erinnert. Öfter noch werden wir auf unserer Reise durch Mecklenburg ähnliche Mahnmale sehen. Über Karow kommen wir nach der nördlichen Umfahrung des Plauer Sees dann nach Plau auf seiner Westseite. Plau am See ist ein staatlich anerkannter Luftkurort. Die unter Denkmalschutz stehende sehenswerte Altstadt besitzt zahlreiche Fachwerkhäuser mit dem ältesten Gebäude aus dem 13. Jahrhundert, der Ev. Pfarrkirche St. Marien. Von der einstigen großen Festungsanlage kündet heute noch der Burgturm von 1448 mit seinem 11 m tiefen Verlies. Das Rathaus im attraktiven Stil der Neorenaissance wurde 1888 erbaut nachdem der Vorgängerbau abgebrannt war. Technische Denkmale sind die 1916 mit Hilfe von Kriegsgefangenen errichtete Hubbrücke. Gerade als wir uns in dem daneben befindlichen Cafe an einem Kaffee erfreuen, können wir erleben, wie sie hoch gespindelt wird, um ein Schiff hindurch zu lassen. Unser nächstes Ziel ist Parchim an der Elde. Dabei kommen wir auf dem Weg dorthin durch Rom, das wir nach dem dortigen Urlaub zur Jahreswende allerdings anders in Erinnerung hatten. Wir machen schnell noch ein Beiweisfoto vom Ortseingangsschild und haben dann wenige Kilometer später Parchim erreicht. Auf dem Marktplatz in der Nähe des großen rot-braun gestreiften Gebäudes, in dem sich heutzutage die Post befindet, stellen wir das Motorrad ab und machen uns auf zu einer Stadtbesichtigung. Die Georgen-Kirche fällt uns dabei auf mit diesem für diese Gegend typischen quadratischen, bulligen und kurzen Turm. Nur noch wenige Häuser sind restaurierungsbedürftige. Die meisten der Fachwerkhäuser wurden wieder sehr gut instand gesetzt. Wie Würmer durchlaufen bei einigen die Balken die Fassaden. Hier konnte man keine Fenster mit Standardmaßen einbauen. Nachdem wir Parchim in nördöstlicher Richtung verlassen hatten, erreichen wir Schwerin. Die kleinste deutsche Landeshauptstadt am Südwestufer des Schweriner Sees in einer waldreichen Seenlandschaft weist uns bereits von weitem mit seinem Schloss den Weg. Das Schloss liegt auf einer Insel im Schweriner See. Auf dem großen Parkplatz vor der Insel stellen wir das Motorrad ab und wandern die wenigen Meter zur Insel hinüber. Auch viele andere Touristen haben das gleiche Vorhaben bei dem sonnigen Wetter. Viele alte Bäume, speziell Platanen, stehen auf dem Schlossgelände. Wir sind schwer beeindruckt von den über 300 z.T. vergoldeten Türmchen des Schlosses. Bei seinem Anblick werden wir an einige der Loire-Schlösser erinnert. Eine Personenfähre zieht gerade vorbei und erinnert mit einem Banner daran, dass 2009 die Bundesgartenschau hier stattfinden wird. Heute ist das Schloss Sitz des Landtages des norddeutschen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Davor war es für lange Zeit Sitz der mecklenburgischen Herzöge und Großherzöge. Gegenüber der Insel auf der anderen Seite des Sees findet gerade eine Veranstaltung statt. Große Pyramiden-Zelte sind aufgebaut und wir hören, dass dort einiges dort los sein muss. Nach der Umwanderung des Schlosses verlassen wir die Insel und gehen hinein in Deutschlands kleinste Bundeshauptstadt. Dabei kommen wir über der ansteigenden Hauptstraße vorbei am links liegenden mecklenburgischen Landtagsgebäude. Auf dem Marktplatz stehen die Petermännchen-Stadtrundfahrten-Wagen, doch wir beschließen die Stadt zu Fuß zu erkunden. Für eine Sammlung hat der Tierpark Schwerin am Markt ein Papp-Nashorn ausgestellt, vor dem Andrea sich für ein Foto posieren muss. Obwohl die meisten Gebäude – zumeist Fachwerk – auch hier bereits gut restauriert erscheinen, finden wir zwischendrin immer wieder noch unrestaurierte Bauten mit von Efeu überwucherten Dächern und mit noch aus alten DDR-Zeiten hervorschimmernden Beschriftungen. Fensterscheiben sind geborsten und Wände mit Graffitis bemalt. Zum Schutz vor seitlicher Feuchtigkeit wurde bei freistehenden Häusern manchmal Dachpappe an die Wände angebracht. Aber auch die instand gesetzten Häuser mit den schön gestalteten Fassaden haben ihre krummen Balken und schiefen Fenster vielfach noch behalten. Ein Tabakwarengeschäft weckt unsere Aufmerksamkeit mit seinem Stuck und der interessanten Bemalung. Bevor wir Schwerin wieder verlassen, setzen wir uns am Rand des Marktplatzes vor den großen gelben Palast mit seinen imposanten Säulen, in dem heute ein Restaurant und eine Eisdiele betrieben werden und genießen bei einem Eis die letzten Sonnenstrahlen dieses Spätnachmittags. Am folgenden Ostermontag ist uns das Wetter nicht mehr so gut gesonnen. Der Himmel ist bedeckt, als wir losfahren nach Neubrandenburg und zwischendurch geraten wir in erste Regenschauer. Wir wollen uns in Neubrandenburg die noch fast vollständig erhaltene Stadtmauer ansehen. Noch vor dem Zweiten Weltkrieg galt Neubrandenburg als »Rothenburg des Nordens«. Innerhalb der Mauern wurde durch Krieg und Brand jedoch das Meiste zerstört, doch die Stadtmauer mit den vier spätgotischen Toren ist sehenswert, auch weil sie eine der am vollständigsten erhaltenen mittelalterlichen Wehranlagen aus dem 13.–15. Jahrhundert ist. Eingebettet in einen Stadtmauerring von gut zwei Kilometern Länge und bis zu 7 m Höhe sind die vier Stadttore, der Fangelturm und 52 Wiekhäuser. In ihnen sind jetzt kleine Geschäfte oder Büros eingerichtet. Besonders die schöne Verglasung der Stadttore beeindruckt uns. Reihen von Engeln kleben an einigen von ihnen in der Höhe. Sollten sie dem Ankömmling oder dem Abreisenden etwas Gutes antun? Neben einem der Stadttore steht noch ein alter Filmpalast, der hier offenbar auf seinen Abbruch, vielleicht aber auch auf bessere Zeiten wartet. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Hauptpfarrkirche St. Marien, die nach starker Zerstörung im Zweiten Weltkrieg ab den 1970er Jahren als Konzerthalle wieder aufgebaut wurde. Die Schauer lassen nach und wir beschließen unsere Fahrt fortzusetzen zur Ostsee-Insel Usedom. Die Insel vor dem Stettiner Haff gehört zum größeren Teil zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern . Nur der östliche Teil ist polnisches Staatsgebiet. Wir haben uns überlegt, mit einer Fähre über das Haff zu fahren. In Ueckermünde erfahren wir jedoch, dass die letzte Kraftfahrzeugfähre 2004 ihren Dienst eingestellt hat. Jetzt fahren nur noch Personenfähren. Da wir jedoch nun schon einmal hier sind, machen wir einen Spaziergang durch die Stadt, die auch mit ihren schön restaurierten Fachwerkhäusern angibt. Schöne und bunte Stuckarbeitenn befinden sich an einigen Außenwänden. Da Usedom für heute nicht zuletzt wegen des regnerischen Wetters nicht mehr in Frage kommt, beschließen wir nach Anklam zu fahren, wo wir das Otto-Lilienthal-Museum besichtigen wollen, das uns empfohlen wurde. Schon seit 1927 besitzt die Geburtsstadt Otto Lilienthals ein Heimatmuseum mit Exponaten zum Leben und Schaffen des Flugpioniers und einem Nachbau eines Lilienthal-Gleiters. Die ständige Ausstellung des Museums zeigt alle bekannten Flugzeugkonstruktionen Lilienthals in Rekonstruktion sowie seine aerodynamischen Versuchsaufbauten. Das Wetter wird noch schlechter als wir nach zwei Stunden das Museum wieder verlassen um den Heimweg anzutreten. Kurz vor Mittag haben wir in einer sehr seenreiche Umgebung am nächsten Tag Güstrow erreicht. Außerhalb der Stadt parken wir das Motorrad und laufen die wenigen Meter zum schönen Marktplatz mit der Marienkirche, vor der gerade einige Stände aufgebaut sind. Wir wollen zur Barlach-Gedenkstätte in die Gertruden-Kapelle, die einen Teil seiner Holzskulpturen und bildhauerischen Werke beherbergt. Güstrow wird auch Ernst-Barlach-Stadt genannt. Ab 1910 lebte der Maler und Bildhauer hier. Danach besichtigen wir das Schloss aus dem 16. Jahrhundert, die frühere Residenz der mecklenburgischen Herzöge, wo wir uns im Restaurant im Innenhof ein Eis gönnen. Das Wetter ist besser geworden und der blaue Himmel verlockt uns zu einem weiteren Rundgang durch durch den Ort. Auf die Öffnung des Doms ab 14.00 Uhr wollen wir jedoch ncht warten und so verabschieden wir uns von Güstrow und erreichen bald darauf an einer Moräne mit größeren Wäldern Bad Doberan, das zwischen Rostock und Wismar am Nordostrand der Kühlung liegt. Wir schlagen den Weg ein zum Dom mit den vielen Grabstätten im seinem Innern und den bunt bemalten Säulen. Handwerker sind an allen Ecken aktiv mit Anstreicharbeiten. Ein riesiges von grünen Metall-Blüten umgebenes Kreuz steht am Altar. Im knapp 6 km entfernten Ortsteil Heiligendamm verfügt die Stadt über einen etwa 1 km langen Seestrand, zu dem wir anschließend fahren. Heiligendamm ist der älteste Seebadeort Deutschlands und wird aufgrund der von der See aus sichtbaren weißen Häuserreihe in Strandnähe auch die „Weiße Stadt am Meer“ genannt. Doch nicht nur große Hotels (Kempinski) sondern auch noch einige verfallende Prachtbauten aus dem vorigen Jahrhundert stehen hier. Auf dem Weg zur 200 m weit auf die Ostsee führende Seebrücke sammelt Andrea wieder Steinchen. Auffällig ist hier überall die Polizeipräsenz. Polizisten in Mannschaftswagen oder vor den Cafes und mehrere mit Stacheldraht umzäunte Gebiete erinnern uns daran, dass hier wahrscheinlich demnächst wieder ein G8-Gipfel stattfinden wird. Der Rückweg führt uns in Richtung Rostock. Ein mit Mist beladener Pferdeanhänger sorgt im Feierabendverkehr für einen Stau. Irgendwann verschwindet das Fuhrwerk jedoch nach rechts in eine Kleingartenanlage und wir haben Rostock endlich erreicht. Als wir Rostock schon wieder verlassen haben, kommen wir zufällig an der Pension vorbei, in der wir bei der Ostsee-Umrundung 2003 bereits übernachtet hatten. Die unweit davon gelegene und von einer Feldsteinmauer eingefassten Kirche erinnert mich sofort an die gastliche Unterkunft. Es ist bereits halb sieben als wir an einer Kreuzung ein nettes Restaurant finden, in dem wir zu Abend essen können. Pünktlich zum TV-Abendprogramm erreichen wir wieder unsere Unterkunft auf dem Bauernhof. Am nächsten Tag fahren wir gegen den Uhrzeigersinn um den Müritz-See herum nach Röbel. Auf dem Tempelberg der slawischen Müritzer steht die evangelische Pfarrkirche St. Marien, ein dreischiffiges Backsteingebäude aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Sie ist damit eine der frühesten Hallenkirchen in Mecklenburg. Leider finden wir sie nur verschlossen vor und können so nicht die geplante Turmbesteigung machen, wodurch wir uns einen schönen Überblick über den Müritz-See mit seinen Nachbargewässern versprochen hatten. So laufen wir zum See hinunter, machen dort einige Fotos und beim Steinchen- und Holzsammeln entdeckt Andrea dann tatsächlich eine Ringelnatter, die sich im Gehölz in der Sonne aufwärmt. Dann geht es weiter nach Neustrelitz, das inmitten der wald- und wasserreichen Gegend am Zierker See liegt. Neustrelitz wurde einst als barocke Residenzstadt um einen quadratischen Marktplatz, in dessen Mitte ein Rondell mit einem Denkmal für den Großherzog Georg steht, angelegt. Von diesem führen sternförmig acht gerade Straßen in die Haupthimmelsrichtungen ab. Wir stellen das Motorrad oben am Marktplatz ab und gehen hinunter in eine Parkanlage, in der die fast moscheeartig anmutende Schlosskirche mit ihren zwei schlanken Türmen steht. Sie wir gerade renoviert. Gerüste stehen an der Außenseite und im Inneren fehlt der Fussboden. Vorbei an der Orangerie laufen wir auf die Tempel-Allee zu. Wieder zurück am Marktplatz genießen wir das wieder schön gewordene Wetter vor einer Eisdiele mit Capucchino und Eis bevor es hinauf geht in den Turm der Stadtkirche. Mit einem etwas mulmigen Gefühl halte ich oben angekommen die Kamera über die Brüstung um einige Aufnahmen von der schönen Aussicht über die Stadt und den nahen See zu machen. Ich wage es nicht, mich gegen die Umfassungswände hier oben zu lehnen, obwohl sie sehr stabil gebaut sind. Die Stadtkirche am Markt besitzt übrigens den dritthöchsten Kirchtum in Mecklenburg-Vorpommern. Auf dem Weg durch den Müritz-Nationalpark nach Fürstenberg gelangen wir zufällig zum ehemaligen Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück, das wir uns natürlich anschauen wollen. Das Lager wurde von Dezember 1938 bis April 1939 auf Anordnung vom Reichsführer SS Heinrich Himmler von KZ-Häftlingen zunächst als reines Frauenlager eingerichtet. Im April 1941 kam ein kleines Männerlager für zunächst 350 Häftlinge hinzu. Das KZ Ravensbrück umfasste 1945 eine Fläche von ca. 170 Hektar und hatte bis zu 70 Außenlager im Reichsgebiet sowie in den besetzten Gebieten, in denen durch Häftlinge Sklavenarbeit für die Rüstungsindustrie verrichtet werden musste. Es galt als das größte Frauenkonzentrationslager Deutschlands. Sehr bedrückend ist der kostenlose Rundgang durch die Gedenkstätte. Beispielhaft anhand der Schicksale acht inhaftierter Frauen wird u.a. versucht verständlich zu machen wie man hierhin gelangte und was einem Häftling hier widerfuhr. Erschreckend ist die wohlgeordnete Bürokratie, die sich hinter den hier verübten Grausamkeiten zeigt. Auf dem Weg nach Fürstenberg treffen wir an der stillgelegten Bahnstrecke wieder auf eine Draisinenstation, die man hier im Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern sehr häufig finden kann. Neben der Fürstenberger Kirche sehen wir zufällig ein Hinweisschild auf die 652 km entfernte Partnerstadt Geldern! So weit sind wir also von zuhause weg! Der folgende Rückweg durch den Nationalpark in nördliche Richtung führt uns über mehrere Kilometer über Sandstraßen, die wir auf unserer Karte als solche jedoch nicht sofort erkannt haben. Honni und verdiente Genossen sollen hier ein ihren Jagdgelüsten nachgegangen sein. Stellt man das Navigationsgerät auf kürzeste Entfernung ein, geht´s tatsächlich oftmals über Äcker - weg von diesen oft schnurgeraden Alleen - durch Kurven, über feldsteingepflasterte Straßen oder einfachste Wirtschaftswege mit Grünstreifen zwischen den Fahrspuren. Das macht Spaß. Am folgenden Tag führt uns der Weg durch den Norden der Prignitz durch die Kleinstadt Freyenstein, wo die dortige Schloss- und Burganlage uns zu einem Stopp einlädt. Die „Altstadt“ Freyenstein ist einer der am besten erhaltenen mittelalterlichen Orte in Deutschland und zählt damit zu den bedeutendsten archäologischen Bodendenkmälern dieser Art in Mitteleuropa. Freyenstein wurde im 13. Jahrhundert bei kriegerischen Auseinandersetzungen mehrfach zerstört. Im Jahre 1287 entschloss man sich, die Stadt etwas weiter nordöstlich wieder aufzubauen, vermutlich, weil sie so besser verteidigt werden konnte. Das ehemalige Stadtgebiet, das sich über eine Fläche von ca. 25 Hektar erstreckt, wurde danach in erster Linie landwirtschaftlich genutzt. Bei Ausgrabungen in den letzten Jahrzehnten wurden dort alte Häuserfundamente und Kochstellen gefunden. Da die Fläche der zerstörten Stadt nicht wieder bebaut wurde, erlauben archäologische Untersuchungen einen genauen Einblick in die Strukturen der mittelalterlichen Stadt. Auf der Kirche sehen wir bei unserem Rundgang ein Storchennest, dessen Bewohner jedoch gerade ausgeflogen zu sein scheinen. Über kleinste oft nur mit Feldsteinen bepflasterten Sträßchen führt der Weg von Dorf zu Dorf. Rinder und Schafe stehen auf den Weiden schauen uns hinterher. Ein Hinweisschild auf ein Schmalspurbahn-Museum lässt uns den von TomTom vorgeschlagenen Weg verlassen und wir gelangen nach Lindenberg. Im Ort stehen dann tatsächlich einige der Lokomotiven und Anhänger der Schmalspur-Bahnlinie, die jedoch wohl nur noch hin und wieder zum Leben erweckt werden. Vorbei an gelbblühenden Rapsfeldern mit ihrem typischen Duft gelangen wir nach Havelberg, eine ehemalige Hansestadt im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt mit seinem weit oberhalb der Havel gelegenen Dom. Havelberg ist neben Brandenburg der älteste Bischofssitz östlich der Elbe. Wir beobachten die Dohlen und Falken beim Nestbau im Westturm des Domes. Dabei nutzen sie die in regelmäßigen Abständen vorhandenen Lücken in der Mauer, in die einmal das Gerüst beim Bau des Turms befestigt war. Bei einem Eis genießen wir die angestiegenen Temperaturen in der Sonne vor dem am Domplatz befindlichen Keramik-Cafe. Die freundliche Betreiberin erzählt uns einiges über das Handwerk und nachdem wir ihre kunstvoll ausgestaltete Toilette benutzen durften, verabschieden wir uns, um uns auf den weiteren Weg zum malerischen Tangermünde zu machen. Bei einer Durchreise während des Winters vor fünf oder sechs Jahren hatten wir den hübschen Ort am Zusammenfluss der Tanger in die Elbe schon bewundert und nun wollen wir ihn auch einmal bei Sonnenschein sehen. Die Stadt Tangermünde, eine ehemalige Hansestadt südöstlich von Stendal, liegt am Rande der Altmark direkt an der Elbe. Sie ist bekannt für ihre gut erhaltene Fachwerk-Altstadt. Wir laufen zunächst hinunter ins Hafengebiet, in dem große Getreidespeicher stehen und von wo aus wir eine schöne Sicht auf die oberhalb befindliche Stadt haben, die noch von einer fast vollständig erhaltenen Stadtmauer mit mehreren Toren umgeben ist. Oben angekommen, sehen wir schon von weitem mitten auf der Durchgangsstraße den Eulenturm mit einem darauf befindlichen Storchennest. Früher war der Eulenturm ein zur historischen Stadtbefestigung gehörender Wehrturm. Der 24 Meter hohe Turm gehörte zu einer heute nicht mehr bestehenden Doppeltoranlage. Im quadratischen Unterbau ist noch ein Verlies enthalten. Im oberen achteckigen Teil des Turms befand sich die Wachtstube. Die am Turm befindlichen Erker dienten dazu, dem Wachpersonal den Blick in alle Himmelsrichtungen zu ermöglichen. Auf dem Turm befindet sich eine mit einem Zinnenkranz versehene Plattform. Vier Wasserspeier sorgen für die Entwässerung von hier oben. Der Eulenturm befand sich am Innentor. Etwas weiter nördlich, kurz vor der Einbiegung zur Schlossfreiheit, befand sich das Vortor. Beide Tore waren durch Zwingermauern miteinander verbunden. An der südwestlichen Ecke des Turms ist noch heute der Ansatz zum Innentorbogen zu sehen. Über diesen Torbogen führte ein Wehrgang in den Turm. Dieser Zugang wurde später vermauert. Der ehemalige Anschluss der Stadtmauer an den Turm ist noch heute zu erkennen. Jetzt aber steht der Turm frei. Weiter in Richtung zur Elbe treffen wir später dann auf den Gefängnisturm und den etwas weiter dahinter stehenden Kapitelturm. Wir verlassen Tangermünde und TomTom zeigt uns den richtigen Weg vorbei an ehemaligen Herrenhäusern und versteckt liegenden Klöstern, die heutzutage oftmals als Altenresidenz umgenutzt werden. Wir nähern uns dem Harz, an dessen Nordostflanke in ca. 250 m Höhe am Fuße des Brockens Wernigerode liegt. Es ist kurz vor Geschäftsschluss und in einem Supermarkt kaufen wir noch etwas für den Abend ein, bevor wir im Zentrum Wernigerodes nach einem Hotel suchen. Im Altstadthotel kommen wir für diese Nacht unter und bevor wir zu Bett gehen, gehen wir noch einmal hinunter zum direkt gegenüberliegenden Lokal, um einen letzten Schoppen zu genießen. Die Nacht wird sehr unruhig. Unter unserem Fenster herrscht die ganze Nacht Krakehlen und Pfeifen von den frisch gebackenen Abiturienten, die an diesem Tag wohl ihre letzte Prüfung hatten. Am folgenden Tag überqueren wir nach einem Zwischenstopp in Göttingen mit der Weserfähre von Veckerhagen nach Hemeln wieder die alte innerdeutsche Grenze. Direkt an der Fährstation scheint ein beliebter Motorradfahrertreffpunkt zu sein, denn viele Motorräder stehen hier bei dem strahlenden Wetter in der Sonne. Durch Eichenwälder, die von Kyrill offenbar nicht verschont blieben, gelangen wir in den malerischen Ort Grebenstein, der westlich des Reinhardswalds zwischen Kassel und Hofgeismar an der Esse liegt. Über der Stadt steht die Burg Grebenstein und wir überlegen nicht lange, um hier eine Pause einzulegen. Bei einem Spaziergang durch Grebensteins historischer Altstadt mit den mittelalterlichen Türmen der Stadtbefestigung, dem Rathaus, der Kirche sowie seinen zahlreichen noch mittelalterlichen Fachwerkhäusern laufen wir uns müde und müssen uns deshalb vor der Weiterfahrt wieder einmal vor einer Eisdiele mit Kaltem erfrischen. Etwas südwestlich des Dreiländerecks Hessen–Niedersachsen–Nordrhein-Westfalen erreichen wir abends Warburg, unsere letzte Station für heute. Warburg ist eine hügelige Stadt mit einer Kernstadt, bestehend aus Alt- und Neustadt. Während die Altstadt im Tal der Diemel liegt, befindet sich die Neustadt hoch über dem Fluss. Nach dem Abendessen in der Unterstadt beim Italiener machen wir uns auf zur Besichtigung der Neustadt. Hier spricht uns eine schon etwas ältere Dame an und erzählt uns bereitwillig etwas über einige Sehenswürdigkeiten der Stadt, aber auch über manche interessante Geschichten zur Stadt aus früheren Zeiten. Wir bedanken uns bei ihr und machen uns auf den Weg entlang der erhaltenen Reste der mittelalterlichen Stadtmauer beider Städte mit ihren noch fünf bestehenden Wehrtürmen und den zwei Stadttoren. Zwischen gut erhaltenen Fachwerkhäusern, die teilweise zu den ältesten Fachwerkbauten in Nordrhein-Westfalen zählen, schlendern wir bis wir wieder müde in unserem Domizil in der Unterstadt angekommen sind. Auch das Ende unseres interessanten Kurzurlaubs ist erreicht und am nächsten Tag machen wir nach einer unspektakulären Fahrt durchs Rothaargebirge einen letzten Stopp in Arnsberg, bevor wir uns auf die Autobahn zurück nach Hause begeben. Am alten Markt mit seinem Maximiliansbrunnen sitzen wir noch einmal in der Sonne vor einem Cafe, genießen den blauen Himmel und schmieden bereits Pläne für die nächste Reise. |
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